Gemeinde Kobrow : Bei den neuen Straßennamen sollen alle mitreden

Vollbesetzt war der Gemeinderaum bei der Bürgerversammlung in Kobrow.
Vollbesetzt war der Gemeinderaum bei der Bürgerversammlung in Kobrow.

Dorfstraße gibt es in der Gemeinde Kobrow gleich viermal. Letztes Wort hat die Gemeindevertretung

svz.de von
21. März 2016, 12:00 Uhr

Es geht eigentlich nur um vier neue Straßennamen – doch in der Gemeinde Kobrow und ihren Ortsteilen schlagen die Wellen hoch. „Das ist eine total emotionale Geschichte“, schätzt Bürgermeister Olaf Schröder die Lage ein. Um der siebenköpfigen Gemeindevertretung das Stimmungsbild der Einwohner zu vermitteln, hatte er eigens in der Mehrzweckhalle eine Bürgerversammlung anberaumt. Vier Ortsteile – viermal eine Dorfstraße. Aber welche wo genau ? Das Meldesystem stellt neuerdings zuerst auf die Postleitzahl, dann auf den Namen der Gemeinde und danach auf den einzelnen Ortsteil ab. Bei Rettungsdiensten, Feuerwehr, Lieferanten oder Versorgern stiftet dann das mehrfache Vorhandensein einer Dorfstraße offenbar Verwirrung, kann wertvolle Zeit kosten. „Die Zahl der Ortskundigen bei der Schweriner Rettungsleitstelle hat sich durch den Generationswechsel deutlich verringert“, weiß Schröder.

Im Ortsteil Wamkow scheint die Lage sonnenklar. „Eichenstraße“ soll dort die Dorfstraße künftig heißen, wenn es nach dem mehrheitlichen Willen der Einwohner geht. Im Ortsteil Stieten wird eine „Hofstraße“ als Namensersatz favorisiert, im Ortsteil Kobrow II ein „Kiesweg“. Die meisten Vorschläge – nämlich mindestens zehn – kommen aus Kobrow I, „weil da die meisten Anwohner von einer Namensänderung betroffen sind“. Deshalb könne diese Dorfstraße aber doch, so ein Vorschlag aus der Versammlung, ihren Namen sehr wohl beibehalten. Personalausweis ändern, Energieversorger, Telefonunternehmen, Versicherungen, Krankenkasse, Hausbank, Energieversorger oder Lieferanten informieren – diese Liste ist längst nicht vollständig. „Wir Bürger werden mit unseren Sorgen allein gelassen“, war als massiver Vorwurf aus der Versammlung zu vernehmen. „Und außerdem bleiben wir auf den entsprechenden Kosten sitzen.“ Es fehle ein Leitfaden für die notwendigen Schritte, die mit einer Adressenänderung zusammenhängen. Deshalb sei Nachbarschaftshilfe gefordert, schlugen etliche Bürger vor.

Derweil machte die Liste mit den Namensvorschlägen die Runde, um seinen Favoriten ankreuzen zu können und das Meinungsbild zu aktualisieren. „Das letzte Wort hat die Gemeindevertretung“, betont Olaf Schröder abschließend. 

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