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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

23. Oktober 2017 | 12:05 Uhr

Sternberg : Barrierefrei ins Rathaus – aber wie?

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Zwei Varianten kommen in Frage: Treppenlift oder Fahrstuhl / Die Stadtvertretung Sternberg stimmt einem Prüfantrag einmütig zu.

von
erstellt am 15.Okt.2015 | 21:17 Uhr

Wer stark gehbehindert und etwa auf einen Rollstuhl angewiesen ist, hat keine Chance, an Veranstaltungen im Sternberger Rathaus teilzunehmen oder persönlich in der Verwaltung vorzusprechen. Am Haupteingang vom Markt hindern ihn drei Stufen daran, am hinteren Eingang ist es gar eine Treppe mit sechs Stufen. Hier gibt es seit der Sanierung des Gebäudes 1993 „als kleinsten Nenner“, wie Bürgermeister Jochen Quandt sagt, zwar einen Treppenlift, doch der sei so gut wie nie benutzt worden, seines Wissens nur vor Jahren bei einer Hochzeit, und daher wetterfest abgedeckt.

Über diesen Weg würden Menschen mit Handicap auch nur bis ins Erdgeschoss gelangen und dann wäre Schluss. Der Rathaussaal
befindet sich aber ein Stockwerk höher, wo auch Bürgermeister und Kämmerer sitzen, und noch eine Etage darüber unter anderem Leiter Zentrale Dienste, Bereich Schulen und Kita sowie kaufmännische und technische Leiterin der Stadtwerke. Der Rathaussaal dient übrigens auch als Wahllokal.

Aus diesem Grund brachten die Fraktionen Die Linke und SPD in der Stadtvertretung gemeinsam den Antrag ein, einen barrierefreien Zugang zum Rathaussaal zu ermöglichen. Es sei ein Prüfantrag, schickte Dirk-Egbert Unger, Fraktionsvorsitzer der SPD, bei der Begründung voraus. Denn „Sachzwänge des Bauens im Bestand, die Belange des Denkmalschutzes und nicht zuletzt Sparzwänge im Haushalt“ forderten „Kreativität und Kompromissbereitschaft“ aller Beteiligten heraus. Doch es gelte „die Benachteiligung von Menschen mit Behinderung zu beseitigen oder zu verhindern. Eine Chancengleichheit für alle Menschen muss erreicht werden, das bedeutet Gleichstellung.“ Barrierefreiheit sei die Auffindbarkeit, Zugänglichkeit und Nutzbarkeit der gestalteten Lebensbereiche für alle Menschen, heißt es weiter in dem von Unger vorgetragenen Antrag. „Oder einfach gesagt: Hinkommen, reinkommen, klarkommen.“ Die Stadtvertretung nahm den Antrag einstimmig an.

Es gibt zwei Möglichkeiten, sagt Bürgermeister Jochen Quandt: Einbau eines Treppenliftes auch im Gebäude oder ein Personenaufzug. Für Ersteren sei bereits der Auftrag erteilt, die Kosten zu ermitteln. Doch noch wichtiger sei es „zu prüfen, wie der Arbeitsschutz und die Fluchtwege damit korrespondieren“, so Quandt. Beides müsse gesichert sein. Ein Fahrstuhl wäre für alle, Bürger und das gesamte Haus, von Vorteil, aber die größere und damit teurere Lösung, bei der sicher auch die Denkmalpflege mehr mitreden dürfte. Wobei das für ihn kein Hinderungsgrund sei, denn die Bürger würden im Vordergrund stehen, betont der Bürgermeister.

Wenn belastbare Angaben vorliegen, würden die der Stadtvertretung vorgelegt, um zu entscheiden.

 

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