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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. November 2017 | 13:28 Uhr

Sternberg : Auf Slawenboot zum Heimatfest

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Zur Eröffnung donnerten Kanonenschüsse. Bei der 51. Auflage gab es ein vielseitiges Programm, zunehmende Besucherzahlen und ein volles Haus am Abend.

svz.de von
erstellt am 10.Aug.2014 | 18:44 Uhr

Die Obrigkeit der Stadt musste sich mächtig in die Riemen legen. „Wir wurden wie Rudersklaven behandelt“, beklagte sich der stellvertretende Bürgermeister Reinhard Dally und zählte Bürgervorsteher Eckhardt Fichelmann gleich mit. Die Piraten vom Männerballett des Sternberger Carnevals Club (SCC) waren diesmal die Guten und setzten der Peinigung auf dem Slawenboot, das von einer Wikingergruppe aus dem Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden gesteuert wurde, ein Ende. Die Nordmänner und -frauen auf Zeit haben ihre Zelte für drei Wochen dort aufgeschlagen und tragen dazu bei, dass die Besucher ein Museum zum Anfassen erleben.

Dem Piratenhauptmann alias Eckardt Meyer, Leiter des Sternberger Ordnungsamtes, ging die Befreiungsaktion am Badestrand allerdings viel zu langsam. Er ließ die Männer der Schützengilde 1655 e.V. mehrmals ihre beiden Kanonen auf dem Steg zünden und Salven aus fünf Büchsen in den Himmel donnern. Piraten und Schützen als Verbündete, das war klar, denn Letztere wollten ihre drei Majestäten zurückhaben, die ebenfalls auf dem Slawenboot festsaßen. Astrid Neumann ist schon das dritte Mal Schützenkönigin. Die Treffsicherheit hat sie ihrem Sohn anscheinend mit in die Wiege gelegt. Dem Verein gehöre er praktisch seit der Geburt an, erzählte die hoch dekorierte Mutter lachend. Der neunjährige Nick ist zum zweiten Mal Jugendschützenkönig. Nur bei den Männern gibt es dieses Jahr mit Siegmar Roob eine neue Majestät. Der Schweriner gehört der Schützengilde 1655 erst drei Jahre an. Wegen seiner Arbeit in Dänemark habe er zuvor keine Gelegenheit gehabt, sich einem Verein anzuschließen, dann aber im Internet nach einem für Tontaubenschießen gesucht. „Ich bin auf Sternberg gestoßen, habe mir das einmal angesehen und bin hängengeblieben. Ich fühle mich hier richtig wohl“, so Roob.

Dass die Schützenkönige mit ihren Gewehren umgehen können, haben sie bewiesen, nur beim Zünden der beiden Eröffnungsböller, die Euro-Scheine in Miniformaten enthielten, gab es eine Ladehemmung. Der Vize-Bürgermeister eröffnete das 51. Sternberger Heimatfest dennoch froh gelaunt.

Ein buntes Nachmittagsprogramm unter anderem mit Räuber Brummbart, Willi Freibier, dem SCC Sternberg, der Jagdhornbläsergruppe Wamckow und anderen Vereinen schloss sich an. Die Freiwillige Feuerwehr Sternberg brachte Interessierte im Korb ihrer Drehleiter rund 30 Meter in die Höhe. Mit der Zeit nahm auch die Zahl der Besucher, die zunächst ein wenig kärglich ausfiel, stetig zu. So konnten zum Beispiel die Frauen vom Back-Café am Markt, die anfangs gebangt hatten, vielleicht zu viel Kuchen herbei geschafft zu haben, noch alles unter die Leute bringen. Etwa ab halb drei zur Kaffeezeit sei es gut gelaufen.

Zur Schlagerparty am Abend füllten sich die Bänke. Mancher, der zu Beginn da war, wurde schon unruhig und konnte die Show von Victoria als Helene-Fischer-Double kaum mehr erwarten. Viele hatten offenbar damit gerechnet, dass sie erst zu fortgeschrittener Zeit auf die Bühne kommt, und sich Zeit gelassen. Dann kam prächtige Stimmung auf.

Martin Bouvier, Leiter der Tourist-Information, bei der nun das zweite Mal die organisatorischen Fäden des Heimatfestes zusammenliefen, zeigte sich mit der Resonanz insgesamt zufrieden. Die Konkurrenz sei groß gewesen mit der Hanse Sail, dem „Kleinen Fest im großen Park“ in Ludwigslust, das bei Sternbergern sehr beliebt sei, oder auch den sommerlichen Temperaturen mit wider Erwarten viel Sonne, die zur Fahrt an die Ostsee einlud. Im Vergleich zum Vorjahr seien mehr Besucher gekommen, Einheimische und Urlauber. „Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg“, so Bouvier.

 

 

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