Bei Schiet-Wetter beißt kaum ein Fisch

Sieger wurde Hendrik Stoll (M.) mit zwei Hechten und zwei Barsche, Zweitplatzierter Eckhard Ohms (l.) und Drittplatzierter Knud Wiechmann. Ines Engelbrecht
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Sieger wurde Hendrik Stoll (M.) mit zwei Hechten und zwei Barsche, Zweitplatzierter Eckhard Ohms (l.) und Drittplatzierter Knud Wiechmann. Ines Engelbrecht

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24. September 2012, 06:33 Uhr

Brüel | Dunkle Wolken zogen über den Roten See und es regnete. So startete am Sonnabend das diesjährige Abangeln des Vereins Roter See in Brüel. "Das diesjährige Angeljahr war sehr verhalten", sagte Karsten Löwe. Er hat seit Januar den Vorsitz inne. "Wir hatten viel Regen zu verzeichnen. Die Beteiligung an Veranstaltungen war recht gut. Nur heute hätte sie etwas besser sein können, da die Organisation doch immer recht aufwändig ist. Wir sind 166 Mitglieder, inklusive Kinder und Jugendliche. 20 Angler sind heute gekommen", resümierte er. Hecht, Aal, Barsch, Plötz, Brachsen, Schlei, Spiegel- und Graskarpfen holten die Petrijünger während der Saison aus den Vereinsgewässern.

Am Sonnabend angelte Hendrik Stoll zwei Hechte, die etwas über 50 Zentimeter maßen, sowie zwei Barsche. Damit brachte das meiste Fischgewicht auf die Waage und belegte Platz eins. Der 33-Jährige stammt aus Brüel, wohnt jetzt in Crivitz. Die Brüeler Eckhard Ohms und Knud Wiechmann belegten Platz zwei und drei und nahmen ebenfalls ihre Gutscheine für Angelzubehör entgegen. Auch Vorstandsmitglied und Gewässerwart im Regionalverband Fred Käther hatte nur einen Blei von 280 Gramm am Haken. Der Fisch hat viele Gräten, sagte er, aber sollte noch an diesem Tage in der Pfanne landen.

"Bei Nordwind, so wie heute, das ist kein Angelwetter", sagte Wilhelm Kubat. "Wenn das Wetter ständig wechselt, der Wechsel von Hoch zu Tief kurzfristig umschlägt, da ist die Beißlust der Fische nicht so groß. Kontinuierliches Wetter, das mögen die Fische. Ansonsten ziehen sie sich immer weiter in die Tiefen der Gewässer zurück", weiß der Angelsenior. Im Winter, wenn die Seen zugefroren sind, nutzt er die offenen Fließgewässer der Flüsse. Auch er holte am Abanageltag nichts aus dem Wasser.

Fast hätte Torben Kubsch einen Hecht gefangen, der rutsche vom Haken und flutsche zurück ins Wasser. Der 12-jährige Brüeler angelt seit seinem achten Lebensjahr. Der Junge hatte sich in warme Kleidung gehüllt, die noch aus alten Armeebeständes stammt. Er begleitete früher seinen Vater Klaus-Dieter Kubsch. Der ist zwar kein Vereinsmitglied und wirft keine Angelrute aus, aber er unterstützt seinen Sohn. So wie beim Auseinandertüdern der Angelschnur.

Auf dem Steg, bei der Badestelle am Blockhaus, zog Henning Seick seinen einzigen an diesem Tag geangelten Barsch aus dem Wasser. Er ist im Verein auch für die Wartung der drei Boote zuständig, die sich verteilt auf den fünf Vereins-Gewässern befinden. Seit 1961 ist der 71-jährige Petrijünger Mitglied im Angelverein in Brüel. "Ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen und die haben gerne Fisch gegessen. Als Jungs haben wir uns an Stöcken Angelschnur befestigt und sind zum Angeln gegangen. Ein paar Meter Schnur bekamen wir bei Kaufmann Holz in der Schulstraße zu kaufen", erinnert er sich lachend. Da war das mit dem Angeln alles noch ein bisschen einfacher. Heute kann man im Alter von zehn Jahren einen Angelschein erwerben. Das Alter soll allerdings auf 14 Jahre erhöht werden, so Vereinschef Löwe. Das findet er auch richtig und steht mit seiner Ansicht nicht alleine da, weil die Prüfung mit den 80 Fragen doch nicht so einfach ist. Immerhin gilt der Angelschein in Mecklenburg-Vorpommern dann ein ganzes Anglerleben lang.

Das Angeln für Touristen ohne Fischereischein findet der 44-Jährige nicht in Ordnung und begrüßt es, wenn das wieder abgeschafft wird. Das findet auch René Döbel. Er ist seit 36 Jahren Mitglied und im Verein als Gewässerwart zuständig für die Regulierung des Fischbestandes, die Gewässerpflege und anliegende Reparaturen an Stegen. Mit seinen 4,5 Hektar Fläche und einer Tiefe von etwa acht Metern ist der Rote See Namensgeber des Angelvereins und das Angel-Hauptgewässer. Ende September findet immer das traditionelle Abangeln am Roten See statt. Im Mai beginnt dann mit dem Anangeln wieder die Saison.

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