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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

26. September 2017 | 22:05 Uhr

Tempzin : Auftanken und zur Ruhe kommen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Für 22 Frauen und Männer endet am Sonntag Kleeblatt-Pilgern im Kloster Tempzin

von
erstellt am 02.Sep.2017 | 12:00 Uhr

„Hier ist für mich das zweite Zuhause“, sagt Anne Bretschneider und spricht vom Pilger-Kloster Tempzin. Sie ist am Dienstag aus dem Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein angereist, um am Kleeblatt-Pilgern teilzunehmen.

Zum Pilgern gekommen ist sie vor zwölf Jahren über eine Freundin. „Die wollte unbedingt auf den Jakobsweg. Die Erfahrung war toll, aber dann habe ich gehört, dass man auch in Mecklenburg pilgern kann“, erzählt sie. Tempzin sei für sie ein Ort, an dem sie auftanken und zur Ruhe kommen könne. „Dabei helfen mir auch der strukturierte Tag, die Schweigezeiten und der einfache Lebenstil.“ Es gebe kein Handy und keinen Fernseher. Doris Mertke, die Leiterin des Pilger-Klosters, „macht das toll“, ergänzt sie.

Noch bis zum heutigen Sonnabend sind 22 Frauen und Männer an jedem Tag zwischen 15 und 22 Kilometer unterwegs und kehren abends zum Kloster zurück. Das Kleeblatt-Pilgern endet am Sonntag nach dem Mittagessen.

Schon seit 1989 werden in Tempzin geistlich begleitete Pilgerwege angeboten. Die Tageszeiten-Gebete prägen den Tag, biblische Texte mit kleinen Impulsen laden zum Nachdenken und In-Sich-Gehen ein. Schweigezeiten und Gespräche wechseln sich ab.

Die Teilnehmer sind dieses Mal zwischen 40 und Anfang 70 Jahre alt und kommen wie immer aus vielen Regionen in Deutschland. Die Gruppe trägt sich selbst, jeder übernimmt eine Arbeit. Kloster-Leiterin Doris Mertke freut sich darüber, dass auch Brüeler beim Kleeblatt-Pilgern dabei sind. „Es wächst, dass wir auch in der eigenen Region immer mehr angenommen werden“, sagt sie.

Sitah-Viola Eisel ist in Krakow am See zu Hause. Sie habe schon immer pilgern wollen und dies nun als Geschenk von ihrer Freundin zum 60. Geburtstag bekommen. Natürlich sei auch die Freundin mit hier, erzählt sie. „Ich war für die Kultur in Krakow zuständig. Jetzt, da ich ein bisschen aus meinem Arbeitsalltag heraus bin, habe ich Lust, zur Ruhe zu kommen und in Gottes schöner Natur zu pilgern“, begründet sie. Von dem Kloster habe sie schon gehört und die schöne Landschaft hier sei ihr bekannt. „Wir sind Gleichgesinnte, haben ein gleiches Ziel, deshalb gibt es kein Fremdsein. Wir sind eine offene, schöne Gemeinschaft.“ Sie könne auch jungen Leuten nur empfehlen, einmal aus ihrem Alltag herauszukommen und auf einen Pilgerweg zu gehen, sagt Eisel.

Auch Christine Warratz aus dem Kreis Plön in Schleswig-Holstein mag die Natur, die mit der bei ihr zu Hause vergleichbar sei. Sie hat 2005 mit Streckenpilgern begonnen, 2015 Kleeblatt-Pilgern ausprobiert und nimmt nun das dritte Mal daran teil. „Man kommt immer wieder zurück nach Tempzin“, sagt sie. Die biblischen Texte würden sie ansprechen und auch, „dass wir mit Fragen und Antworten auf den Weg gehen. Ich mag die Schweigezeiten und dass es hier auch Kleingruppen gibt. Der Austausch untereinander ist sehr wertvoll.“ Der Tag sei zwar strukturiert, was ihr gefalle, aber man habe trotzdem genug Zeit für sich. Als Mitglied einer Freikirche schätze sie, dass in Tempzin „ganz verschiedene Menschen und Christen zusammen kommen“, sagt Christine Warratz. Obwohl sie dieses Mal nur ganz wenige der Teilnehmer kenne, fühle sie sich nicht fremd.

 

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