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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. November 2017 | 02:25 Uhr

Brüel : Auf Friedhof Eisentore gestohlen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Stadt Brüel erstattet Anzeige bei der Polizei. Weitere Ärgernisse: Klau von Blumenschmuck, Gießkannen und Haushaltsmüll in Gitterboxen.

von
erstellt am 21.Mai.2015 | 16:36 Uhr

„Hier fehlt das Tor für die Einzäunung“, sagt Matthias Manthei, Friedhofswärter in Brüel, und zeigt auf die Grabstelle  von Schmiedemeister Schoknecht.  Der Brüeler war 1927 durch einen Unglücksfall zu Tode gekommen, ist auf dem Grabstein noch gut zu lesen. Die Stadt habe sich der Stätte angenommen, weil sie von der Historie erhaltenswert sei, erklärt Manthei.  Nur ein paar Meter entfernt befindet sich die letzte Ruhestätte von Stadtbaumeister Paul Roese, beerdigt 1922. Auch hier klafft in der Umzäunung ein Loch.

„Mich haben Leute darauf aufmerksam gemacht, dass auf dem alten Friedhof  von drei Gräbern die schmiedeeisernen Tore abmontiert wurden und von einer weiteren Umzäunung  die Ketten“, sagt er. Um drei der Gräber kümmere sich die Stadt, bei einem privaten werde  nun der Angehörige  angeschrieben und über den Diebstahl informiert. Die Stadt habe Anzeige bei der Polizei erstattet, so Matthias Manthei. „Die Diebe machen auch vor nichts halt“, ärgert sich auch Bauhofsleiter Norbert Krienke. Dass ein Tor geklaut wurde, habe es schon einmal auf dem Brüeler Friedhof gegeben, aber das liege schon mehr als zehn Jahre zurück, erinnert er sich. 

„Wir vermuten ja, dass es dieses Mal keine Schrottsammler sind, sondern Leute, die die Sachen aufarbeiten und dann  auf Trödel- oder Antikmärkten anbieten“, sagt Manthei.  

Diebstähle auf den beiden Brüeler Friedhöfen seien leider keine Seltenheit, wissen Friedhofswärter und Bauhofchef.  Allerdings habe  es bei Blumen und Gestecken ein wenig nachgelassen.  Dafür verschwinden immer noch Harken, Hacken und Gießkannen. Von den 60  Kannen, mit denen beide Friedhöfe bestückt worden seien, gebe es jetzt höchstens noch die Hälfte, rechnet  Matthias Manthei vor.  „Aufgrund des schmalen Budget der Stadt können wir nicht ständig nachkaufen. Deshalb bringen sich Leute jetzt schon Plasteeimer mit, in  denen sie dann das Wasser füllen“. Die Arbeitsgeräte und Gießkannen arbeitet der Friedhofsgärtner über den Winter auf, „flickt“ Löcher im Kannenboden und repariert  die Harken.

Extrem zugenommen hat die Entsorgung von Haushaltsmüll in  den Gitterboxen und in der  Mülltonne auf dem alten Friedhof.  Und einige werfen ihren Abfall sogar einfach über den Zaun. „Wenn in den pflanzlichen Abfällen Plaste und Haushaltsmüll sind, müssen wir aufwändig sortieren. Die Grünabfälle werden kompostiert und abgelagert, um sie dann nach zwei Jahren als Kompost wieder ausbringen zu können. Das geht aber nur, wenn es keine Verunreinigungen gibt“, macht Manthei deutlich. Und jede zusätzliche Sortierung binde auch Arbeitskraft des Bauhofes, die dann für andere Aufgaben fehlen würde. Der alte Friedhof werde gern als Abkürzung zwischen Feldstraße, den dortigen Gärten und den Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt genutzt, wissen die beiden Männer. Und der eine oder andere entsorge dabei dann gleich seinen Müll mit, vermuten sie.

Ein großes Ärgernis für den Bauhof  wie für die Angehörigen, die auf dem alten Friedhof Gräber pflegen, ist, dass sich  immer mal wieder Rehe darüber hermachen.  Für 2016 hat die Stadt Geld für einen höheren Wildschutzzaun eingeplant, der den jetzigen von nur ca. einem Meter Höhe ersetzen soll, weiß Manthei.  Ein erster Schritt, um hungrigen Rehen den Zugang zu versperren, wäre schon, alle Tore zum Friedhof zu schließen. Obwohl mehrere Schilder darauf aufmerksam machen würden, stünden immer wieder Tore offen.

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