Rollstuhl-Fahrer von Auto erfasst : "Auf einem Radweg wäre nichts passiert"

Gefährliche  B 192: Zwischen Warin und Brüel fehlt ein Radweg.
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Gefährliche B 192: Zwischen Warin und Brüel fehlt ein Radweg.

Der 49-Jährige Rollstuhl-Fahrer Andreas Jordan überlebte einen Verkehrsunfall zwischen Brüel und Warin. Er wurde von einem Auto erfasst und ist sich sicher, das auf einem Radweg nichts passiert wäre.

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19. Januar 2012, 07:14 Uhr

Warin/Brüel | "Ich hörte einen lauten Knall. Dann merkte ich, wie ich aus meinem Rollstuhl geschleudert wurde und im Straßengraben landete", berichtet Andreas Jordan.

Der 49-Jährige hat einen schweren Verkehrsunfall im Oktober des vergangenen Jahres auf der B192 zwischen Brüel und Warin überlebt. Er ist sich sicher: "Wäre ich mit meinem Elektro-Rollstuhl auf einem Radweg unterwegs gewesen, wäre mir nichts passiert."

Jordan wohnt in einer betreuten Wohnanlage der Volkssolidarität in Brüel. Alle zwei Wochen besucht er se ine Eltern in Warin. Dafür nimmt er gern die rund zehn Kilometer lange Strecke auf sich. Er fährt mit seinem Elektro-Rollstuhl auf der B 192, weil dieser für die Straße zugelassen ist. Aber ganz ungefährlich ist die Fahrt nicht. Das musste Jordan schmerz lich am eigenen Leib erfahren: Am 9. Oktober ist Jordan mit seinem Rollstuhl auf dem Rückweg nach Hause. Kurz vor Brüel nähert sich ihm ein Pkw von hinten. Der Fahrer setzt zum Überholen an. Doch das Manöver missglückt. Jordan wird von dem Wagen erfasst. Die Wucht des Aufpralls katapultiert ihn aus seinem Rollstuhl. Er landet im Straßengraben. Das Auto überschlägt sich.

Jordan hat Glück: Bis auf eine angebrochene Schulter ist er unverletzt. "Die Schutzengel waren wohl zur Stelle", meint der Brüeler. Insgesamt zwei Wochen verbringt er im Krankenhaus in Crivitz. Sein Rollstuhl hat Total-Schaden: Sämtliche Räder sind ab gerissen, der Motor zerbrochen.

Seine Verletzungen sind mittlerweile verheilt. Der Rollstuhl ist ersetzt. Der Schock über den Unfall sitzt aber tief: "Die Angst steckt in einem drin. Wenn ich heute meine Eltern besuchen möchte, lasse ich mich mit dem Auto abholen", sagt Jordan. Seiner Meinung nach wäre der Unfall nicht geschehen, gäbe es zwischen Brüel und Warin einen Radweg. "Wie viele Leute sollen sich da noch die Knochen brechen? Wann kommt endlich der geplante Radweg?", möchte Jordan mit Hilfe der SVZ wissen. Wir haben bei Wilfried Schubert, Baudezernent im Straßenbauamt Schwerin, nachgefragt.

"Zwischen Brüel und Warin ist lediglich ein Radweg zwischen Brüel und Blankenberg in Planung", informiert Schubert. Dafür liefen derzeit Voruntersuchungen. Wenn diese abgeschlossen seien, werde die konkrete Streckenführung ausgearbeitet. Mit dem fertigen Entwurf könne dann die Finanzierung geklärt und der betreffende Grund und Boden erworben werden. Erst dann könne mit den Bau des Radweges begonnen werden. Schubert rechne mit einem Baubeginn frühestens 2014.

Bis dahin verzichtet Jordan auf der Straße Brüel-Warin auf seinen Rollstuhl und fährt lieber mit dem Auto: "Ich will m ine Schutzengel nicht herausfordern."

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