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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. November 2017 | 03:16 Uhr

Warin : Berufliche Orientierung in der Natur

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Alina Dams aus Dresden absolviert ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Naturparkzentrum Warin.

svz.de von
erstellt am 25.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Abitur – und was dann? Diese Frage beschäftigt Alina Dams während ihrer Schulzeit. Studium oder Ausbildung? „Ich wusste nicht genau, was ich machen möchte. Eine Freundin hat sich für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr beworben und das fand ich auch interessant. So kann ich mich in der Natur beruflich orientieren und überbrücke ein Jahr“, erzählt die gebürtige Dresdenerin im SVZ-Gespräch.

Im Internet sucht sie nach entsprechenden Stellen und wird schließlich bei der Jugendwerk Aufbau Ost (JAO) gGmbH fündig. Der Träger aus Waren (Müritz) vermittelt unter anderem Freiwilligendienste in Umwelteinrichtungen, Vereinen und Unternehmen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.

Seit dem 1. September absolviert Alina ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) im Naturparkzentrum Sternberger Seenland in Warin. Der Naturpark suche immer Interessenten für ein Jahr. Fachwissen werde nicht verlangt, sagt Jan Lippke, stellvertretender Leiter des Naturparks.


Von der Großstadt in die Hansestadt

Die Stelle ist für Alina mit einem Umzug verbunden. Aus der Großstadt und sächsischen Landeshauptstadt Dresden zieht sie in die Hansestadt Wismar. „Das ist von Warin die nächst größere Stadt. In einer ländlichen Region wie MV zu leben, ist für mich als Stadtkind schon eine große Umstellung. Es ist schwer, junge Menschen kennen zu lernen“, gibt sie offen zu.

Umso mehr sei sie sehr froh darüber, dass „ich bei der Arbeit nette Kollegen gefunden habe, die mich vom ersten Tag an gut ins Team integriert haben“, so die 18-Jährige. In den kommenden zwölf Monaten möchte sie die Region entdecken, „aber dann wieder in die Großstadt zurück, zum Kunst-Studium nach Leipzig oder Dresden. Mein Herz schlägt für das Kreative.“

Umweltbildung im Freilichtmuseum

Mit dem Bus pendelt Alina jeden Tag von der Hansestadt zur Arbeit nach Warin und wieder zurück. Eine dreiviertel Stunde Fahrtweg nimmt sie auf sich. „Das ist machbar“, sagt sie. Fünf Tage die Woche begleitet sie die Ranger bei Führungen und Arbeitseinsätzen, bekommt Einblicke in deren Arbeit und ist hauptsächlich in der Natur, an der frischen Luft, unterwegs. „Es gibt draußen immer viel zu tun, die Tätigkeiten sind praxisorientiert und abwechslungsreich. Wenn man beschäftigt ist, geht die Zeit schnell um. Langweilig wird es nicht“, sagt Alina.

In dieser Woche ist sie zusammen mit den Naturparkrangern auf dem Freigelände des Archäologischen Freilichtmuseums in Groß Raden. Mit Aktivitäten zur Umweltbildung unterstützen sie drei Tage lang das herbstliche, slawische Ferienprogramm, das noch bis Freitag von 11 bis 16 Uhr für Einheimische und Urlauber unter dem Thema „Rauch steigt empor“ stattfindet. „Wir bieten das Bauen von Nistkästen, Basteln mit Kastanien, ein Wissensquiz und viele Informationen zum Naturpark an“, sagt Alina.

Wenn das Wetter nicht so gut sei, dann arbeitet sie an ihrem eigenen Projekt. „Ich bereite eine Ausstellung über die Arten des Jahres 2017 vor, präsentiere Tiere, Pflanzen und Landschaften anhand von Steckbriefen, die ich selbst erstelle“, erklärt sie. Dabei sei Kreativität gefragt.

Service: Herbstliches Ferienprogramm

Das Archäologische Freilichtmuseum Groß Raden bietet noch bis einschließlich Freitag, dem 27. Oktober, jeweils in der Zeit von 11 bis 16 Uhr ein herbstliches Ferienprogramm an.

Im Freigelände werden mittelalterliche Aktivitäten angeboten wie das Flechten von Zäunen aus Weide, Schnitzen von Löffeln oder Quirlen, das Gießen von Kerzen mit Pflanzenteilen und Bienenwachs, Schnitzen von Kürbisgesichtern oder Stockkuchen und Bratwurst am Feuer grillen.

Im Ausstellungsgebäude können Besucher Filzen, Töpfern oder Seile drehen. Täglich um 11 Uhr wird eine Kinderführung angeboten. Größere Gruppen melden sich bitte unter Tel. 03847/ 22 52 an.

 


 

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