Dabel : Auf den Ansturm vorbereitet

Nicht einmal der größte: Fischer Klaus-Dieter Dehmel präsentiert ein Prachtexemplar von Karpfen. Dieser wiegt „nur“ vier bis fünf Kilo. Es gibt auch welche bis zu acht Kilo. Fotos: Wibke Niemeyer
Nicht einmal der größte: Fischer Klaus-Dieter Dehmel präsentiert ein Prachtexemplar von Karpfen. Dieser wiegt „nur“ vier bis fünf Kilo. Es gibt auch welche bis zu acht Kilo. Fotos: Wibke Niemeyer

In der Fischerei Dehmel in Dabel ist der Karpfenverkauf am Silvestertag in vollem Gange Bis 12 Uhr hat der Laden heute am Standort Schillerstraße geöffnet.

svz.de von
31. Dezember 2016, 05:00 Uhr

Kaum etwas anderes spielt Silvester eine so große Rolle wie Glück – und zwar in verschiedenen Formen: beim Bleigießen, als Glücksbringer in Form von Tischdekoration, beim Silvesterkuss und, und, und. Ein Grund, weshalb zum Jahreswechsel der Karpfen so beliebt ist, ist der gleiche: Legt man sich eine Schuppe des Fisches um Mitternacht ins Portemonnaie, verspricht das – so sagt der Aberglaube – Geldsegen im kommenden Jahr. Diese Weisheit kennt auch Jeanette Dehmel vom gleichnamigen Fischereibetrieb in Dabel, daran glauben tut sie aber nicht.

Die Nachfrage nach Karpfen steigt schon im September. „Bis April ist Karpfenzeit. Einige unserer Kunden essen zwischendurch auch gerne Fisch, aber tatsächlich geht schon im Herbst der Verkauf für Weihnachten und Silvester los“, erzählt sie im SVZ-Gespräch. Dass Karpfen auch gerne zu Weihnachten gegessen werde, sei ein Trend, der in den letzten Jahren zugenommen habe. Auch bei Familie Dehmel kommt das Schuppentier zum Weihnachtsfest auf den Tisch. „Ganz klassisch mit Kartoffeln, Buttersoße und Meerrettich, wie bei meiner Oma“, erzählt Jeanette Dehmel.

Einen Tag vor und an Silvester selbst ist der Verkauf dann in vollem Gange, denn das Fisch gehört bei manchem Mecklenburger zum traditionellen Festtagsmenü. „Viele unserer Kunden stammen aus der älteren Generation. Die nehmen dann den ganzen Fisch mit Kopf und Schwanz. Aber wir haben auch junge Käufer, die die Tradition aus ihrer Familie kennen, jedoch nicht wissen, wie er richtig zubereitet wird“, sagt Jeanette Dehmel und ihr Mann Klaus-Dieter fügt hinzu: „Die greifen dann eher zum Filet. Das ist weniger Arbeit, denn es lässt sich schneller zubereiten.“

Blau oder gebacken? Das ist eine der wichtigsten Fragen bei der Zubereitung. Hier entscheidet sowohl Aberglaube als auch Geschmack. Für „Karpfen blau“ wird der Fisch nicht entschuppt. Da er eine Schleimschicht auf den Schuppen hat, kommt es zur namensgebenden Blaufärbung.


Laden in Dabel heute bis 12 Uhr geöffnet


Am heutigen Sonnabend erwartet die Fischerei, die Klaus-Dieter Dehmel seit 1991 am Standort Schillerstraße in Dabel führt, den Ansturm. „Freitag ist ja für viele noch ein ganz normaler Arbeitstag. Da läuft der Verkauf etwas schleppend“, sagt Jeanette Dehmel. Bis 12 Uhr ist der Laden heute geöffnet. Zusätzlich wird der Fisch noch in zwei Wagen in Parchim und Goldberg verkauft. Ohne ein gutes Team würde das nicht funktionieren. So hilft die älteste Tochter Natalie im Laden mit. „Mitarbeiter, die sonst in der Verarbeitung tätig oder auch schon in Rente sind, helfen jedes Jahr mit beim Verkauf“, ist Jeanette Dehmel froh über die Unterstützung.

Ihr Mann hat gut vorgesorgt und einen reichen Fang an Land gezogen. „Es ist genug Ware da. In diesem Jahr bieten wir zwischen fünf und zehn Tonnen Fisch an“, sagt Klaus-Dieter Dehmel. Die Tiere stammen alle aus der eigenen Teichwirtschaft in Klein Labenz. In diversen Haltebecken in seinem Betrieb in Dabel warten nun die Flossentiere auf ihre Käufer. Vor Ort werden die Karpfen erst dem Kunden gezeigt und dann frisch geschlachtet. „Für ganz lange Wartezeiten haben wir Glühwein da“, sagt Klaus-Dieter Dehmel.

Aber nicht nur Karpfen, auch rote Lachsforellen und geräucherte Aale sind stark nachgefragt. Bei Familie Lappe aus Mestlin gibt es in diesem Jahr Forelle zu Silvester. „Wir feiern gemütlich als Familie zusammen und es gibt gebratene Forelle mit Buttersoße. Wir haben schon lange keinen Fisch mehr gegessen“, erzählt Sibylle Lappe. Bei Familie Dehmel gibt es ein Buffet. „Wir haben Besuch aus Köln und da bringt jeder etwas mit“, sagt Jeannette Dehmel. Eines darf aber nicht fehlen – Fisch.

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