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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. Oktober 2017 | 17:06 Uhr

Trenntsee : Baumfällungen in Naturschutz-Gebiet

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Loizerin Lydia Steuber erstattete Anzeige bei der zuständigen Behörde. Gefällte Gehölze Bestandteil eines geschützten Biotops

von
erstellt am 01.Okt.2016 | 16:00 Uhr

Lydia Steuber aus Loiz rief am „Heißen Draht“ an und machte ihrem Ärger Luft, dass am Trenntsee Mitte September „umfangreiche Baumfällungen durch Landwirt Torsten Redmann stattfanden. Es betraf Weiden und Roterlen. Dabei handelt es bei dem Feuchtbiotop um ein FFH-Gebiet und Vogelschutzgebiet“, so Steuber. Bayerische Urlauber hätten die Baumfällungen entdeckt. „In Funktion als anerkannter Naturschutzwart ist es meine Pflicht, solchen Aussagen nachzugehen“, betont Steuber, die hinzufügt: „Der Umstand ist so gravierend, …, da kann nicht mal ansatzweise ein vorgetragenes Argument akzeptiert werden, warum er diesen verbotenen Eingriff vorgenommen hat, zumal ein langjähriger Landwirt um all die Belange des Natur- und Biotopschutzes, des Schutzes von Uferzonen und das auch noch in einem FFH-Gebiet und Vogelschutzgebiet weiß und wissen müsste“.

Landwirt Torsten Redmann war trotz mehrfacher Versuche für SVZ nicht erreichbar.

FFH-Gebiete sind spezielle europäische Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen wurden und dem Schutz von Pflanzen (Flora), Tieren (Fauna) und Habitaten (Lebensraumtypen) dienen.

Weiden müssen immer wieder von Zeit zu Zeit als Pflegemaßnahmen geköpft werden. Doch das darf wegen des Vogelschutzes erst ab dem 1. Oktober erfolgen. Zudem müssen Arbeiten im FFH-Gebiet vorher bei der Unteren Naturschutzbehörde des jeweiligen Landkreises, in dem Falle beim LK Ludwigslust-Parchim, beantragt werden. „Das ist nicht erfolgt“, so Maria Sevecke, bei der Unteren Naturschutzbehörde die Ansprechpartnerin fürs Amt Sternberger Seenlandschaft und zuständige Ansprechpartnerin in Sachen „Eingriffsregelung/Gehölzschutz/Biotopschutz“.

Lydia Steuber, die Gemeindevertreterin in der Gemeinde Witzin ist, zu der der Ortsteil Loiz gehört, erstattete Anzeige bei der Unteren Naturschutzbehörde. Am 22. September sah sich Sevecke die Sache vor Ort an. Auf SVZ-Nachfrage erklärte diese jetzt, „dass die Weiden teilweise fachgerecht geköpft wurden, im Biotop aber auch teilweise komplett abgenommen worden sind“. Zudem verwies Maria Sevecke darauf, dass der Grenzverlauf in dem Gebiet kompliziert sei.

Gestern teilte Landkreispressesprecher Andreas Bonin auf SVZ-Anfrage mit: „Der Unteren Naturschutzbehörde wurde am 15. 9. 2016 angezeigt, dass am Uferbereich des Trenntsees (Badestelle bei Loiz) umfangreiche Baumfällarbeiten durchgeführt wurden. Eine Vorortkontrolle am 22. September hat gezeigt, dass mehrere Roterlen und Weiden des Ufergehölzes gefällt wurden. Die gefällten Bäume waren Bestandteil eines gesetzlich geschützten Biotops.“

Zudem liege die betroffene Fläche im Landschaftsschutzgebiet „Mittleres Warnowtal“. Bonin: „Dem Verursacher wurde Vorort die Weiterführung der Maßnahmen untersagt. Die weitere Untersuchung/Aufklärung des Sachverhaltes, im Rahmen eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens, wurde eingeleitet.“

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