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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

14. Dezember 2017 | 11:14 Uhr

Sternberger Burg : „Be Haus ung“ und das Leben darin

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Ein Besuch in Sternberger Burg bei der aus Bernitt stammenden Malerin Grit Gürtler und ihrem Lebensgefährten Kai Ramin.

von
erstellt am 13.Jun.2014 | 07:13 Uhr

Räume sind weit mehr als nur in Stein gefasste Hüllen menschlicher Fingerabdrücke auf Mutter Erde. Die Behausungen sagen viel übers Dasein der hier Lebenden aus. Künstlerisch umgesetzt, wird aus Behausung dann der Titel „Be Haus ung“.

So geschehen bei der aus Bernitt bei Bützow stammenden Malerin Grit Gürtler, die seit dreieinhalb Jahren mit ihrem Lebensgefährten Kai Ramin sowie den vier Kindern im ehemaligen Gutshaus von Sternberger Burg lebt und arbeitet. Zusammen ist das Paar seit sieben Jahren, zuvor war der studierte Erziehungswissenschaftler um die Jahrtausendwende als Globetrotter in der Welt unterwegs. Im südlichen Afrika sowie u.a. in Peru, Bolivien, Nepal und Indien. Gemeinsam weilten die beiden später in Marokko und Grit Gürtler träumt davon, „einmal auch gemeinsam nach Nepal zu reisen“.

Gürtler hat die Bilder der Globetrotter-Tour ihres Mannes mit Passepartout sowie Rahmen versehen und über Pfingsten dem interessierten Publikum zugänglich gemacht. „Meine Frau ist die Künstlerin“, betont Ramin. Sie selbst bezeichnet sich als „experimentierfreudig. Ich mag es nicht ganz abstrakt, aber auch nicht so gegenständlich. Gemischt, das ist gut so.“

In den Lehm verputzten Gutshausräumen hängen Ramins Bilder unter dem übergreifenden Titel: „Wie leben andere Menschen? Wo leben andere Menschen? Fühlen sie sich wohl?“

So hielt er seine Eindrücke im Zigmillionen-Einwohner-Molloch Kalkutta fest, erlebte hautnah die dortige Armut vieler, die er in die Worte fasste: „Wenn man auf den Bordstein tritt, muss man aufpassen, nicht bei einem anderen ins Wohnzimmer zu treten. Wer nichts hat, der lebt da, wo er sich gerade befindet.“ Und wenn die
„Be Haus ung“ der Bordstein einer der unzähligen Straßen der Stadt am Ganges ist.

Anders als die Fotos sind die Gürtlerschen Bilder überwiegend neueren Datums. Viele von 2014. So auch die gänzlich in Rot gehaltene Serie im Flur des Gutshaus-Obergeschosses. Mit der Thematik „Mutter + Tochter“, „Vater + Sohn“ oder „Wir Familie“… Bei Letzterem haben sich alle Familienmitglieder mit ihren Händen drauf verewigt.

Beim Bild „Vater + Sohn“, die Idee kam Grit Gürtler ganz spontan, als Ramin den jüngsten Sohn im Arm hielt, fertigte die Malerin davon erst einmal eine Bleistift-Zeichnung an. „Doch das sah kitschig aus. Also wurde diese mit Acryl und Öl übermalt.“ Mit dem Spezialeffekt, da beide Farben unterschiedlich trocknen.

Im angrenzenden Kinoraum – „wir haben keinen Fernseher“ (Gürtler) – ging es um künstlerisch umgesetzte runde und eckige Häuser. Weiter im Rundgang war man bei Schnecken-Motiven angelangt – auch das eine Form der Behausung, versehen mit folgendem Sinnspruch: „Immer bei sich sein, immer zu Hause sein, immer das Haus dabei haben, aber ist leider nur eine Single-Unterkunft“    („Die Schnecke“).

Ein Schneckenhaus ist die „Be Haus ung“ in Sternberger Burg wahrlich nicht. Vielmehr eine Stätte voller Ideen, bei der die Arbeit im und am Haus nie ausgeht. Und für Trubel sorgen schon die vier Kinder…

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