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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

25. September 2017 | 19:09 Uhr

Warin : Bei Sturmvögeln stimmt die Quote

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Für den Drachenbootverein Warin-Neukloster treten oft sogar mehr Frauen als Männer an. Am 5. August findet das eigene Rennen zusammen mit dem Strandfest statt.

von
erstellt am 13.Jul.2017 | 20:30 Uhr

Ihr Domizil an Land haben sie seit April vorigen Jahres rechts neben der Liegewiese des Strandbades. Den eingezäunten Unterstand bauten die „Sturmvögel“, die Mitglieder des Drachenbootvereins Warin-Neukloster, mit einem befreundeten Team aus Wismar selbst. Das hatte das Material geliefert und dann gleich mit angepackt, erzählen Constanze Jeschke, die wie wohl jede Frau mit dem Vornamen alle nur als Conny kennen, und Ehemann Peter Jeschke. Sie ist seit April 2016 die 1. Vorsitzende des Vereins, er als 2. Vorsitzender ihr Stellvertreter.

Zum neuen Quartier werde noch eine Kabeltrasse verlegt. Der Umzug dorthin wurde notwendig, nachdem das alte Funktionsgebäude am Großen Wariner See wegen eines von der Stadt geplanten Neubaus vor einem Jahr abgerissen wurde wie dahinter die Garagen aus DDR-Zeiten, an deren Stelle Baugrundstücke vorgesehen sind. Wenn das neue Strandhaus fertig ist, würden die „Sturmvögel“ gern dort mit unterkommen.


Teamkapitän seit Gründung dabei


Der 2004 gegründete Drachenbootverein, der als Fun-Team antritt, aber nicht bei Meisterschaften, zählt aktuell 34 Mitglieder, unter ihnen
20 Paddler plus Steuermann und Trommler. Von den Gründungsmitgliedern ist noch eines dabei – Teamkapitän Mario Dunkelmann. Was in diesem Metier selten sein dürfte: Es sind mehr Frauen als Männer. „Wir haben keine Probleme, die Quote zu erfüllen“, sagt „Conny“ Jeschke lachend. Meist müssten mindestens sechs Frauen im Boot sitzen. Ende Juli stehe das nächste Rennen in Güstrow an, am
5. August das eigene zusammen mit dem Strandfest in Warin. Dazu könnten sich gern weitere Teams anmelden (E-Mail: dbv-warin@gmx.de).

Der Großteil der Paddler komme aus Wismar, arbeite auch dort. Es seien die unterschiedlichsten Berufe vertreten, von der Krankenschwester bis zum Handwerker. Constanze Jeschke (31) arbeitet als Planerin im Naturschutzbereich, ihr Mann (30) betreibt ein Versicherungsbüro in Neukloster. Das Paar wohnt in Warin, zog aus der Nähe von Neuruppin der Arbeit wegen im Dezember 2012 nach Mecklenburg und trat knapp ein halbes Jahr darauf dem Drachenbootverein bei. Sie sei Trommlerin, habe als Paddlerin angefangen, doch Schulterprobleme hätten zum Umstieg im Boot geführt. „Jetzt taste ich mich langsam wieder rein“, sagt die 31-Jährige. Der oder die Trommler(in) sei zwar am lautesten zu hören, müsse sich jedoch nach dem Takt richten, den die Schlagleute in der ersten Reihe vorgeben. Chef im Boot sei der Steuermann. Der entscheide auch, ob das Team hinaus fährt oder es bei Trockentraining an Land bleibt. Zu viel Wind könne für das schmale Boot gefährlich werden, erst recht, wenn es nur wenig besetzt sei. Zehn bis zwölf Leute gehörten zum harten Kern, der fast immer beim Training sei. Mitunter seien es aber auch weniger, die sich dann umso mehr anstrengen müssten. „Wir sind schon zu fünft herausgefahren. Das war der Tiefstand, und dann muss das Wetter mitspielen. Das ist aber wirklich die Kotzgrenze“, wie Peter Jeschke in der Sportlersprache sagt. Ins Wasser gefallen sei bislang niemand und dazu müsse es auch künftig nicht kommen.

Das Training immer freitags ab 18 Uhr sei auf Wunsch des Teams „strukturierter“ geworden, sagen Jeschkes. Nach einer Erwärmung gehe es für ein bis anderthalb Stunden auf den See. Wer Interesse habe, könne gern vorbei kommen, ermuntert das Paar. Erstmals sei auch im Winter trainiert worden; weil die Sporthalle in Warin besetzt gewesen sei, in der in Ventschow.

Der Altersdurchschnitt der Mitglieder liege zwischen Anfang und Mitte 40. Lediglich zwei seien unter 27. Das sei die Grenze, bis zu der es eine Förderung durch den Landessportbund gebe. In Verbindung mit dem Haus der Zukunft, mit dem Trainingsstunden zum Schnuppern vereinbart wurden, hoffen die Paddler auf jüngeren Zuwachs. Seit Anfang Juni habe der Verein, unter dessen Mitgliedern es vier Paare gebe, das erste Sturmvogel-Küken, aber bis das paddeln könne, vergehe zu viel Zeit.

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