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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. November 2017 | 07:03 Uhr

Sternberger Tafel : Bedürftigkeit bei Kindern konstant

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Sternberger Tafel blickt auf elf Jahre zurück: Die Zahl der Abholer ist rückläufig, doch der Anteil Minderjähriger bleibt hoch. Der Aufwand zur Erfassung der Lebensmittel ist stark gestiegen.

von
erstellt am 08.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Zur gewohnten Zeit am Donnerstag kamen 114 Abholer zur Sternberger Tafel. Mal zweieinhalb gerechnet, ergibt sich in etwa die Zahl derer, denen gegen einen symbolischen Obolus mit gespendeten Lebensmitteln geholfen wird, wieder eine Woche über die Runden zu kommen. Und gestern, tags darauf, zog die Sternberger Tafel im Vereinshaus Bilanz über die elf Jahre ihres Bestehens.

Begonnen im März 2005, fanden in dem Jahr an 43 Ausgabetagen 5100 Abholer den Weg zur Tafel. 2009 waren es mit 8740 so viel wie nie. In dem Jahr wurden erstmals die Kinder extra erfasst. Ihr Anteil
betrug fast 30 Prozent, im Jahr darauf sogar darüber. Seit 2012 gehe die Zahl der Abholer zurück, sagte der Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins, Bruno Pischel, bis zum Vorjahr um knapp ein Drittel auf 12 276 (2011: 17 856). Gleich geblieben sei allerdings der Anteil der Kinder. Er machte in den beiden zurückliegenden Jahren 29,7 Prozent aus.


Von Tafel-Camp bis Paddeltour


„Das bedeutet, dass wir uns ganz besonders um sie kümmern müssen“, so Pischel. In der ersten Woche der Sommerferien finde in Bolz wieder das beliebte Tafel-Camp statt. Ein Höhepunkt sei ebenso die jährliche Paddeltour mit rund 25 Kindern auf der Warnow. Dafür stelle das Kanucamp in Sternberger Burg für einen Tag kostenlos Boote bereit. Abc-Schützen erhielten zu ihrem Schulstart ein kleines Begrüßungsgeschenk. Und die von der Bundestagsabgeordneten Karin Strenz gesponserte Theaterfahrt, die diesmal nicht zum gewohnten Zeitpunkt stattfand, werde nachgeholt. Strenz und die Landtagsabgeordnete Barbara Borchardt unterstützen die Tafel zudem mit Schecks, die gestern übergeben wurden.

Mit der Zahl der Abholer habe sich auch die Menge der erfassten Lebensmittel verringert. In Tonnen ausgedrückt: von 120 im Jahre 2012 auf 65 2015. Allerdings sei der Aufwand, die Produkte zusammenzubekommen, kräftig gewachsen, stellt Pischel gegenüber. Das verdeutlichten die Kilometer des Tafel-Fahrzeugs, die im Vorjahr mehr als 42 000 erreicht hätten (2012: 33 744). So müsse zu einem guten Partner bis Valluhn an der A 24 gefahren werden. Zum Glück habe sich der Sternberger Verein dank einer über den Bundesverband der Tafeln ausgeschriebenen Projektförderung im Rahmen der Lidl-Pfandspendenaktion im Mai 2015 ein jüngeres Kühlfahrzeug kaufen können. Mit großem Einsatz werde die Ausgabe der Lebensmittel vorbereitet und donnerstags durchgeführt, zollt der Tafel-Vorsitzende denen, die Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) leisten, wie den ehrenamtlichen Helfern Anerkennung. Der Verein habe gegenwärtig rund 30 Mitglieder, die Helfergruppe um die 20.

Erst neu dabei seit Monatsanfang ist Mirko Gayk für ein Jahr im Bufdi. Sein erster Eindruck: „Es macht Spaß, das ist die Hauptsache. Die Kollegen sind nett.“ Und mit der Arbeit werde vielen geholfen. Der junge Mann aus Sternberg kümmerte sich gestern beim Flohmarkt um den Bücherstand. Als Bufdi bei der Tafel habe er sich beworben, nachdem seine Mutter, die das wie die Tante schon länger mache, sein Interesse geweckt habe.

Zu dem kurzweiligen Vormittag trug die Sternberger Förderschule mit einem kleinen Programm bei. Zur Einleitung besangen die Mädchen und Jungen die Tafelbäckerei. Musiklehrerin Sabine Schürer hatte das Lied von der Weihnachtsbäckerei umgedichtet. „Das sitzt zwar besser, aber bei der kurzen Zeit zum Üben hat es gut geklappt“, meinte sie.

Mit Gesprächen bei Kaffee und Kuchen oder einem Imbiss aus der Gulaschkanone der Freiwilligen Feuerwehr Sternberg klang die Feier zum elften Geburtstag der Tafel aus.

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