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Naturpark Sternberger Seenland : Beim Anpaddeln wird Müll gefischt

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die gemeinsame Aktion von Naturparkverwaltung, Kanuanbietern und freiwilligen Helfern startet am Freitag an mehreren Abschnitten von Warnow und Mildenitz. In der Saison 2015 hat die Zählstelle an Spitzentagen bis zu 56 Boote pro Stunde erfasst.

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erstellt am 11.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Das ist kein entspanntes Paddeln, sondern „ziemlich anstrengend“, weiß Andreas Hennig vom Kanucamp in Sternberger Burg noch aus dem Vorjahr. „Wenn man den Müll am Ufer sieht, ist man mitunter schon daran vorbei. Also das Boot wenden, gegen die Strömung paddeln und irgendwie zurück zu der Stelle kommen.“

Kanuanbieter und freiwillige Helfer verbinden an diesem Freitag, 15. April, das Anpaddeln wie in den Jahren zuvor mit einer großen Müllsammelaktion an Warnow und Mildenitz. Los geht es um 14 Uhr an mehreren Flussabschnitten im Naturpark Sternberger Seenland, gegen 17 Uhr wird zum gemütlichen Abschluss auf dem Campingplatz in Sternberg eingeladen und dort der vermutlich wieder umfangreiche Unrat auch sortiert.


Freiwillige Vereinbarung funktioniert


Wer helfen und bei der Gelegenheit eine kostenlose Kanutour absolvieren möchte, kann sich noch bis Donnerstag in der Wariner Naturparkverwaltung (Telefon 038482 / 235270), die die Aktion koordiniert, melden. Von dort erhalten die Teilnehmer dann die Information, von welchem Kanuverleih sie mitfahren. „Gut die Hälfte der 15 hier ansässigen Betriebe beteiligt sich“, sagt der stellvertretende Naturparkleiter Jan Lippke.

Auf die neue Saison eingestimmt hatte die jährliche Diskussionsrunde im März mit Anbietern, wobei diese diesmal nur zu dritt und daher die mit Kanutourismus befassten Behörden stärker vertreten waren. Positiv eingeschätzt wurde, dass die im März 2011 erstmals unterzeichnete und vor gut einem Jahr erneuerte freiwillige Vereinbarung zu Einschränkungen bei Niedrigwasser funktioniert. Danach erfassen Naturpark und Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) in Westmecklenburg regelmäßig den Pegelstand, und wo der auf
30 Zentimeter oder weniger sinkt, werden die Flussabschnitte nicht befahren. Das betraf im Vorjahr aber lediglich Mildenitz und Bresenitz, auf den Hauptstrecken der Warnow machte sich aufgrund ausreichender Niederschläge keine Sperrung wegen zu niedrigen Wasserstands nötig. „Glück gehabt“, freut sich Lippke. Mit dieser Lösung könnten alle „ganz zufrieden sein“. Zwölf Kanuanbieter hätten die freiwillige Vereinbarung unterzeichnet. Derzeit gäbe es keinen Bedarf zur Veränderung, meinte auch Nils Meyer vom Stalu in Schwerin.


Ganz vorn Karfreitag und Pfingstsonntag


Dass die Tierwelt im Naturschutzgebiet, besonders die vom Aussterben bedrohte Bachmuschel, vor extremen Störungen bei Niedrigwasser Schutz benötigt, gilt als unbestritten und zeigen die von Naturparkleiter Volker Brandt dargelegten Ergebnisse der Zählstelle an der Warnow.
Diese erfasste vom 1. April bis 31. Oktober vorigen Jahres 7172 Boote mit 12 363 Personen – und alles andere als gleichmäßig verteilt. Bei der Zahl der Boote lag der Karfreitag, 3. April, mit 219 ganz vorn, bei den Personen der Pfingstsonntag, 24. Mai, mit 555. An Spitzentagen wurden bis zu 56 Boote pro Stunde gezählt. Insgesamt gilt laut Zählstelle der Sonnabend als der am meisten frequentierte Tag.

Der Naturparkleiter informierte auch über die Verwirklichung des Wasserwanderlenkungskonzeptes an der Warnow. Es wurden Wegweiser und Informationstafeln angebracht sowie ein Faltblatt mit den wichtigsten Informationen für Wasserwanderer herausgegeben. Der Naturpark konzentriert sich auf den Warnowabschnitt von
Zaschendorf bis Bützow-West. An der Brücke bei Zaschendorf ist ein Schwimmsteg als Beispiel für eine Ein- und Aussetzstelle errichtet worden. Die sind entlang der Warnow teilweise kaputt sowie ohnehin statisch, passen sich dem schwankenden Wasserstand also nicht an. Ist der sehr hoch, herrscht hier Land unter, fällt er etwa bis kurz vor dem Grenzwert, haben Paddler Mühe, in die Boote oder heraus zu kommen. Der Naturpark könne Schwimmstege jedoch nicht allein finanzieren, gibt Jan Lippke zu bedenken. Der bei Zaschendorf kostete über 10 000 Euro und wurde nicht gefördert. Bekäme eine Gemeinde die mögliche Höchstförderung von 90 Prozent, bliebe ein relativ geringer Eigenanteil. Zwar seien bei den meisten Kommunen die Kassen leer, doch vielleicht könnten die Kanu-Verleiher, die den größten Nutzen von intakten Ein- und Aussetzstellen hätten, mit ins Boot geholt werden, überlegt Lippke. Standorte, die in Frage kommen, gebe es mehrere.


Wasserwandern als ein Leader-Leitprojekt


Möglichkeiten zur weiteren Umsetzung des Wasserwanderlenkungskonzeptes über das Leader-Förderprogramm zeigte Kristin Hormann von der Landgesellschaft MV auf. Anträge könnten die Gemeinden stellen. Daher will die Naturparkverwaltung Gespräche mit denen führen, wo es zu sanierende Ein- und Aussetzstellen oder Wasserwanderrastplätze gibt. Wasserwandern im Warnow-Elde-Land wurde auf Initiative des Naturpark-Fördervereins als ein Leitprojekt bei der Leader-Aktionsgruppe registriert.




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