Woserin : Bautechnik an zwei Stellen zugleich

Das Aufnehmen der Pflastersteine in der Woseriner Lindenstraße wird voraussichtlich heute abgeschlossen. rüdiger rump
1 von 3
Das Aufnehmen der Pflastersteine in der Woseriner Lindenstraße wird voraussichtlich heute abgeschlossen. rüdiger rump

Große Belastung für die Anwohner: In der Woseriner Lindenstraße wird das Pflaster aufgenommen, auf dem Abschnitt zur B 192 entsteht bereits der Unterbau für den Asphalt.

von
12. September 2012, 10:07 Uhr

Woserin | In der Lindenstraße poltert es seit Tagen. Mitarbeiter vom Straßen- und Tiefbau Bützow nehmen hier die Pflasterung auf. Die völlig unterschiedlich großen Steine gleiten scheppernd von der Baggerschaufel auf die Ladefläche des Kippers, um zum Zwischenlagerplatz transportiert zu werden. Heute, so rechnen die Bauleute, wollen sie damit fertig werden. Dann geht es umgehend an die Entwässerung. Der Bützower Betrieb erhielt den Auftrag zur Erneuerung der Straße samt Entwässerung, Bordsteinen, Gehweg und Beleuchtung in der Ortslage. Die Lindenstraße wird teils asphaltiert, im denkmalgeschützten

Bereich vom Pfarrhaus bis zum Abzweig Hohenfelde aber mit alten Steinen gepflastert, die außerorts aufgenommen wurden. Das ist das Ergebnis einer mehr als zehn Jahre dauernden Kontroverse. Der Verein zur Sanierung und Erhaltung der Woseriner Pflasterstraße e.V. hatte sich vehement dafür eingesetzt, das historische Straßenbild zu bewahren, und dazu selbst den Petitionsausschuss des Landtags eingeschaltet, der daraufhin vor Ort vermittelte (wir berichteten).

Für die Woseriner Einwohner weniger geräuschvoll, nicht nur wegen der größeren Entfernung, wird gleichzeitig an der Straße zwischen dem Dorf und der Bundesstraße 192 gearbeitet. Hier bringt die Firma Immig Bau Müritz, die für ein zweites Los den Zuschlag erhielt, gerade den Unterbau ein, zunächst eine 23 Zenti meter dicke Schicht zum Frostschutz. Darauf kommen eine Schotter lage und dann der Asphalt.

Für die Woseriner Bürger sei es derzeit eine große Belastung, meint ein Anwohner, der sein Ferienhaus im Dorf hat. Er hoffe auf zügige Bauarbeiten. Einmal müssten die schließlich gemacht werden. Mit gegenseitigem Verständnis und gutem Willen funktioniere das auch. Er finde es gut, dass die Straße erneuert wird. Und jene, "die oben die Pflasterstraße behalten wollen, behalten sie", sagt der Mann. Es sei eine vernünftige Lösung gefunden worden. Zählen müsse die Meinung derjenigen, die in Woserin ihren Lebensmittelpunkt haben, und nicht die von denen, die gelegentlich von weither anreisten, um das Wochenende oder einige Ferientage zu verbringen.

"Wie unsere Altvordern so eine Straße gebaut haben, ist einfach Wahnsinn", meint der Mann anerkennend. Aber nun sei die Zeit für ihre Erneuerung da. Freilich sehe er auch Gefahren angesichts immer größer und schneller werdender Landmaschinen. Doch ob künftig gerast wird und wie große Fahrzeuge aneinander vorbei kommen, bleibe abzuwarten.

Die Vollsperrung des Abschnitts zwischen Woserin und der B 192 in Neu Woserin wird voraussichtlich bis Ende diesen Monats andauern, hat Planer Rolf Hilgenstock angekündigt. Die Lindenstraße in Woserin sei angesichts des deutlich höheren Arbeitsaufwands bis Ende November gesperrt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen