Blankenberg : Baustelle wechselt auf Brüeler Seite

Mit sprühenden Funken werden die Schienenstränge in kurze Abschnitte geteilt, um aufgenommen werden zu können. Gestern begannen am Bahnübergang in Blankenberg die Arbeiten auf Brüeler Seite. Das Gleis führt nach Sternberg und wird derzeit nur von EcoMotion genutzt.
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Mit sprühenden Funken werden die Schienenstränge in kurze Abschnitte geteilt, um aufgenommen werden zu können. Gestern begannen am Bahnübergang in Blankenberg die Arbeiten auf Brüeler Seite. Das Gleis führt nach Sternberg und wird derzeit nur von EcoMotion genutzt.

Der Blankenberger Bahnübergang ist von Warin aus wieder befahrbar, dafür der aus der Gegenrichtung voll gesperrt. Anfang Juni wird die Deckschicht aufgebracht.

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23. April 2015, 21:10 Uhr

Auf dem Bahnübergang für die Hauptstrecke wurde gestern die so genannte Asphalt-Binderschicht eingebaut. Damit ist dieser Teil des Blankenberger Bahnübergangs erst einmal befahrbar. Allerdings nur bis zum Parkplatz vor dem Bahnhof, denn ab heute ist der auf Brüeler Seite voll gesperrt, so dass die weiträumige Umleitung für die Bundesstraße 192 weiterhin gilt. Der Parkplatz ist nun für Pkw und Bus von Warin aus erreichbar. Bahnreisende, die mit dem Auto aus Richtung Brüel kommen, müssen das diesseits in Blankenberg abstellen und gelangen zu Fuß über die Baustelle zum Bahnsteig. Diese Regelung ist bis zum 30. April vorgesehen.


Einen Monat lang Gleise richtig unter Last
 

Die Arbeiten liegen bestens im Zeitplan, sagen die Bauleiter. Rüdiger Gruhl von der Bahnbaugruppe, Oberbauleitung Knappenrode in der Lausitz, ist für den Gleisbau zuständig, Horst Krumrey von KSG-Bau Lampertswalde bei Meißen, für den Tiefbau. Im Zuge der Installierung einer modernen, rechnergesteuerten Schrankenanlage für beide Übergänge wird auch der Bahnkörper in dem Bereich auf 40 bis 50 Metern komplett erneuert, von den Schienen und Schwellen bis in den
Unterbau des Gleisbetts. Das bekommt zur besseren Stabilität eine Planum-Schutzschicht. Der Untergrund sei zwar nicht problematisch, doch die Projektplaner wollten auf Nummer sicher gehen, erklären die Bauleiter.

Ende Mai/Anfang Juni wird noch einmal eine Vollsperrung der Bundesstraße für knapp eine Woche nötig. In der Zeit werden alle Gleise erneut gestopft, wie der Fachmann sagt. Bei diesem Belastungsstopfgang nimmt die Maschine das Gleis 15 bis 20 Millimeter hoch und stabilisiert die Unterlage noch einmal, nachdem einen Monat lang der Zugverkehr darüber gerollt ist, die Gleise unter Last richtig in Betrieb waren und sich alles gesetzt hat. „Es müssen etliche Tonnen Last drüber gejagt werden“, so Horst Krumrey in seinem freundlichen sächsischen Dialekt. Jedes Gleis werde drei Mal gestopft, fügt Rüdiger Gruhl hinzu. Und an den Weichen gibt es noch einen Anpassungsstopfgang. Zum Abschluss werden Anfang Juni die Asphaltdeckschicht und die Markierung aufgetragen. Die neue Schrankenanlage gehe etwa Ende Juli in Betrieb. Die Kabel seien bereits gezogen. Dann erfolge auch der Abbau der alten Schranken samt der Andreaskreuze.

Die Bautrupps in Blankenberg gehörten zu den wenigen Nutznießern des aktuellen Bahnstreiks: Weil bedeutend weniger Züge fuhren, besonders im Güterverkehr, musste die Arbeit nicht so oft unterbrochen werden. „Bei einer Durchfahrt ist Pause, Sicherheit hat oberste Priorität“,
betont Gruhl. Obwohl sie nichts mit den Streiks zu tun hätten, seien die Bauleute „auch schon beschimpft worden“, sagt Gruhl. „Da fallen so einige unpassende Worte.“ Ähnlich sei es gewesen, wenn Kraftfahrer die Sperrschilder überall im Umkreis nicht gesehen hatten oder sehen wollten und versuchten, den Bahnübergang doch irgendwie zu passieren. „Und das waren nicht nur Pkw“, hat Krumrey festgestellt. Aber das sei überall so. „Und selbst wenn die Straße nur halbseitig gesperrt ist oder gar nicht, weil am Rand gearbeitet wird, hat sich der Autoverkehr manchmal in einer Woche verdoppelt, weil die Leute sehen wollen, was da gemacht wird“, so Krumrey.

Von Sternberg nach Warin sind es knapp 20 Kilometer, der Schleichweg durch den Wald hat etwa die gleiche Länge, die Umleitung über Cambs, Ventschow, Bibow aber exakt 44,5 km, wie wir getestet haben. Noch eine Woche ist Geduld gefragt.

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