Sternberg : Beim Badesteg geht es nun voran

Die Steganlage am Sternberger Badestrand bekommt nun im zweiten Anlauf ihrer Sanierung Unterkonstruktion und Belag aus Lärchenholz. Zimmerermeister Harry Jankowski (Foto) ist derzeit mit drei bis fünf Mitarbeitern auf der Baustelle.
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Die Steganlage am Sternberger Badestrand bekommt nun im zweiten Anlauf ihrer Sanierung Unterkonstruktion und Belag aus Lärchenholz. Zimmerermeister Harry Jankowski (Foto) ist derzeit mit drei bis fünf Mitarbeitern auf der Baustelle.

Nach der Sanierung und dem Abriss der neuen Anlage sollen zur neuen Saison Brücke, Rutsche und Sprungturm am Sternberger See nutzbar sein.

svz.de von
13. März 2014, 17:28 Uhr

Lärche soll es nun richten: An der Steganlage der Sternberger Badeanstalt wird seit Mitte der Woche  wieder gearbeitet. Die Zimmerei Harry Jankowski aus Kukuk hat begonnen, Unterkonstruktion und Belag einzubauen, beides diesmal aus Lärchenholz. Spätestens  zum 17. April, das ist Gründonnerstag, soll das Gros der Arbeiten abgeschlossen  und die Brücke begehbar sein, rechnet Jankowski. „Bei den Restarbeiten machen wir uns dann keinen Stress mehr.“ Auf jeden Fall zu Beginn der neuen Badesaison  sollen aber auch die Rutsche wieder an ihrem Platz und der Sprungturm nutzbar sein.

Eine  sich beinahe endlos hinziehende Geschichte scheint damit ihr Ende zu finden.

Ärgernis für Badelustige und Bürgermeister Rückblick: Schon im Spätsommer 2012 war der marode Badesteg abgerissen  worden. Untersuchungen zufolge waren Belag und  Unterkonstruktion, besonders aber die 1996 gerammten Pfähle  mehr oder minder beschädigt, vor allem dort, wo ständig Luft an das Holz kam. Die Pfähle wurden unter der Wasseroberfläche bis ins gesunde Holz abgeschnitten und  darauf bis zu zwei Meter lange Hülsen aus verzinktem Stahl montiert. Für Belag und Unterkonstruktion kam anstelle Holz  Relumat zum Einsatz, ein Wasser abweisendes Kunststoffrecyclingmaterial von einer Firma aus dem Erzgebirge, das nicht nur als langlebiger gilt, sondern auch  als weitaus kostengünstiger. In Blankenberg und an Kanu-Einsetzstellen  hatte sich Relumat bewährt, doch in Sternberg wurde es ein Flop.  Bei der Planung   waren die völlig anderen Größenordnungen nicht bedacht worden, so dass  Probleme in der Statik auftraten. Die Längsträger bogen sich noch vor der Abnahme des Stegs durch,  bei genauerem Hinsehen sogar mit bloßem Auge erkennbar.  Es blieb nur eine Entscheidung: Abriss und zweiter Anlauf bei der Sanierung. Selbst wenn ohne Mehrausgaben aus der Stadtkasse, ein  großes Ärgernis nicht nur für  die Badelustigen, sondern auch für Bürgermeister Jochen Quandt, wie dieser zerknirscht einräumte. „In den mehr als 20 Jahren, in denen ich im Amt bin,  hat Sternberg über 50 Millionen Euro verbaut. Und nun geht bei einem Objekt von 180 000 Euro alles schief, was nur schief gehen kann“, sagte er, als das Dilemma feststand. Ein Thema auch noch für  Karnevalsspäße, die weiteres  Salz in die Wunde streuten.

Dem Handwerksmeister war so was zuvor noch nicht passiert. Fertige Arbeit wieder abzureißen, sei wirklich das Schlimmste, meint Jankowski und ärgert sich über die Planung. Für das Kunststoffmaterial habe kein Nachweis über die  Statik vorgelegen. Eine Konstruktion aus Lärche lasse sich dagegen exakt berechnen. Die Deckbohlen haben eine Stärke von 45 Millimetern, die Hölzer für  die Unterkonstruktion von 80 mal 200 bzw. 140 mal 200 Millimetern, unterschiedlich bei  Quer- oder Langsträgern, nennt Jankowski die opulenten Abmaße. Das nach Holzliste bestellte Material liege bereit, der Zuschnitt erfolge nun auf der Baustelle. Zuvor sind stärkere Schrauben in die Pfahlköpfe gekommen. Jankowski ist mit drei, nach Arbeitsanfall auch mit fünf Mitarbeitern  vor Ort. Parallel  laufen weitere Aufträge. Einer in Heiligendamm wurde  vorige Woche abgeschlossen, in Kühlungsborn geht es die nächsten Tage noch weiter.

Durch versicherungstechnische Fragen hatte es in Sternberg immer wieder  Zeitverzögerungen  gegeben. Harry Jankowski sagt unumwunden, er sei „heilfroh“, wenn dieser Auftrag erledigt ist und der Badespaß ungetrübt beginnen kann.

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