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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. November 2017 | 00:27 Uhr

Wamckow : Auf gutem Weg ins Berufsleben

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Drei Auszubildende im Gut Wamckow sind derzeit bei den Frühjahrsarbeiten voll eingespannt. Selbstständigkeit gilt auch im Lehrlingswohnheim.

von
erstellt am 12.Mai.2015 | 21:04 Uhr

Für Traktoren und andere Technik habe er sich schon beizeiten interessiert, erzählt Lukas Ciosseck. Er wollte Lkw-Fahrer werden, sei nach der Schule aber zu jung dafür gewesen und habe sich daher für Plan B entschieden – die Landwirtschaft. Der 18-Jährige aus Ruest absolviert nun sein drittes Ausbildungsjahr im Gut Wamckow und würde auch danach „erstmal gern bleiben“. Und dieses Interesse scheint auf beiden Seiten zu bestehen.

Melvin Herbst, ebenfalls 18, und Jens Beckereit, 20, beide im zweiten Lehrjahr, kommen von weiter her, Ersterer aus der Nähe von Lüneburg. Er sei im Internet auf Gut Wamckow gestoßen. Zu Hause hätten die Flächen nicht die Größen wie hier und die Betriebe deshalb keine so umfangreiche Technik, nennt er als Hauptgrund für den Wechsel nach MV. Dies sei der Wunschberuf, in dem er auf jeden Fall weitermachen wolle. Dass es ihm ernst ist, aus der Ausbildung viel praktische Erfahrung mitzunehmen, zeigt der zweite Platz unter den Auszubildenden im April beim Leistungspflügen für Westmecklenburg.


Technik für jeden Bereich des Pflanzenbaus


Jens Beckereit ist bei Bremerhaven zu Hause und gelangte durch persönliche Kontakte nach Wamckow, wo er zunächst drei Monate ein Praktikum machte, das ihm zusagte. Vorher sei er einen Monat bei einem Architekten gewesen. „Aber das war mir zu künstlerisch, hatte wenig mit Häusern zu tun“, erzählt der 20-Jährige. Er wolle nach der Ausbildung Agrarökonomie studieren, „mal andere Betriebe kennen lernen und gern wiederkommen“.

Alle Drei schätzen vor allem, mit Technik für jeden Bereich des Pflanzenbaus vertraut zu werden. In Lohnbetrieben dagegen, die meist sehr spezialisiert seien, wäre das stark eingeschränkt. Und ebenso wichtig finden die Azubis, alle Tätigkeiten auf den Feldern erledigen und selbstständig arbeiten zu können.

Eckhard Muckermann, Verantwortlicher für Pflanzenbau im Gut Wamckow, sieht das auch als große Herausforderung an sich selbst, „jungen Leuten beizubringen, was sie für ihren Beruf brauchen“. Er und Manfred Schmudlach sind Ansprechpartner. Für einen wäre das zu viel, meint Muckermann.

Der Betrieb ziehe so seinen Berufsnachwuchs heran, könne nach der Ausbildung allerdings nicht jeden übernehmen. Manche wollten das auch gar nicht, sondern sich in der Welt umsehen oder im elterlichen Betrieb einsteigen, nachdem sie von Zuhause weg waren. „Bei uns bekommen sie den Einstieg ins Berufsleben“, sagt der Pflanzenbauchef. „Sie sind voll integriert, werden anfangs an die Hand genommen und erfüllen im Verlaufe der Zeit immer selbstständiger ihre Aufgaben.“ Und der Betrieb sei bestrebt alle Möglichkeiten zur Ausbildung anzubieten, wie auch die Teilnahme am Leistungspflügen, an dem sich die jungen Leute von Gut Wamckow zu dritt beteiligten.

Lukas, Melvin und Jens werden Fachkraft für Agrarservice, in Feldbau und Dienstleistungen ausgebildet. Drei weitere Lehrlinge hat das Gut als Landwirt, der in Pflanzenbau und Tierhaltung arbeitet, in der Werkstatt als Landmaschinenschlosser sowie in der Tierhaltung. Alle sind im Wohnheim in Kobrow untergebracht. „Das ist vorteilhaft, um selbstständiger zu werden“, findet Muckermann. Der Betrieb stelle die Unterkunft, um alles andere müssten sie sich selbst kümmern, sich
verpflegen oder die Wäsche waschen.


Bewerber für eine Woche zum Praktikum


Bewerber kämen über das Portal bei der Agentur für Arbeit, übers Internet, aber auch über Mund-zu-Mundpropaganda. Nach einer Auswahl werden sie für eine Woche zum Praktikum eingeladen, „um festzustellen, ob es das Richtige für Bewerber und Betrieb ist“, so Muckermann. Manche Jugendliche hätten Vorstellungen, die mit der Realität „wenig zu tun“ hätten, räumt er ein. Nach seiner Erfahrung spiele das familiäre Umfeld der Bewerber eine wichtige Rolle. Der Betrieb
habe vielleicht Glück gehabt, bislang keinen Reinfall erlebt. Für September sei ein weiterer Ausbildungsplatz schon fest, in allen vier Berufen würden aber noch Bewerber gesucht.

Das jetzige Azubi-Dreiergespann im Feldbau ist erst einmal bei den Frühjahrsarbeiten voll eingespannt. Mais und Kartoffeln sind im Boden. Letztere baut Gut Wamckow auf 100 Hektar an als Speise-, Stärke und Vermehrungskartoffeln. Hier wird demnächst angehäufelt und gleichzeitig gedüngt. Hinzu kommen Pflanzenschutz und Düngung beim Getreide, und nächste Woche geht es mit dem ersten Schnitt auf dem Grünland los.

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