Fischereilehrgang in Keez : Bestanden! Jetzt geht’s zum Angeln

Nach der Prüfung für den Fischereischein gehört ein Gemeinschaftsfoto mit Lehrgangsleiterin Irena Dombrowa (l.) und dem erworbenen Zertifikat einfach dazu.  Fotos: Rüdiger Rump
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Nach der Prüfung für den Fischereischein gehört ein Gemeinschaftsfoto mit Lehrgangsleiterin Irena Dombrowa (l.) und dem erworbenen Zertifikat einfach dazu. Fotos: Rüdiger Rump

Beim Lehrgang für den Fischereischein in Keez schafften alle 37 Teilnehmer die Prüfung – drei sogar mit der Maximalpunktzahl 60.

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17. März 2016, 12:00 Uhr

Bei einem Jungen habe sie ganz schön gebangt, ob er es schafft, sagt Irena Dombrowa. Er hat: Auf dem Prüfungsbogen standen am Ende 45 Punkte unter dem Strich. Mindestens so viele brauchte der angehende Petrijünger. Damit hatten alle 37 Teilnehmer den Lehrgang für den Fischereischein in Keez erfolgreich abgeschlossen, drei sogar mit den maximal erreichbaren 60 Punkten, 14 mit 59 und neun mit 58. Bei den 60 Fragen ist von den zur Auswahl stehenden Antworten jeweils nur eine richtig.

Selbst nach einer Vielzahl von Lehrgängen, die sie in rund 25 Jahren durchgeführt hat, sei sie bei der Prüfung jedes Mal genauso aufgeregt wie die Teilnehmer oder sogar mehr als einige von ihnen.


Wie Biologieunterricht übers Wochenende


Manches sei auch schwierig, besonders für die Kinder, räumt die Keezerin ein, etwa Gewässerkunde, die sie deshalb zweimal durchgegangen sei. Assimilation, Ph-Wert, Wasserdichte – das sei wie kompakter Biologieunterricht an den beiden Wochenenden. Dabei wolle jeder Lehrgangsteilnehmer eigentlich nur die Erlaubnis zum Angeln erlangen. Sicher schade es nicht, von der Theorie „was zu behalten“, meint Dombrowa, doch viel mehr Wert lege sie darauf, dass alle lernen, sich in der Natur und ganz speziell beim Angeln richtig zu verhalten, sei es der Umgang mit gefangenen Fischen oder der Schutz anderer Tiere. Wer zum Beispiel ein Stück Angelsehne am Wasser abschneide, müsse das auch mitnehmen, damit Tiere sich nicht verletzen. Dieses Rüstzeug mitzugeben, sei ihr am wichtigsten. Nach den Punkten frage später kein Mensch, aber um die Prüfung zu bestehen, müsse eben auch Theorie gebüffelt werden.

Das sei eine „richtig gute Truppe“ gewesen, von der Größe zwar an der Grenze, was die Räumlichkeit in Keez betreffe, indes vom Alter „schön gemischt“ und auch Frauen und Mädchen darunter. Die Jüngsten hätten „prima aufgepasst“, seien klasse motiviert gewesen. Wer mit zehn Jahren den Fischereischein besitze, dürfe theoretisch allein mit drei Angeln auf Fischfang gehen, wenn auch die Berechtigung für das jeweilige Gewässer vorliege.

Das gilt nun zum Beispiel für Fabian Wolfrum-Roggensack aus Plate oder Fiona Waack aus Brüel. Fabian hatte seinen Vater dazu gebracht, mit ihm am Lehrgang teilzunehmen. Der ältere Bruder Jan-Eric (14) hatte schon vor zwei Jahren das Einmaleins des Angelns in in Keez gepaukt. „Es ist doch auch ein schönes Hobby. Besser, als wenn die Kinder ständig am Computer spielen“, sagt jemand, der wie Christian Wolfrum-Roggensack in der IT-Branche arbeitet. Er sehe das Angeln mehr als Entspannung, zum Abschalten. Und Sohn Jan-Eric freue sich, wenn er irgendwas mit nach Hause bringe, ob Barsch oder Plötz.

Fiona war oft mit ihrem Vater am Wasser, erzählt die Zehnjährige aus Brüel. Dieser habe schon richtig große Fische geangelt. Sie finde es aber auch einfach schön, in der Natur zu sein.

Nick Sebastian Sarnetzki „musste“ den Fischereischein machen, denn sein Vater ist stellvertretender Vorsitzender des Angelsportvereins Sternberger See. Nun, das mit dem Muss sei nicht ernst gemeint gewesen, sagt der Elfjährige. „Ich war öfter mit und freue mich riesig, jetzt auch selbst angeln zu dürfen.“

Dirk Kasper (53) und Gunnar Aselmeyer (54), zwei alte Brüeler, wie sie sagen, sind befreundet und mehrmals mit dem Touristenfischereischein auf der Ostsee gewesen. Am Lehrgang wollten sie schon vor Jahren teilnehmen, doch immer sei was dazwischen gekommen oder sie hätten den Termin verpasst. Nun gehörten sie in Keez zu dem älteren Semester.

Die Lehrgänge leitet Irena Dombrowa ehrenamtlich. Was von den Gebühren bleibt, gehe an den „Steinpilz“, das Mykologische Informationszentrum in Wismar. Selbst Pilzberaterin, wisse sie, wie schwer es sei, so eine Einrichtung ehrenamtlich am Leben zu erhalten. Und der nächste Lehrgang für den Fischereischein finde Ende Juni in Keez statt.

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