Brüel : Bei sechs Grad warmem Wasser in den Roten See

Roter-See-Eisbader  mit und ohne Zipfelmütze. Fotos:  Ines Engelbrecht
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Roter-See-Eisbader mit und ohne Zipfelmütze. Fotos: Ines Engelbrecht

Das Winterbaden vor Weihnachten in Brüel hat schon Tradition.

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26. Dezember 2013, 09:00 Uhr

Um zwei Grad hat das Wasser im Roten See von Montag bis Sonntag noch mal zugelegt. Peter Krüger zieht das Thermometer aus dem Wasser und schaut drauf. „Das kann doch gar nicht sein, wie geht das“, schüttelt der Pächter den Kopf. Er hatte wieder zum traditionellen Winterbaden vor Weihnachten eingeladen. Der bereitstehenden Badezuber dampfte und das Wasser sprudelte. Auch der Sekt und die Getränke für die Kinder standen auf einem Brett parat. Unterm Lichter geschmückten Tannenbaum im See befand sich ein Kunststoffsofa, auf dem ein unechter Weihnachtsmann auf die Schwimmer wartete. „Diesmal war der Tannenbaum auf der Plattform nicht so weit draußen. Etwa 15 bis 20 Meter, das war gut und man hat es gut geschafft, hin zu schwimmen“, sagte Florian Palm. Der 13-Jährige war zum ersten Mal beim Winterbaden dabei. Die fast gleichaltrigen Jungen Kendrick Samland und Tom Grap sprangen auch hinein. Zwar anfangs noch etwas zaghaft, aber beim zweiten Kaltwassergang doch entschiedener. Die Jungen waren bereits vor zwei Jahren dabei. „Sie sind aber keine Eisbader. Das ist eine Ausnahme und sie machen das heute nur aus Spaß. Mein Mann Frank ist auch wieder mit dabei“, meinte Jana Samland. „Wir sind deswegen extra aus Schwerin hergekommen. Am Roten See sind wir des Öfteren, auch im Sommer zum Zelten. Es ist einfach schön hier“, fügte Diana Grap an, deren Mann Andreas ebenso ins kühle Nass stieg.

Einige der Badefreudigen hatten sich rote Nikolausmützen aufgesetzt, als sie in den Badezuber stiegen und die wohlige Wärme genossen. „Vor acht oder neun Jahren haben wir mit dem Winterbaden begonnen. Die Badtonne habe ich mir vor drei Jahren erstmals aus Dobbertin geholt“, erzählte Krüger. Er sorgte auch dafür, dass der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) vor Ort war. „Zum Eisbaden sind wir das erste Mal hier, aber zu Abendveranstaltungen engagiert Peter Krüger uns das ganze Jahr über und in den Sommermonaten zur Badesaison sichern wir hier auch ab“, erklärte Rettungssanitäter Philipp Reich, der mit Rettungsschwimmer Hans-Jürgen Bütow vor Ort war.


Brüeler Willi Meyer steigt seit 30 Jahren ganzjährig in den See


Seit über 30 Jahren hat sich Willi Meyer dem ganzjährigen Baden verschrieben. „Ich laufe meine Runden und gehe zwei- bis dreimal wöchentlich kurz in den Roten See, ziehe mich an und laufe weiter“, so der Brüeler. Auch die Sternbergerin Sylvia Ihlenfeldt schwamm wieder mit. Sie war vor 13 Jahren in der Teilnehmergruppe dabei, die unter Dr. Siegfried Wiesner und Bruno Pischel im Winter in den Luckower See stiegen. Hier findet am 31. Dezember um 15 Uhr das Sternberger Neujahrsbaden statt.

„Das ist richtig toll hier. Wir haben davon erfahren und im Internet nachgeschaut, sind heute extra angereist, hatten aber leider keine genaue Uhrzeit. So sind wir schon seid Vormittag hier. Wir waren auch schon zweimal im Wasser, durften in den Badezuber eintauchen und werden mit Sicherheit unseren Clubkameraden davon berichten“, sagte Frank Zerbe von den „Rostocker Seehunden“. Er war mit Rüdiger Lesener an den Roten See gereist und beide waren von der Krügerschen Aktion begeistert. „So etwas gibt’s nicht mal an der Ostsee. Ich hatte das Gefühl, als ob der See kälter ist als die Ostsee. Aber es hat uns wirklich sehr gut gefallen und wir werden wiederkommen“, fügte Lesener an. Der Rostocker Verein hat über 80 Mitglieder aus ganz Mecklenburg-Vorpommern, kannte aber den Roten See nicht.







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