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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

17. Dezember 2017 | 09:10 Uhr

Sternberg : Bauleute drücken auf Tempo

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Beim Nahversorgungszentrum in Sternberg gibt es Zeitverzug durch extrem schwierigen Baugrund. Die Eröffnung erfolgt voraussichtlich im Dezember.

von
erstellt am 22.Aug.2017 | 21:00 Uhr

Die ersten beiden Seitenwände nehmen Gestalt an, sind von der Straße aus zu sehen. Was hier vorher schon massenhaft an Beton verbaut wurde, lässt sich dagegen nur erahnen. An vielen Stellen ragt Bewehrung heraus. Die Wände wurden mit schweren Jumbo-KS-
Blöcken, so ihre fachliche Bezeichnung, gemauert. Bei deren Größe trifft das Wort „Jumbo“ vollauf zu. KS steht für Kalksandstein.

Die Baugerüste reichen noch höher. „Es ist schon gewaltig, wenn man überlegt, bis wann alles fertig sein soll“, sagt Bauleiter Michael Hüge von der IGB Construct GmbH & Co. KG. aus Wismar. Der Betrieb für Industrie- und Gewerbebau ist Generalauftragnehmer bis zur Schlüsselübergabe für das neue Sternberger Nahversorgungszentrum in der Goethestraße. Die verschiedenen Gewerke sind an eine Reihe von Nachunternehmen vergeben. Die kämen überwiegend aus der Region oder nur wenig darüber hinaus, so Hüge. Den Rohbau für den Edeka-Markt mache das Baugeschäft Michael Kunst aus Mustin, den für den Aldi-Markt die Firma Hermann Schütt Hoch- und Tiefbau Schwerin.


Anfang September Fertigteile und Dach


Die beiden Wände, die schon stehen, gehören zum künftigen Aldi-Markt. Hier wird nicht mehr viel gemauert. Nachdem die Betonbinder an ihrem Platz sind, geht es in der zweiten Septemberwoche mit Fertigteilen weiter und dann gleich mit dem Dach aus Trapezblech sowie mit Fußboden und Verblendarbeiten. Sei erst einmal dieser Baufortschritt erreicht, geschehe alles sehr schnell, verändere sich das äußere Bild beinahe täglich, weiß der Bauleiter aus Erfahrung. „Da greift ein Zahnrad direkt ins andere. Das Zusammenwirken der Firmen funktioniere gut. „Wir kennen uns von anderen Objekten“, sagt Hüge. Jahrelange Zusammenarbeit sei wichtig und zahle sich aus, gerade wenn die Zeit im Nacken sitze.


Bei Pfahlgründung bis zu 20 Meter tief


Es gebe Bauverzug durch den extrem schwierigen Untergrund im Bereich des Edeka-Marktes. „Wir haben nicht die Tragfähigkeit vorgefunden, wie wir sie brauchten.“ Die Gründungsarbeiten seien deshalb aufwändiger geworden und hätten mehr Zeit gekostet als gedacht. „Bei der Pfahlgründung mussten wir in tiefere Lagen, bis zu 20 Meter in die Erde. So geriet alles weitere ins Stocken“, erklärt der Bauleiter. Die Torfschichten hätten eine Mächtigkeit von sechs bis acht Metern. Das Gebäude reiche dort ein Stück in den Bereich hinein, in dem das kleine Wäldchen gerodet werden musste.

Hinzu kam der Starkregen in der zweiten Juli-Hälfte, der sogar das Technische Hilfswerk (THW) auf den Plan rief (wir berichteten). Das städtische Entwässerungssystem war den Niederschlagsmengen nicht mehr gewachsen, auf benachbarten Grundstücken in dem tief gelegenen Areal herrschte Land unter, und das Wasser lief auch in Fundamentgräben.

Auch bei der Gründung des Aldi-Marktes habe es Schwierigkeiten gegeben, sagt der Bauleiter, jedoch vergleichsweise keine Probleme, da der Baugrund längst nicht so kompliziert gewesen sei.

Die Bauweise von beiden Gebäuden unterscheide sich. Die Wände für den Edeka-Markt würden gemauert, die Stützen in einem Zuge hochbetoniert, „monolithisch hergestellt“, wie der Fachmann sagt, und dann Leimholzbinder in Gabelauflager eingelegt. Für das Dach werde wieder Trapezblech verwendet.


Schichtarbeit beim Innenausbau


Die Bauleute drücken auf das Tempo „Zum Knackpunkt“, so Hüge, werde der Innenausbau. „Wir versuchen durch Schichtarbeit, uns Zeit wiederzuholen. Den Firmen ist das bekannt“, sagt der Bauleiter. Es müsse reibungslos Hand in Hand gehen, „um die verbleibende Zeit bestmöglich zu nutzen“. Voraussichtlich im Dezember soll die Eröffnung beider Märkte sein.

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