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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

12. Dezember 2017 | 03:44 Uhr

Langen Jarchow : Bäume müssen gepflegt werden

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Zwei Langen Jarchowerinnen kümmern sich über einen Nutzungsvertrag um die Streuobstwiese im Dorf.

von
erstellt am 25.Okt.2015 | 21:18 Uhr

Die Äste tragen schwer an den knallroten Äpfeln. Wenige Meter weiter hängt der Baum noch voll sattgrüner Birnen. Auf der rund 9000 Quadratmeter großen Streuobstwiese  am Weg zur Badestelle im Dorf kann noch reichlich geerntet werden.

Es sei schade um das Obst, wenn es an den Bäumen hängen bleibe,  sind sich auch Sabine Schuch und Gesine Böhm einig. Die beiden Frauen, deren Grundstück an die Streuobstwiese grenzt, wollen sich  ihrer annehmen.

Vor 15 Jahren hätten hier noch Rinder gestanden, weiß Gesine Böhm.  Im Zuge der Flurneuordnung seien dann vor rund zehn Jahren als Ausgleichspflanzungen die Bäume in die Erde gekommen, später im Zusammenhang mit dem  Autobahnbau noch weitere dazu.

Hochstämmige Apfel- und Birnenbäume sind es vor allem, wenige Pflaumen- und Kirschbäume und etwa die Hälfte sind alte Sorten. „Das Mähen der Wiese übernimmt  im Auftrag der Gemeinde zweimal im Jahr der Landwirt. Vor sechs, sieben Jahren hat die Gemeinde einen Entwicklungsschnitt an den Bäumen durchführen lassen“, sagt Sabine Schuch. Die Bäume müssten aber gepflegt werden, sonst vergreisen sie, wissen die Frauen  von Dr. Mirko Lunau, der eine Demeter Mosterei und Imkerei betreibt und auch Baumschnittseminare durchführt. „Kronen und Wurzeln sind nicht so entwickelt, wie es sein müsste. Wir wollen nicht zusehen, wie die Bäume sterben“, sagt  Sabine Schuch.

Die Frauen haben überlegt, was man machen könnte und dies zu Jahresbeginn auf einer Gemeindevertretersitzung vorgestellt.  „Die Gemeindevertreter  zeigten sich  aufgeschlossen. Unsere Idee war, auch weil die Gemeinde  wenig Geld hat, zum Obstbaumschnittseminar aufzurufen oder  einige Schafe auf die Fläche zu stellen. Dort gibt es viele Wühlmäuse, so dass es mit dem Mähen schwierig wird“, sagt Gesine Böhm.   Vorstellbar sei auch eine  Blühwiese, vielleicht in Verbindung  mit einem Bienenwanderweg. Und nicht zuletzt könnten für die Streuobstwiese von ihnen Fördermittel eingeworben werden.

Ein erstes Baumschnitt-Seminar hat inzwischen stattgefunden und  auf der Wiese wurde ein Blühstreifen angelegt.

Das von Schuch und Böhm im Juni vorgelegte Konzept, mit dem sie einen kostenlosen Nutzungsvertrag anstrebten, bekam dann aber nicht von  allen Gemeindevertretern Zustimmung.  Sich dort fürs Gemeinwohl einzubringen und dafür auch noch Pacht  zahlen zu müssen, konnten wiederum die beiden Frauen  nicht einsehen. „Uns war von Anfang an wichtig, dass die Nutzung der Streuobstwiese und auch die Ernte öffentlich bleiben“, betont  Schuch.   Inzwischen haben sich beide Seiten geeinigt, eine Nutzungsvereinbarung ohne Pacht bzw. Nutzungsentgelt  wurde zum  1. Januar 2016 geschlossen. „Wir kümmern uns weiter. Im nächsten Jahr soll es wieder ein Baumschnittseminar geben und im Winter wollen  wir mit dem Erstellen einer Internetseite über die Streuobstwiese beginnen“, kündigt Böhm an.  Es gebe die Idee von Baumpatenschaften oder das Mosten des Saftes für die Gemeinde. Jeder der mitmachen oder helfen wolle, sei gern gesehen.

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