Fit 2017 - allein oder im Verein : Aus den Federn raus und in die Laufschuhe

Jule Schröder aus Neperstorf läuft ganz für sich allen jeden Sonnabend und Sonntag jeweils acht Kilometer.
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Jule Schröder aus Neperstorf läuft ganz für sich allen jeden Sonnabend und Sonntag jeweils acht Kilometer.

Jule Schröder aus Neperstorf läuft am Sonnabend und Sonntag morgens ihre Runde.

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28. September 2017, 11:47 Uhr

Seit zwei Jahren läuft Jule Schröder aus Neperstorf am Wochenende regelmäßig. Am Sonnabend und Sonntag! Vorm Frühstück. Raus aus den Federn und ab in die Laufschuhe, lautet ihr morgendliches Ritual. „Dabei liege ich manchmal im Bett und hoffe, es regnet. Ich schaue nach draußen, sehe: Nein, es regnet nicht.“ Also die „Läufer“ an – und ab geht’s auf ihre Strecke über den Weidenweg durch den Wald bis zur Autobahn (A 14) und zurück. Summa summarum acht Kilometer.

Jule Schröder, die Anfang Oktober ihren 36. feiert, läuft bei fast jedem Wetter. „Es muss schon Kuhscheiße regnen“, so ihre Worte. Wenn es Nass von oben gab, wird der Weidenweg wegen der Pfützen auch schon mal zur Slalomstrecke. Im Winter, bei Schnee, ist es aber zu riskant, dann nimmt sie die Alternativroute auf der asphaltierten Straße von Neperstorf bis zur Kreuzung an der L 101. „Aber das sind hin nur zwei Kilometer“, so Jule Schröder. In ihrem Ausweis steht eigentlich Juliane, aber jedem gegenüber stellt sie sich mit Jule vor.

Die Asphaltstrecke ist für sie nur zweite Lauf-Wahl, wenn überhaupt. Durch Flur und Wald hingegen ist es nicht nur für die Gelenke angenehmer. „Wenn morgens um 7.30 Uhr die Sonne aufgeht, ist es einfach fantastisch. Man sieht Rehe, Hasen oder auch ein Eichhörnchen; die Kühe von Biobauer Jöhnk grasen. Die Strecke ist so schön ruhig, geradezu idyllisch.“ Im Dunkeln hingegen laufe sie nicht.

Zurück nach gut anderthalb Stunden im Haus in Neperstorf habe sie dann „einen Adrenalinschub. Ab unter die Dusche und dann gibt’s Frühstück“. Letzteres hat ihr Mann Marco zumeist schon fertig. Laufen hingegen ist nicht sein Ding. Im Winter Holz machen, das reiche, meint er. Zudem halte das 7000 Quadratmeter große Grundstück auf Trab.


Mutter-Kind-Kur als Startschuss


Jule Schröder hingegen hat das regelmäßige Laufen seit zwei Jahren für sich entdeckt. Ausgangpunkt war eine dreiwöchige Mutter-Kind-Kur bei Paderborn. „Da war viel Bewegung angesagt, Rückensport“, so Jule, die früher als Zahnarzthelferin arbeitete und unter den „typischen Rückenproblemen“ litt. „Ich bin vorher schon gelaufen und zudem Fahrrad gefahren, aber nicht kontinuierlich“, sagt sie. Und bekennt zugleich, wie gut ihr die Bewegung tut: „Ich fühle mich jetzt ungleich wohler. Durchs Laufen sind die Rückenschmerzen weg.“ Sie sei zudem von Natur aus ein aktiver Typ, könne nicht still sitzen. Doch auch bei ihr will der innere Schweinehund schon mal am Sonntagmorgen überwunden sein. Man müsse sich eben auch zu seinem Glück zwingen.

Dabei ist der Sport mit Gleichgesinnten nicht so Jule Schröders Ding. „Da muss man erst mit anderen eine Verabredung treffen. So laufe laufe ich los, wann ich will.“ Und überhört dabei auch etwa manch spitze Bemerkung von Nachbarn („Hast kein anderes Hobby?!“).

Seit einiger Zeit arbeitet die Neperstorferin in der Fachpflegeeinrichtung „Haus am Bibowsee“ in Nisbill in der Verwaltung. Zur Arbeit geht’s per Rad: sieben Kilometer hin und zurück…

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