Pflanzaktion : Aus Eicheln werden Bäume

Gesunde, kräftige Eicheln kommen in den Boden.
1 von 3
Gesunde, kräftige Eicheln kommen in den Boden.

Forstbaumschule in Gädebehn sät 460 Kilogramm aus /Nach zwei Jahren werden die Traubeneiche abgegeben

von
27. November 2014, 23:19 Uhr

Es haperte anfangs. Mal lagen bedeutend mehr Eicheln im Saatbeet als nötig, mal wesentlich zu viele. Immer wieder messen Sigrid Hinz und Astrid Jech, die Forstwirte in der Baumschule Gädebehn, nach. Die Maschine musste erst korrekt eingestellt werden, damit sie so viel Eicheln in den Boden ablegt, wie gewünscht. Der richtige Abstand ist wichtig, damit die Bäume nicht zu viel Platz haben und sich in die Breite entwickeln. Sie sollen in die Höhe wachsen, erklärt Manuela Springer. Sie leitet die Forstbaumschule in Gädebehn, die seit zwei Jahren zum Kompetenzzentrum forstliche Nebenproduktion mit Sitz in Jatznick gehört.

Und dann, nach mehrmaligem Ausprobieren und Neueinstellungen an der Saatmaschine, passte endlich alles. „Auf einem Meter Länge sollten zwischen 80 und 90 Eicheln in der Erde liegen“, sagte Manuela Springer. Das ist optimal. Die hier ausgesäten 460 Kilogramm Traubeneicheln stammen aus dem Stiftungswald Neuzelle bei Brandenburg und wurden in diesem Herbst geerntet. Die Samen können nicht wie bei Bucheckern zwischengelagert und später ausgebracht werden. Eicheln könne man nicht die Feuchtigkeit entziehen. Ihre Keimfähigkeit würde sich dann erheblich verschlechtern. Deshalb müssen sie gleich nach der Ernte ausgesät werden, erklärt Manuela Springer. Der Standort für Traubeneiche sei in der Region gut, sie komme mit trockenen Flächen besser klar als zum Beispiel die Stileiche, die im Wald wiederum mehr Feuchtigkeit im Boden benötige.

Nach zwei Jahren gibt die Baumschule Gädebehn, sie ist die einzige landeseigene, die jungen Traubeneichen dann an andere Forstämter des Landes ab – zur Aufforstung von Flächen. Dann seien die jungen Bäume mit 50 bis 80 Zentimetern Größe kräftig genug.

Im nächsten Jahr aber muss der Bestand erst einmal gepflegt werden. Das Unkraut zwischen den Eichenreihen muss entfernt werden, damit die künftigen Setzlinge ausreichend Licht und Luft bekommen, um sich zu entwickeln. Das geschieht manuell, maschinell oder aber chemisch mit Unkrautbekämpfungsmittel.

Im Frühjahr wird die Forstbaumschule Gädebehn auch Bucheckern aussäen. Das Saatgut aus der diesjährigen Ernte ist in der Samendarre in Jatznick in Vorpommern eingelagert.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen