Sternberger Badesteg wird erneuert : Badesteg bekommt derzeit neue Beine

Der alte Steg ist demontiert. Martin Jankowski, der Sohn des Firmenchefs, schweißt die Stahlhülsen am Ufer  zusammen. Sie werden dann unter Wasser auf die Holzpfähle gesetzt.
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Der alte Steg ist demontiert. Martin Jankowski, der Sohn des Firmenchefs, schweißt die Stahlhülsen am Ufer zusammen. Sie werden dann unter Wasser auf die Holzpfähle gesetzt.

In der Sternberger Badeanstalt wird derzeit der beschädigte Teil der Holzpfähle durch Stahlhülsen ersetzt. Der Belag des Badestegs besteht künftig aus Kunststoff.

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18. September 2012, 09:58 Uhr

Sternberg | An Baden im Freien denkt momentan kaum jemand, am Sternberger See ist dennoch Betrieb - schon mit Blick auf die nächste Saison. Die Stadt lässt derzeit die Steganlage von Grund auf sanieren. Diese ist demontiert und wird bis auf das Geländer neu gemacht.

Belag, Unterkonstruktion und Pfähle waren Untersuchungen zufolge mehr oder weniger stark beschädigt. "Die Pfähle wurden 1996 gerammt. Unter Wasser ist das Holz in Ordnung, doch wo Luft herankam, sieht das ganz anders aus", stellt Harry Jankowski fest. Seine Zimmerei erhielt den Auftrag für die Stegerneuerung. Der kleine Handwerksbetrieb kommt aus Kukuk und hat außerdem in Sternberg eine Werkstatt. Zu den sieben Beschäftigten zählt auch der Chef. "Dass ich mitarbeite, wir gemeinsam schwitzen, ist ganz wichtig für die Moral. Das macht richtig Spaß. Wir sind ein junges Team, das funktioniert", sagt Jankowski, der zwei Jahrzehnte als Zimmermann arbeitet und sich vor etwa fünf Jahren selbstständig gemacht hat. Sein Sohn Martin, gelernter Dachdecker und seit zehn Jahren Zimmerer, geht jetzt auf Meisterschule.

Gegenwärtig erhalten die beschädigten Pfähle des Steges gewissermaßen neue Beine. Sie werden unter der Wasseroberfläche bis ins gesunde Holz hinein abgeschnitten, damit das keine Luft mehr bekommt. Daran werden je nach Wassertiefe bis zu zwei Meter lange Hülsen aus verzinktem Stahl angesetzt und mit Spezialschrauben befestigt. Ein Spezialanstrich vervollständigt den Schutz des Metalls.

Alles weitere besteht künftig aus Relumat, ein Wasser abweisendes Kunststoff recylingmaterial, das nicht nur als langlebiger im Vergleich zu Holz gilt, sondern auch als weitaus kostengünstiger. "Es kommt von einer Firma aus dem Erz gebirge und wurde beispielsweise schon in Blankenberg verbaut", erklärt Bauplaner Klaus-Dieter Maier. Es werde immer häufiger eingesetzt, wo es eine direkte Berührung mit Wasser gibt, aber genauso im Dünen bereich, fügt Harry Jankowski an. "Für uns ist dieser Kunststoff Neuland. Wir verarbeiten ihn das erste Mal, sind aber angenehm überrascht und kommen gut damit zurecht. Wegen der sehr hohen Dichte sind fürs Schneiden und Bohren jedoch Spezialwerkzeuge notwendig."

Für Pfahlsanierung und Montage der Unterkonstruktion rechnet der Firmenchef noch knapp drei Wochen. Dann wird der neue Belag aufgebracht. Hier solle sich ein weiterer Vorteil des Kunststoffs erweisen. Er sei auch bei Nässe, die ein Badebetrieb ständig mit sich bringe, rutschfest und mit Rillenprofil versehen. Aus Holz bestehe künftig nur noch das Geländer. Das vorherige werde wieder verwendet ebenso wie die Leitern, die ins Wasser führen. "Das ist eine Kostenfrage. Diese Dinge sind noch in Ordnung. Wir haben sie sandgestrahlt, damit die alte Farbe und die abgelagerten Algen runter kommen. Die sehen wieder wie neu aus, wenn sie angebaut werden", ist Jankowski überzeugt.

Die Anlage hat eine Gesamtbreite von etwa 60 Metern. Der zwei Meter breite Steg ragt 50 Meter auf den See hinaus und dort ebenso weit zur Seite. Hinzu kommen Turmplattform und Rutschplatte. Insgesamt ergäbe sich eine überbaute Fläche von rund 500 Quadrat metern, überschlägt Jankowski.

Bis zum 19. Oktober soll alles fertig sein. Natürlich hänge das auch vom Wetter ab. Auf dem Sternberger See seien durchaus bis zu einem Meter hohe Wellen möglich. Doch sein Betrieb setze alles daran, den Termin zu halten. "Wir sind täglich dem Wetter ausgesetzt und nicht ängstlich", sagt der Handwerksmeister schmunzelnd.

Bis zur nächsten Badesaison sei zwar noch reichlich Zeit, doch die Fördermittel müssten pünktlich abgerechnet werden, begründet Klaus-Dieter Maier vom Sternberger Bauplanungs- und Bauleitungsbüro. Im Haushalt der Stadt sind Gesamtkosten von 187 500 Euro eingeplant, die Eigenmittel machen in der Summe etwa nur ein Drittel aus.

Die Arbeiten waren "sehr gut angelaufen und werden kontinuierlich weitergeführt", zeigt sich der Planer zufrieden. Der Start war um eine Woche verschoben worden, weil im August lange gutes Badewetter war. Dann hatte die Handwerksfirma zu Beginn einen Tiefschlag hinnehmen müssen, als über Nacht Industrieplatten verschwanden, die als Baustraße ausgelegt waren, um Rasen und Gehweg zu schützen. Aus dem Tritt ließen sich die Handwerks leute dadurch zum Glück nicht bringen.

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