Warin : Bergeweise Schrott gesammelt

Tatkräftig halfen auch Anwohner bei der Sammelaktion mit.
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Tatkräftig halfen auch Anwohner bei der Sammelaktion mit.

Die Aktion der Wariner Jugendfeuerwehr übertraf sämtliche Erwartungen / Am Abend quoll der bereitgestellte Container über

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03. November 2014, 07:59 Uhr

„Aalteiisen !“ Viele haben diesen Ruf als eindringlich fordernd im Ohr. Erst recht, wenn er von einem Klingel- oder Hupkonzert untermauert wird: Dann ziehen professionelle Schrotthändler durch den Ort und greifen alles Metallene ab, dessen sie habhaft werden können, um es zu Geld zu machen.

Auch die Wariner Jugendfeuerwehr betätigte sich am vergangenen Samstag als Schrottsammler. „Haben Sie was, dann ist das Klasse – für unsere Kasse!“ Diesen Aufruf hatte sie zuvor als Handzettel an die Wariner Haushalte verteilt. „Die Resonanz hat alle unsere Erwartungen völlig übertroffen“, zeigte sich Jugendwartin Bianca Waack beeindruckt. Und dabei habe erst am Mittwoch zuvor ein Schrotthändler den Ort abgegrast. Doch viele Wariner Haushalte, so Waacks Eindruck, hätten ihr Altmetall offenbar bewusst zurückgehalten, um es erst am Samstag der Jugendwehr zugute kommen zu lassen. „Und wer keinen Schrott hatte, drückte der Jugendwehr stattdessen Bargeld in die Hand.“

Der Feuerwehrnachwuchs hatte das Stadtgebiet in drei Bereiche aufgeteilt. Die ersten beiden Arbeitsstunden waren für das Wohngebiete „Am Glammsee“ sowie den Feld-, Amselweg und den Vogelberg vorgesehen. „Dieser Einsatz war für uns völliges Neuland.“ Die neun Jugendwehrleute im Alter zwischen acht und 14 Jahren wurden von acht Aktiven unterstützt. Die Erwachsenen besorgten den Abtransport der Schrottspenden in Richtung Gerätehaus der Feuerwehr. Dort hatte die Entsorgungsfirma „Gollan“ kostenlos eigens einen Container bereitgestellt, der sich in Windeseile füllte.

Der zweite Bereich - Wismarsche Straße, Gildesacker sowie die Innenstadt bis zur Bützower Straße - sollte eigentlich bis zur Mittagspause abgearbeitet sein. „Doch wir kamen mit dem Sammeln einfach nicht hinterher.“ Erst nach dem stärkenden Essen wurde der Rest dieses Bereichs in Angriff genommen. Der Endspurt sollte dem Fritz-Reuter-Platz, Ziegelberg und Graupenmühlenweg gewidmet sein. Doch obwohl die Jugendwehr bis halb acht unterwegs war, schaffte sie es nicht mehr. „Wir haben dann nirgendwo mehr geklingelt.“ Die Wehr beschränkte sich darauf, am Ziegelberg nur noch den Schrott einzusammeln, der am Straßenrand bereitgestellt worden war.

„Ich habe nur gestaunt, was die Wariner so alles für uns aufgehoben haben“, berichtete Jugendfeuerwehrmann Paul. Unter dem Metallschrott seien beispielsweise Hobel, Stemmeisen und andere Werkzeuge, eiserne Gewichte für alte Waagen, Treppenteile, Gerüstrohre, Fahrräder, Elektromaschinen und auch Edelstahl gewesen. Paul war ebenso wie seine Altersgenossen in Uniform unterwegs und zuvor von seiner Jugendwartin belehrt worden, informativ und höflich aufzutreten. „Wir wollen in der Bevölkerung ein gutes Bild abliefern.“ Jugendwartin Bianca Waack schätzt, dass ihre Truppe bei der Sammelaktion insgesamt mindestens zehn Kilometer zu Fuß zurückgelegt hat.

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