zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

11. Dezember 2017 | 18:15 Uhr

Warin : Bange Fragen zum Seniorentreff

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Sportgruppen der Volkssolidarität in Warin müssen ausweichen und vor der Gymnastik im Ausweichraum erst Mobilar rücken. Die Ungewissheit nach dem Trägerwechsel in der Kita „Kinderland“ wächst.

svz.de von
erstellt am 29.Sep.2014 | 16:42 Uhr

Bevor der eigentliche Sport am Montagnachmittag beginnen kann, räumt die erste Gruppe Tische und Stühle beiseite. Dabei geraten die Damen im fortgeschrittenen Alter das erste Mal ins Schwitzen. Und wenn sie das erledigt haben, bleibt der Platz für ihre Gymnastik dennoch eng. Seit Monaten steht der Turnraum im Keller der Wariner Kita „Kinderland“ nicht mehr zur Verfügung. Der sei von der Volkssolidarität (VS) schlicht vollgestellt.

Vier Gruppen vom Klub der Volkssolidarität – drei montags und eine am Dienstag – betreiben ihren Sport seitdem im Versammlungsraum, in dem auch Knobelnachmittage und andere Veranstaltungen stattfinden. Zusammen rund 80 ältere Menschen wollen sich in geselliger Runde bewegen und was für ihre Gesundheit tun. Doch nun haben sie bange Fragen, mit denen Bürgermeister Michael Ankermann bei seinem jährlichen Informationsbesuch im Klub der Volkssolidarität konfrontiert wurde. Wie geht es ab Januar weiter mit Gebäude und Treff? Was wird aus dem Seniorensport?


Beizeiten Gespräch mit neuem Kita-Träger


Wie bekannt hat die Stadt den Erbbaupachtvertrag mit dem VS-Kreisverband Mecklenburg-Mitte für das Grundstück am Fritz-Reuter-Platz zum Jahresende gekündigt. Im Keller des Kita-Gebäudes ist auch der Klub der Volkssolidarität untergebracht. Inzwischen steht fest, dass der Träger der Kita „Kinderland“ mit dem 1. Januar wechseln wird. Die Stadtvertretung hat einstimmig beschlossen, mit dem DRK-Kreisverband Nordwestmecklenburg Verhandlungen aufzunehmen (wir berichteten). Bei einem neuen Hausherrn, so fürchten die Senioren, dürften ihre Räume vakant sein.

Der Bürgermeister versuchte zu beruhigen. Beim Haus der Zukunft habe es ebenfalls einen Trägerwechsel gegeben, und der sei praktisch unbemerkt geblieben. Der bei der Kita gehe freilich „nicht so geräuschlos“ vonstatten, räumte Ankermann ein. Für den Klub der Volkssolidarität gäbe es ab Januar einen neuen Ansprechpartner. Mit ihm sollte beizeiten das Gespräch gesucht werden. So lange der Kita-Betrieb laufe, und das bis weit nach 2015 hinein, blieben den
Senioren die Kellerräume vermutlich erhalten. Ob die nicht ebenso gesperrt werden müssten, weil die Geräte von Schimmel befallen sein könnten, oder gar das gesamte Gebäude, fragte jemand sorgenvoll. „Ich bin da nicht so empfindlich“, wird entgegen gehalten. Und es habe gründliche Untersuchungen gegeben. Sonst dürfe hier die Kita gar nicht weiter arbeiten.

Mit dem DRK als Träger würde ein Neubau der Kindereinrichtung, die in Warin weiterhin dringend gebraucht werde, wahrscheinlicher. Dass das Gebäude einen Keller bekomme, sei allerdings kaum anzunehmen, gab der Bürgermeister zu bedenken . Aus Kostengründen werde heute oft darauf verzichtet. Umso mehr hoffen die Mitglieder der Volkssolidarität, die sich sehr wohl selbst um die Lösung ihres Problems kümmern wollen, auf Unterstützung seitens der Stadt. Ihrer Meinung nach werde in Warin bislang zu wenig für die Senioren getan.

Leerstand gäbe es jedoch nicht, machte der Bürgermeister klar. Vielleicht könne am Fritz-Reuter-Platz in Abstimmung mit der Stewo eine Wohnung für den Klub der Volkssolidarität freigezogen werden, so eine Idee. Sicher seien die im Erdgeschoss, die dafür in Frage kämen, bei älteren Menschen erst einmal als Wohnungen begehrt, schränkte Ankermann selbst ein. Und die Höhe der Miete könnte ein weiteres Gegenargument sein. Auf eine weitere Überlegung, ob sich im Betreuten Wohnen ein geeigneter Raum finde, kam sofort der Einwand, dort sei alles zu klein. Um den Zwischenbau an der Grundschule herzurichten, sei der Aufwand zu groß und deshalb der Abriss vorgesehen. Nächste Variante: Die alte Turn- werde zur Stadthalle umgebaut. Dorthin sei es vom Fritz-Reuter-Platz, wo die meisten der Senioren wohnen, die den Klub besuchen, aber ein ganzes Stück Weg. Und viele seien nicht mehr gut zu Fuß, sogar auf einen Rollator angewiesen. Hinzu komme, dass mehrere Bürgersteige „völlig kaputt“, schon am Fritz-Reuter-Platz, und Bordsteine nicht abgesenkt seien.

Ein Jahr sei Zeit zum Nachdenken, rechnet der Bürgermeister. Jede Idee sei willkommen. Die Senioren ärgert aber auch, dass sich noch immer nichts getan hat, die gefährliche Verkehrssituation zwischen alter Post und Zwei-Seen-Center zu entschärfen, es dort noch immer keine
öffentlichen Toiletten gibt, der Ordnungsdienst zu wenig auf die Hunde in der Stadt achtet oder am Ziegelberg den ganzen Tag über die Straßenlampen an sind.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen