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Heimatmuseum Sternberg : Beredte Zeitzeugen als Schenkung fürs Museum

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Witziner Team Hechtkönig übergab etliche Fundstücke

svz.de von
erstellt am 31.Okt.2015 | 16:00 Uhr

Das Sternberger Heimatmuseum ist um ein paar Zeitzeugen reicher. Zeitzeugen, bei denen es sich zum Beispiel um uralte Schriftstücke wie Reichspatente, Schuldscheine mit Wasserzeichen von 1805, alte Zeitungen oder um ein Erinnerungs-Schriftstück an die Kaiserproklamation in Versailles vom 18. Januar 1871 handelt. Aber auch private Dokumente sowie beredte Rechnungen geben Aufschluss über geschichtliche Befindlichkeiten. Von 1924 datiert eine Fürsorge-Versicherung. Gefunden wurden auch Journaillen wie die Güstrower Nachrichten von 1935 oder die Rostocker Zeitung von 1915. Auch ein Schriftblatt „60 Jahre geeintes Deutsches Reich“ war dabei. Ebenso gehört antikes Geschirr von anno dunnemals zu den „Neu-Eingängen“ bei den Ausstellungs-Exponaten.

Diese neuen Museumsstücke sind Teil einer Schenkung, die Alfredo Jodzeck aus Witzin und Andreas Schuldt aus Güstrow an die Museumsmitarbeiterin Rosemari Hassel übergeben haben. Die beiden Spender gehören zum Witziner Team Hechtkönig und haben im Laufe ihres regen Anglerlebens außer Fischen schon viele Schätze geborgen, die sie dann an die entsprechenden Museen übergaben. So auch etliche Funde an das Goldberger Museum.

Andreas Schuldt aus Güstrow ist Taucher mit Leib und Seele. Er war es auch, der zum Beispiel viele Geschirrteile aus Seen der Region geborgen hat. Aber das Team – dazu gehören noch zwei weitere Teammitglieder: Frank Weidmann (Taucher) und Jens Ahrend (Angler) – ist auch bei privaten Bauarbeiten und Grabungen dabei und hierbei schon fündig geworden. So fanden sie beispielsweise einige Schriftstücke hinter Türzargen. Unter einem Schuldschein ist auch noch die Unterschrift „Schloßer Schultz“ zu lesen. Ein anderes Dokument stammt von einem Laden „Material- und Colonialwaaren – Handlung von Tabak, Cigarren und Spirituosen C.F. Tohtzig“ aus der Glevinerstrasse No. 15 in Güstrow.

„Die Geschirrteile haben wir aus dem Mustiner See, dem Weiße-Kruger-See, aus dem Sülzpfuhl vor dem Kloster Rühn und aus anderen Gewässern in der Region geborgen “, erzählt Taucher Andi Schuldt. Und Alfredo Jodzeck fügt hinzu, dass sie dort auch schon Menschenknochen (SVZ berichtete) und Granaten gefunden haben. Und wie es sich so gehört, wurde bei der Übergabe der Schenkung auch ein Übergabe-Protokoll angefertigt. Darauf war dann zu lesen, dass das Team Hechtkönig am 27. Oktober 2015 verschiedene Tauchfunde ans Museum übergab. So zwei Keramik-Tabletts, eine Keramik-Waschkanne und -schale, eine Keramik-Sauciere aus der Königlich-Preußischen Manufaktur, Untertassen, alte, Einweckgläser mit der Aufschrift „Galvanochemie VEB Karl-Marx-Stadt“. Des weiteren waren alte Aluminium-Essschüsseln von russischen Soldaten der Roten Armee, Keramik-Salbe-Döschen, ein kleines Tintenfass, eine alte Kaffeekanne aus Blech und zwei aus Keramik dabei Alle Exponate weisen Gebrauchsspuren auf. Rosemari Hassel bedankte sich herzlich dafür.  

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