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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. Dezember 2017 | 04:31 Uhr

Warin : Aus der zweiten Reihe viel bewirkt

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Auf dem Jahresempfang in Warin erhielten Werner Voß, Karl-Heinz Kölzow, Christoph von Fircks und Heinz Janetzki die Ehrennadel der Stadt.

von
erstellt am 01.Feb.2015 | 17:55 Uhr

Werner Voß ist seit 1981 ehrenamtlich Pilzberater, hat vielen Sammlern ihr Wohlbefinden und manchem vielleicht das Leben bewahrt, sitzt zudem alle paar Jahre mit im Wahllokal. Karl-Heinz Kölzow, mehr als 75 Jahre verwurzelt in Pennewitt und Warin, war 16 Jahre lang 1. Vorsitzender der Jagdgenossenschaft und von 2006 bis 2014 Beisitzer im Vorstand. Christoph von Fircks, der als Kind nach Warin kam, leitete als gelernter Geophysiker den Kulturbund der Stadt, war nach der Wende einer der ersten Stadtvertreter und wurde 2010 als Ortschronist berufen. Heinz Janetzki, 1991 bis 1994 und 1999 bis 2004 ehrenamtlicher Bürgermeister in Klein Labenz, als die Gemeinde noch eigenständig war, erwarb große Verdienste bei neuen Wohngebieten, Ansiedlungen, Kindertagesstätte, Jugendclub und Gemeindesaal.


Ganz unterschiedlich begründete Vorschläge


Die Leistungen dieser vier Bürger wurden beim Wariner Jahresempfang am Sonnabend in der frewilligen Feuerwehr mit der Ehrennadel der Stadt öffentlich gewürdigt. Eine Auszeichnung, die nach 2014 zum zweiten Mal vorgenommen wurde. Auf alle treffe gleichermaßen zu, dass sie eher Männer der leisen Töne seien, die sich aus der zweiten Reihe für das Gemeinwohl einsetzten und in ihrer bescheidenen Art nie selbst in den Vordergrund stellten, sagte Bürgermeister Michael Ankermann bei der Ehrung. Die Stadtvertretung hatte aus ganz unterschiedlich begründeten Vorschlägen, die von Parteien, Vereinen, Verbänden oder Privatpersonen gemacht werden konnten, ausgewählt.

Werner Voß, von Beruf Hygiene-Ingenieur und als solcher bis 1991 in Brüel und Sternberg tätig, arbeitet seitdem in der Lebensmittelüberwachung des Landwirtschaftsministeriums, blieb aber seinem Ehrenamt als Pilzberater stets treu. „Ich habe öfter einen Knolli oder Pantherpilz herausgefischt und damit vielleicht wirklich Leben gerettet“, sagte Voß in seinen Dankesworten. Pilze könnten übrigens von Jahresanfang bis -ende gesammelt werden. Derzeit ließen sich mit etwas Glück Austernseitlinge finden. Die Pilzberatung in MV sei – bundesweit einmalig – Aufgabe des staatlichen Gesundheitsdienstes geworden.

Karl-Heinz Kölzow habe als Jagdvorsteher Verantwortung für Grund und Boden in der Kommune übernommen, mit seiner ruhigen, besonnenen und freundlichen Art dazu beigetragen, dass die Jagdgenossenschaft feste Strukturen entwickeln konnte, würdigte der Bürgermeister. Heute gehörten ihr 77 Bodeneigentümer mit einer Fläche von 2100 Hektar an, so Kölzow. Er sei stolz, dass der heutige Vorstand die gute Arbeit fortsetze. Beim Lesen der Einladung zum Jahresempfang habe er an vieles gedacht, aber nicht, dass ihm diese Ehre zuteil werde.

Christoph von Fircks, „gewissermaßen Generalist“, so Ankermann, schrieb nebenberuflich u. a. Bücher („Gnadenlose Arktis“). Als Ortschronist ordne er „mit scharfem Verstand und verschmitztem Lachen“ die Archive der Stadt, veröffentliche seine Entdeckungen auch in der SVZ, sei „der Initiator und im Grunde Herausgeber des neuen kleinen Warin-Heftes“ gewesen und trage so „zum Verständnis und zur Liebe zur Heimat bei“. Das sei äußerst spannend, meint von Fircks. „Dabei rückt die Stadt einem näher, wird erlebbar schöner.“

Heinz Janetzki, Bereichsleiter in der einstigen LPG Tierproduktion, habe von 1991 bis 2006 als Geschäftsführer die Aufbauarbeit für das Gewerbe- und Technikzentrum (GTZ) geleistet und setze diese Tätigkeit, bereits im Ruhestand, seit 2011 fort. Für eine Wasserleitung in Klein Labenz habe er einst persönlich 100 000 DM in Berlin abgeholt und sie vorschriftsmäßig verbaut. Geld, das übrig blieb und nicht zurück verlangt wurde, wie Ankermann lächelnd preisgab, sei unkompliziert in die Gemeindekasse geflossen. Er habe das nicht allein geschafft, sagte
Janetzki, sondern „mit einer wunderbaren Gemeindevertretung“, die unabhängig von Parteizugehörigkeit arbeitete.

Der Bürgermeister war in seiner Ansprache zu Beginn darauf eingegangen, dass Warin viel älter sei als gedacht, wie die archäologischen Untersuchungen im Bereich des neuen Wohngebietes ergeben hätten. Schon vor der Zeitrechnung hätten sich die ersten Wariner zwischen Glamm- und Großem Wariner See niedergelassen, freilich nichts von Stadtrechten wissend. Nach Auswertung der Funde sei noch in diesem Jahr ein spannender Vortrag zu erwarten.

Warin sei heute als Grundzentrum ein Versorgungsmittelpunkt der Region und brauche sich im Vergleich der Orte unter 5000 Einwohnern nicht zu verstecken. Während das Thünen-Institut ermittelt hat, das sich seit Jahrzehnten Versorger aus ländlichen Gebieten zurückziehen, gäbe es hier Lidl und drogeria, Norma und Edeka, inzwischen auch wieder das kleine Blumengeschäft mitten in der City. Ausführlich ging der Bürgermeister auch auf die Probleme mit der Kita der Volkssolidarität ein. Dazu mehr im Verlauf der Woche.

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