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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. November 2017 | 19:09 Uhr

Brüel : Aufräumen am Tag danach

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Tornado schlägt in der Siedlung Schneise der Verwüstung: An die 40 Häuser betroffen / Schäden gehen in die Hunderttausende.

von
erstellt am 06.Mai.2015 | 16:50 Uhr

„Wir hatten noch Glück, Personen wurden nicht verletzt“, sagt André Prätorius aus der Straße des Friedens am Morgen nach dem verheerenden Tornado vom frühen Dienstagabend. Dieser hatte nicht nur in Bützow für eine Schneise der Verwüstung samt Millionenschäden gesorgt – auch in Teilen der Brüeler Siedlung hinterließ er seine Spur. Hier wurden an die 40 Häuser beschädigt, die Schadenssumme dürfte in die Hunderttausende gehen.

Als der wenige Minuten dauernde Spuk vorbei war, schaute André Prätorius auf die Uhr. „Wegen der Versicherung. Es war exakt 18.37 Uhr. Vielleicht um halb begann das Ganze.“ Er und der Hund hatten es noch gerade so ins Haus geschafft, seine Frau Karina nicht mehr. „Ich habe mich an die Hauswand gedrückt. Plötzlich kam die Hundehütte vorbeigeflogen und dann auch Blumentöpfe. Später im Haus drin wunderte ich mich, warum das Ohr so juckte: Ich hatte ganz viel Erde drin“, erzählt sie.

Während beim Gewächshaus der Familie nur drei Platten fehlen, ist der Opel ein Totalschaden, mit kaputtem Heckfenster und auch sonst übersät von den Einschlägen der umherfliegenden Gegenstände. Auch der zweite Pkw ist beschädigt.

Der Weg solch eines Tornados ist unberechenbar. Bei Marco Seidel pfiff er „direkt an der Auffahrt vorbei. Da habe ich echt Glück gehabt.“ Das hatte sein Nachbar runterwärts in Richtung B 192 nicht. Bei Kirschnicks riss das Unwetter vom Bungalow-Anbau das komplette Dach ab. Die verbeulte Dachrinne fand sich eine Straße weiter im Vorgarten der Stuhrs wieder. Deren Haus war gestern ebenso provisorisch mit einer Plane abgedeckt wie so viele in der Siedlung. Auch Stuhrs Nachbarn haben Schäden u.a. am Dach. „Vor acht bis zehn Jahren war es erst neu gedeckt worden. Wir wohnen hier schon über 25 Jahre, aber so was habe ich noch nicht erlebt!“, verkündet Cornelia John.

Auch bei der Firma „Kfz-Service Baustian“ hatte das Unwetter zugeschlagen. Cousin Jens Baustian half gestern Dachdecker Fred Westphal aus Boitin bei Bützow, um ca. 40 m2 Dach am Haus von Firmenchef Meiko Baustian zu flicken. „Das Dach muss komplett erneuert werden, das gilt auch für die Zwischendecken im Schlafzimmer, Bad und Kinderzimmer. Alles ist durch den Starkregen durchnässt“, so Baustian. Dessen Lebensgefährtin Franka Müller ergänzt: „Der Keller muss auch saniert werden. Einfach schrecklich das Ganze!“ In Mitleidenschaft gezogen wurde auch die Werkstatt. „Hier hat der Tornado das Dach komplett angehoben. Zudem drückte er das schwere Rolltor ein. Die links neben der Werkstatt geparkten Autos bekamen hingegen nichts ab“, sagt Meiko Baustian, der den Gesamtschaden mit „200 000 bis 250 000 Euro“ beziffert.

Jetzt hofft nicht nur er, „dass der Gutachter schnell kommt und es mit der Versicherung reibungslos über die Bühne geht“. Und weiter ging’s ans Aufräumen. Auch Karina Prätorius war nach „einer schlaflosen Nacht“ wieder zugange. Eines wollte sie unbedingt noch loswerden: „Wie sich die Leute in der Notsituation gegenseitig geholfen haben, ist bemerkenswert. Auch die Feuerwehren haben tolle Arbeit geleistet.“  

 

 

 

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