Schüleraustausch in Neukloster : Benvenuti in der Klosterstadt

Erinnerungsfoto in der Hansestadt: Die Schüler hatten ein enormes Programm zu bewältigen. So ging es einen Tag nach Wismar.
Erinnerungsfoto in der Hansestadt: Die Schüler hatten ein enormes Programm zu bewältigen. So ging es einen Tag nach Wismar.

15 italienische Austauschschüler aus Rom waren eine Woche zu Gast am Gymnasium „Am Sonnenkamp“. Der Gegenbesuch folgt im April 2018.

svz.de von
30. September 2017, 05:00 Uhr

Benvenuti in Neukloster – Herzlich Willkommen in Neukloster: 15 Austauschschüler des Gymnasiums „Luciano Manara“ aus Rom und ihr Lehrer Francesco Castiglione waren eine Woche lang zu Gast am Gymnasium „Am Sonnenkamp“ und bei Familien von Schülern der Klassen zehn und elf des Lateinkurses untergebracht. „Seit dem Schuljahr 2015/2016 bauen wir als Europaschule eine Schulpartnerschaft mit Italien auf. Wir hoffen, dass es regelmäßige Besuche gibt“, erzählt Lehrer Martin Höppner im SVZ-Gespräch. Eine lange Vorbereitung liege hinter ihm und Lehrerin Kristin Falz, die ihn bei der Organisation stark unterstützt. Ermöglicht wurde dieser Schüleraustausch durch die finanzielle Unterstützung der Warburg-Melchior-Olearius-Stiftung aus Hamburg, die sich für die Förderung alter Sprachen in den neuen Bundesländern einsetzt.

Viele Schüler aus Rom hatten sich in diesem Schuljahr für den Austausch beworben. „Es waren deutlich mehr als im vergangenen Jahr, als der Austausch zum ersten Mal stattgefunden hat“, weiß Höppner. So wurde im Vorfeld eine Auswahl getroffen. „Die Schüler müssen für die Verständigung gut Englisch sprechen können, müssen Latein als Unterrichtsfach haben und es sich von den schulischen Leistungen erlauben können, dem Unterricht eine Woche fern zu bleiben“, nennt Höppner die Voraussetzungen.

Sebastian Piechowski aus Passee wartete aufgeregt am Montag auf seinen Gastbruder Luca Cinti. Die Römer landeten spät abends am Flughafen in Hamburg und fuhren mit dem Bus nach Neukloster. Ankunft in der Klosterstadt 1 Uhr. Hier wurden sie von ihren Gastfamilien herzlich in Empfang genommen und nach einem anstrengenden Tag ging es für die Römer schnell ins Bett. „Als Luca da war, war meine Aufregung weg. Wir haben vorher schon die ersten Kontakte über Facebook und WhatsApp geknüpft. Es hat auf Anhieb zwischen uns gepasst“, erzählt Piechowski. Beide interessieren sich für Meeresbiologie und „am Wochenende machen wir einen Ausflug ins Ozeaneum nach Stralsund“, so der 16-Jährige.


Es entstehen enge Freundschaften


Laut Martin Höppner „bietet der Austausch viele Möglichkeiten, die jeweils andere bisher noch fremde Kultur kennenzulernen“. Es würden aber auch im Laufe der Woche enge Freundschaften entstehen. „Dann fließen bei der Verabschiedung am Montagmittag schon mal Tränen“, weiß der 52-Jährige aus dem vergangenen Jahr.

Neben zwei Tagen Unterricht gab es ein enormes Programm für die italienischen und deutschen Schüler zu bewältigen. Nach dem Beschnuppern zeigten die Gymnasiasten ihren Gastschülern zunächst das Gymnasium, die Stadt Neukloster und machten sie mit dem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern und deren Geschichte bekannt. „Die Deutschen sind sehr gastfreundlich. Die Atmosphäre ist sehr familiär. Wir werden mit in den Unterricht einbezogen und die Schule ist sehr gut organisiert“, beschreibt Davide De Gennaro seine ersten Eindrücke. Überrascht sei der 17-Jährige zum einen über das viele Grün in der Region gewesen, aber auch über das deutsche Frühstück. Denn in Italien „isst man morgens nur ein Hörnchen und trinkt Kaffee“. Am Mittwoch verbrachten die Schüler gemeinsam einen Tag in Wismar. Auf einer Hafenrundfahrt und beim Backfisch-Essen zeigten sich die Italiener beeindruckt von den historischen Bauwerken und der Hansestadt selbst.

Künstlerisch ging es am Donnerstag in Güstrow zu. „Im Barlach-Museum wurden in Workshops gemeinsam Figuren gebastelt und es ging noch in den Natur- und Umweltpark, wo Wölfe gefüttert wurden“, erzählt Höppner. Eine der zahlreichen Sagen über die Anfänge der Stadt Rom sei die Gründungsgeschichte von Romulus und Remus, die von einer Wolfsmutter gesäugt worden sind.

Abschied nehmen heißt es dann am Montagmittag. Aber die Zeit bis zum Wiedersehen dauert nicht sehr lange, da der Gegenbesuch in Rom im April 2018 folgt. „Da müssen wir unsere Schüler erst einmal auf einen kulturellen Ansturm vorbereiten“, sagt Höppner.

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