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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. November 2017 | 08:02 Uhr

Sternberg : Baufreiheit für Einkaufszentrum

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Fertigstellung ist im Herbst geplant – dann mit Aldi und Edeka nebeneinander. Nach den Rodungsarbeiten beginnt nächste Woche der Abriss des Gebäudes.

von
erstellt am 24.Feb.2017 | 23:00 Uhr

Der Bauzaun steht seit dieser Woche, an der Seite zur Goethestraße ein Aufenthaltscontainer für die Bauleute. Heute ist der vorläufig letzte Einkaufstag bei Aldi in Sternberg, Schilder im Eingangsbereich weisen seit kurzem darauf hin. Ende nächster Woche beginnt der Abriss des Gebäudes, um Baufreiheit für ein neues Nahversorgungszentrum zu schaffen, in dem neben dem Discounter ein neuer Edeka-Markt entsteht. Die Fertigstellung ist Ende Oktober bis Mitte November geplant, sagt Bauleiter Michael Hüge von der IGB Construct GmbH & Co. KG. aus Wismar. Der Betrieb für Industrie- und
Gewerbebau, der sich einer Reihe von Nachunternehmen bedient, leitet das Projekt bis zur Schlüsselübergabe, so Hüge.

Auf dem zum Baufeld gehörenden Gelände hinter dem Gebäude in Richtung Altstadt wurden in dieser Woche die Bäume gerodet. Die Genehmigung hatte die Naturschutzbehörde im Landkreis Ludwigslust-Parchim bereits vor gut drei Jahren erteilt. Für sechs Weiden müssen als Ausgleichsmaßnahme neun einheimische standortgerechte Laubbäume in der Stadt neu gepflanzt werden.

Baufeld war schon gut besucht

 

„Es ist schade um das kleine Wäldchen“, bedauert Ludwig Zirnsak, „ich hatte von unserem Grundstück immer einen schönen Blick darauf. Jetzt können wir bis zur Karl-Marx-Straße blicken.“ Er wohne seit 1971 in einem Haus oberhalb des Areals und habe „mitgemacht, wie alles hochgewachsen ist“. Die Pappeln hätten jedoch sowieso weg gemusst, meint der Sternberger. „Aber so was habe ich noch nicht gesehen, dass solche großen Bäume einfach mit dem Bagger herausgenommen werden“, schickt er mit einem Anflug von Bewunderung hinterher. Wenigstens ein Gutes haben die Rodearbeiten auch für ihn: Hand in Hand mit Horst Reimers gewinnt Ludwig Zirnsak Holz zum Räuchern, für die freiwillige Feuerwehr und für sich.

Joachim Gland, der hier gerade mit seinem Hund vorbei kommt, weiß, dass das Gelände auch wieder begrünt wird, „hundertprozentig“. Er ist Mitglied im Bauausschuss der Stadt, der das Investitionsvorhaben von Anfang an begleitet. „Das wird schon gut.“ Bauleiter Michael Hüge ist nicht entgangen, dass das Geschehen aufmerksam verfolgt wird. „Das Baufeld war schon gut besucht“, sagt er. „Klar, wenn ein Baum fällt... Aber insgesamt gab es eine positive Resonanz.“

Anfang kommender Woche werden die Räumlichkeiten neben Aldi, in denen andere Geschäfte waren, entkernt, bevor der Abriss beginnt. Für den rechnet Hüge etwa zwei Wochen. Dann folge die Aufbereitung des Geländes samt Verlegung von Versorgungs- und Entwässerungsleitungen. Auch der Graben, der das überschüssige Wasser von dem ständig feuchten Terrain aufnimmt, das dann über Teergraben und Waschbach in den Sternberger See fließt, werde verlegt und führe in ein Regenrückhaltebecken, „eine große Entwässerungsmulde, die aufnahmefähiger wird als die bisher“, so der Bauleiter. Ende März/Anfang April sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein. Vor allem wegen des schwierigen Baugrunds hänge der genaue Termin jedoch wie der zur Fertigstellung des gesamten Projektes von mehreren Faktoren ab.

Für die ersten Arbeiten musste die Firma Saller Bau GmbH aus Weimar, bei Aldi so genannter „Immobilien-Bestandshalter“ für gewerblich genutzte Objekte und Bauherr für das neue Nahversorgungszentrum in Sternberg, einen vorzeitigen Baubeginn beim Landkreis beantragen, erklärt Bürgermeister Armin Taubenheim. Das Genehmigungsverfahren sei „ins Stocken geraten“, als wegen notwendiger Veränderungen bei der Regenentwässerung, die die Stadt forderte, der Bauantrag ausgesetzt, aber dann nicht wieder aktiviert worden sei, nachdem
alles zur Zufriedenheit erledigt war und die Stadtvertretung ihre Zustimmung gab. In ihrer Stellungnahme zu dem Antrag auf vorzeitigen Baubeginn habe die Stadt erklärt, dass sie den befürworte und „möglichst schnell“ mit den Arbeiten begonnen werden könne.

Auch Karsten Bohnhorst, Inhaber des Edeka-Marktes im Finkenkamp, der von dort in die Goethestraße wechselt, ist „sehr froh, dass es endlich losgeht“, sagt er auf SVZ-Anfrage. Der Beginn der Arbeiten sei „längst überfällig“ gewesen. „Wir sind doch sehr beengt und können bei weitem nicht das bieten, was Kunden heute erwarten. Außerdem ist die Parkplatzsituation katastrophal. Bis zum Umzug geben wir natürlich an diesem Standort weiterhin unser Bestes.“ Was aus dem Gebäude wird, „für das der Mietvertrag bis Ende dieses Jahres ohnehin ausläuft“, ist noch unklar.

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