Sternberg : Besuch im Gebiet des Rotmilans

Der Rotmilan erreicht eine Spannweite von über anderthalb Metern.
Der Rotmilan erreicht eine Spannweite von über anderthalb Metern.

Der Sternberger Landschaftspflegeverband erhält beim Projekt zum Schutz des Greifvogels Unterstützung von der Hochschule Neubrandenburg.

von
03. Dezember 2014, 18:38 Uhr

Beim Projekt zum Schutz des Rotmilans bekommt der Landschaftspflegeverband Sternberger Endmoränengebiet (LSE) Unterstützung: Professor Manfred Köhler und zehn junge Leute des Studiengangs Naturschutz und Landnutzungsplanung an der Hochschule Neubrandenburg waren bei einer ersten Exkursion vor Ort. Deren Studienprojekt „Naturausstattung der Landschaft für anspruchsvolle Arten am Beispiel des Roten Milans“ bietet Schnittpunkte mit dem, das hier vor etwa einem Jahr gestartet wurde. Das Seenland gehört zu den elf Modellregionen in acht Bundesländern. Das Projekt „Land zum Leben“ wird vom Bundesamt für Naturschutz gefördert.

Die Studierenden wollen anhand des laufenden Rotmilanprojektes des Verbandes die praktische Arbeit von der Erfassung bis zur möglichen Planung von Maßnahmen zu Verbesserung des Lebensraumangebotes kennen lernen. LSE-Geschäftsführer Hans Diederichs, der das Projekt leitet, und Mitarbeiterin Marika Schuchardt, die Landschaftsarchitektur und Umweltplanung studiert hat und weiter einen guten Draht nach Neubrandenburg hat, legten bei diesem ersten Besuch von der Hochschule besonderen Wert darauf, als Grundlage für die weitere Arbeit Landwirtschaftsbetriebe vorzustellen, die ganz praktisch mit dem Thema in Berührung kommen. So standen die Landwirtschaftsgesellschaft Groß Raden mit ihrer Schafzucht, die ökologisch geführte Rinderhaltungsanlage Gut Stieten und der Milchviehbetrieb Gut Wamckow auf dem Programm. Ziel der Besichtigungen war es, den angehenden Naturschützern und Landnutzungsplanern die vielfältigen Inhalte in der modernen Landwirtschaft nahe zu bringen, somit ein besseres gegenseitiges Verständnis zu entwickeln und für Planungen praktisch gewappnet zu sein.

Die Idee zu diesem Besuch war bei einem Gedankenaustausch im Sommer zwischen Prof. Köhler und Marika Schuchardt entstanden. Sie hatte im Verlaufe ihres Studiums an der Hochschule Neubrandenburg selbst zunehmende Differenzen sowie Kontaktverlust zwischen Studierenden für Landschaftsarchitektur & Umweltplanung auf der einen und für Landwirtschaft auf der anderen Seite festgestellt. Deshalb regte sie dringend zum Wissensaustausch an. „Umweltplaner müssen verschiedenste Interessen und Anforderungen bündeln. Dazu gehören ein umfangreiches Verständnis für die Belange weiterer Fachgruppen und zumindest Grundlagenwissen über den eigenen Naturschutzgedanken hinaus zu Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Tourismus und Fischerei.“

Dass das voll und ganz zutrifft, zeigten die vielfältigsten Fragen, die von den Studierenden gestellt wurden. Torsten Schmidt (Gut Stieten), Anette Kahrl (Gut Wamckow) und Hans Diederichs freuten sich über das rege Interesse, erklärten anschaulich die Betriebsweise und die Probleme im Landwirtschaftsalltag.

Zur Einstimmung auf das Sternberger Seenland hatten Jan Lippke und Mario Krüger vom Naturpark Sternberger Seenland durch das Informationszentrum in Warin geführt und für Fragen der Studierenden zur Verfügung gestanden. Es ging um forst- und landwirtschaftliche Belange, Anforderungen des Naturschutzes in der Region bis hin zum Wolfsmanagement. Zum Abschluss zeigten sich die zehn Studenten aus Bachelor- und Masterjahrgängen begeistert.

In dem Projekt des Sternberger Verbandes wurden in diesem Jahr die Nester des Rotmilans auf einer Fläche von 140 Quadratkilometern mit GPS erfasst, dann kartiert und beobachtet. Bei 14 begonnenen Bruten war genau die Hälfte erfolgreich, 14 Jungtiere und damit zwei pro Nest sind schließlich ausgeflogen. Bis ins Frühjahr werden die neuen Horststandorte erfasst, kündigt Hans Diederichs an. Denn 60 Prozent der Rotmilane würden jedes Jahr umziehen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen