Bestnoten für Pflege in der Region

'Sehen Sie, meine Blumen': Lydia Pedde (81) fühlt sich geborgen im Wariner Pflegeheim. Vera Gätcke (l.) und Antje Weidenfeld  hoffen auf Hinweise durch die anstehende Prüfung des MDK. Pubantz
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"Sehen Sie, meine Blumen": Lydia Pedde (81) fühlt sich geborgen im Wariner Pflegeheim. Vera Gätcke (l.) und Antje Weidenfeld hoffen auf Hinweise durch die anstehende Prüfung des MDK. Pubantz

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23. Februar 2010, 09:40 Uhr

Sternberg/Parchim | Die Qualität der Pflege von Menschen in Mecklenburg-Vorpommern ist Spitze. Bis zum Jahresende lassen Krankenkassen alle mehr als 700 ambulanten und stationären Angebote prüfen, darunter 275 Pflegeheime, 428 -dienste und 80 teilstationäre Einrichtungen. Bislang seien etwa 70 Prozent der Angebote durchleuchtet worden - unangemeldet. Ergebnis: "MV pflegt gut", erklärt Dr. Kerstin Blynow vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK), der im Auftrag der Kassen die Qualität aller Heime und Dienste durchleuchtet. Nach einem Notensystem von eins bis fünf lägen die Ergebnisse MV-weit bislang für Heime bei 1,4, für Pflegedienste bei 1,7. Blynow: "Das ist sehr gut." Sie sehe im Pflegesektor eine große Chance für das Land - ausbaufähig.

Für die Region bestätigt sich der gute Eindruck im Pflegebereich. Im Landkreis Parchim habe der MDK bislang zehn von 14 Heimen geprüft, im Kreis Nordwestmecklenburg 14 von 15. Die Ergebnisse sind teilweise im Internet unter www.pflegelotse.de einsehbar. Denn gesetzlicher Auftrag sei es, Transparenz in die Pflegeangebote zu bringen. Auf diese Weise könnten ältere Menschen oder deren Kinder auch einen Vergleich ziehen, welches Pflegeangebote in Frage kommt. Kriterien des Checks seien u.a. die Qualität von medizinischer Versorgung und Pflege, der Umgang mit Demenzkranken, aber auch Angebote für soziale Kontakte.

70 Prozent der Pflegeangebote in MV sind analysiert, aber nur ein Teil ist mit Transparenzbericht im Internet nachlesbar. Grund: Erst seit 1. Juli 2009 gebe es die Transparenzpflicht. Wer davor geprüft wurde, erhalte 2011 offizielle Noten. Ab dann müsse der MDK alle Angebote jährlich kontrollieren.

Bestnoten erhielten bisher das Christliche Altenheim "Elim" in Crivitz (Gesamtnote: 1,0), das Seniorenpflegeheim "Haus am Freistrom" in Lübz (1,0), das Katholische Alten- und Pflegeheim "St. Nikolaus" in Parchim (1,3) oder das Städtische Alten- und Pflegeheim in Wismar (1,3). Der Awo-Seniorenhof "Am Buchholz" in Parchim kommt auf die Note 2,2. Hier schätzt der MDK den Umgang mit Demenzkranken (2,9) sowie die Pflegequalität (2,7) allerdings nur als "befriedigend" ein.

Durchweg bessere Noten erhalten die Heime von den eigenen Bewohnern; eine Katergorie, die jedoch nicht in das Gesamtergebnis einfließe, so Blynow. So haben "St. Nikolaus", Parchim, "Am Buchholz", Parchim, und "Elim", Crivitz, eine glatte 1,0.

Die Prüfer des MDK kommen überraschend ins Haus. Die Reaktion der Pflegeheime sei dennoch fast überall positiv. Denn auch die Prüfer müssen sich bewerten lassen - anonym. Die Resonanz sei groß, so Kerstin Blynow. "Wir haben 75 Prozent Rücklauf. Das ist enorm." Das Prüfergebnis müssen Pflegeheime und Dienste als Zertifikat sichtbar anbringen.

Ergebnisse aus der Sternberger Region sind noch nicht veröffentlicht. Dafür kam das Diakonie-Pflegeheim "Am Glammsee" in Warin" zu anderen Ehren: Das Bundesministerium attestierte ihm Verbraucherfreundlichkeit - bislang als einzigem Heim in der Region.

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