Rothenerin kreiirte Collage aus Zeitungsresten : Aus SVZ wird ein Kunstwerk

Iris Bölkow vor ihrer Collage mit der Schweriner Volkszeitung. <foto>Foto: Michael Beitien</foto>
Iris Bölkow vor ihrer Collage mit der Schweriner Volkszeitung. Foto: Michael Beitien

Iris Bölkow hat ihre ausgelesene Schweriner Volkszeitung genutzt, um daraus ein Kunstwerk zu gestalten. Eine sogenannte Decollage aus Zeitungsresten. Die stellte die Rothenerin zu Pfingsten bei "Kunst offen" in aus.

svz.de von
08. Juni 2012, 10:27 Uhr

Rothen | "Das war gar nicht so ernst gemeint", sagt Iris Bölkow. Sie hat ihre ausgelesene Schweriner Volkszeitung genutzt, um daraus ein Kunstwerk zu gestalten. Eine sogenannte Decollage aus Zeitungsresten. Zwischen denen wird ein zerschnittenes altes Selbstporträt von Iris Bölkow sichtbar. Von diesem besonderen Zeitungsbild, das die 59-jährige Frau aus Rothen zu Pfingsten bei der Aktion "Kunst offen" in ihrem Haus ausstellte, waren einige Besucher ganz begeistert. Wahrscheinlich auch deshalb fiel es besonders auf, weil es neben den anderen Ölbildern und Collagen aus der Art geschlagen war. "Ich hatte keinen Hintergedanken", sagt Iris Bölkow.

Die aus Sternberg stammende studierte Kulturwissenschaftlerin, die über lange Zeit in Berlin als Clubleiterin gearbeitet hatte, zog es in die Heimat zurück. Ihre Bilder zeigte sie in ihrem Eigenheim, im ehemaligen Konsum, einem Flachbau in Rothen. Das Gebäude kannte Bölkow noch aus älteren Zeiten. Sie hatte Schaufensterdekorateurin gelernt. Und seinerzeit auch einmal das Schaufenster der Verkaufsstelle in Rothen gestaltet.

Dass Iris Bölkow ausgerechnet im alten Konsum ihre Heimat gefunden hat, ist Zufall, wie sie sagt. Das Gebäude stand leer. "Ich wollte wieder zurück", erklärt sie. "Es ist hier einfach schön." In Sternberg wohnen ihre Mutter und ihre Schwester und auch ihr Bruder ist mittlerweile aus Frankfurt/Oder wieder zurück gezogen in das Seenland.

Ihre Bilder hat sie zu Pfingsten das erste Mal in ihrer alten Heimat gezeigt. In der Hauptstadt waren manche dagegen schon zu sehen. Zu ihrer Tätigkeit als Clubleiterin gehörte es auch Malgruppe zu leiten, sagt sie. Und so gab es regelmäßig auch Ausstellungen mit anderen aus dem Malkurs.

Für Iris Bölkow war es sehr interessant, wie viele Leute zu Pfingsten in ihr Atelier hineinschauten. Das hat wohl mit der Lage ihres Haus in einem von mehreren Künstlern bewohnten Dorf zu tun, weiß sie.

Die 59-Jährige hat sich vorrangig der freien Malerei verschrieben. Ihre Bilder haben keinen Titel. Über das, was quasi aus dem Inneren der Künstlerin kommt, kann der Betrachter seiner Fantasie freien Lauf lassen. "Viele stehen auf abstrakte Sachen, das habe ich gar nicht gedacht", sagt Iris Bölkow. Sie zeigt auf eine Collage an der Wand. Sie hat in ihr einmal alles verarbeitet, was bei der Malerei übrig blieb und ausgedient hatte wie Handschuhe, Spachtel und Pinsel. Besucher in dem Atelier sahen in dem Bild eher Müll im Wasser. Bölkow hatte die Collage allerdings auch in einer Reihe mit Wasser-Malerei gehängt. Es ist das, was jeder sieht, erklärt sie. "Ich fand das interessant", sagt sie.

Die Reaktionen der Kunst-offen-Besucher haben die Malerin berührt: "Ich musste zwei Tage darüber nachdenken", blickt sie zurück. "Es waren mächtig viele Eindrücke."

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