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E-Musik-Festival Jesendorf : Bässe am Morgen und viel Modder

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Tag zwei des viertägigen Freunde-Festivals in der Ex-Kiesgrube mit 2000 Anmeldungen von Partyfans.

von
erstellt am 28.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Wer mit Halbschuhen das Festivalgelände betritt –, der fällt auf und war heute Vormittag irgendwie fehl am Platz. Nach dem Wolkenbruch gegen fünf Uhr wurde die Arena der Tanzwütigen an diversen Stellen zur Modder-Landschaft. „Wir drohten abzusaufen“, heißt es am Einlass. „Der Regen war schon heftig, aber dauerte nur kurz“, sagt Tom Hansen, zum Himmel blickend. Um 9.30 Uhr scheint die Sonne, und nicht nur er hofft, dass das Wochenende weitgehend ohne neues Nass von oben bleiben möge.

Zusammen mit Lukas Tomko, ebenfalls aus Hamburg, ist er der Organisator des Freunde-Festivals. Offiziell heißt es „Because-we-are-friends“ (BWAF); weil wir Freunde sind. So versteht sich das Partyangebot und darum gibt es neben E-Musik in diesem Jahr auch Reggae. „Wir wollen uns musikalisch etwas breiter aufstellen. Vom Lebensgefühl ist das eine sehr ähnliche Richtung. Reggae-Fans sind auch sehr friedliche Leute. Das passt“, verkündet Tom Hansen. Er hat vor einigen Stunden die Chef-Schicht übernommen, während sein Kompagnon schläft.

„Das Gelände ist geradezu ideal“, betont Hansen. Die einstige Kiesgrube Tarzow I liegt etwas abseits, ist von der L 101 zwischen Jesendorf und Ventschow nur über einen ein Kilometer langen Waldweg erreichbar. Im Grunde genommen ist es wie schon zur 2016er-Premiere fürs Auto der Stoßdämpfertest schlechthin. Mit dem Unterschied freilich, dass bei der Schlaglochpiste diesmal überall Pfützen sind.

Angekommen auf dem weitläufigen Gelände, dringen Bässe von der „Station Endlos“ aus Halle an der Saale herüber. Es ist die einzige Nonstop-Bühne auf dem eingezäunten Areal. Ansonsten herrscht weitestgehend Nachtruhe am Freitagvormittag bei den knapp 1000 per Bahn und Pkw Angereisten. „Insgesamt 2000 haben sich bereits angemeldet“, so Tomko. Bei der Premiere kamen 1400 Leute.


Vegetarische und vegane Ernährung angesagt


Aber auch die hartgesottesten Partyfreunde kommen irgendwann um „Augenpflege“ nicht umhin. Somit verlieren sich gegen zehn Uhr nur wenige Musikfreaks zwischen den Holzbauten und -bühnen durchweg Marke Eigenbau. Wegen der Nachhaltigkeit, so die (Festival-)Macher. Dazu passt, dass es in Sachen Ernährung nur Veganes und Vegetarisches gibt. Und beim Zigarettenwagen – auch unter E-Musik-Fans kommt so mancher nicht ohne Glimmstängel aus – „gibt es Aschenbecher gratis dazu, damit die Kippen nicht irgendwo hingeworfen werden“, betont Hansen beiläufig beim Rundgang.

Gegenüber dem Vorjahr stehen zwei Bühnen mehr, darunter erstmals eine auch am Ventschower Strand. Mit kleiner Strandbar und einem DJ heute von 12 bis 18 Uhr. Wenn das Wetter mitspielt. „Da das Festival diesmal zwei Monate später stattfindet und der Shuttlebus sowieso zwischen Festivalgelände und Ventschower Bahnhof pendelt, bietet sich solch eine Beachparty geradezu an – zur Abkühlung der Teilnehmer“, sagt Hansen.

Unterdessen wummern die Bässe weiter ununterbrochen von der „Station Endlos“ – mit einer einzigen Tänzerin davor. Sabrina heißt sie, kommt eigentlich aus dem Dittmarschern, lebt jetzt in Lübeck. Sie tanze „hier seit drei Uhr schon“. Nonstop-Party eben. Gestern gegen 14 Uhr ging es dann wieder auf allen Bühnen in die vollen. Neben den insgesamt 150 Musik-Acts ist auch ein Kulturprogramm angesagt; mit Filmen, Theateraufführungen, Lesungen und Lichtinstallationen.

Festival-Regel Nr. 1 lautet: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung. Oder falsches Schuhwerk. Bei BWAF sind in Sachen „Besohlung“ denn auch dreierlei angesagt: barfuß, Badelatschen oder Gummistiefel. Auch in Jesendorf und nicht nur beim berühmten Heavy Metal-Open-Air von Wacken gehört Modder irgendwie dazu…

 

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