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Burg des Nagers bei Klein Labenz zerstört : Attacke auf streng geschützte Biber

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Unbekannte haben zwischen Klein Labenz und Mankmoos eine Biberburg zerstört und damit das Domizil einer ganzen Familie dieser streng geschützten Tierart vernichtet. Eine solche Attacke gab es noch nie im Seenland.

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erstellt am 04.Feb.2013 | 06:24 Uhr

Warin | Unbekannte haben an den Karpfenteichen zwischen Klein Labenz und Mankmoos eine Biberburg zerstört und damit das Domizil einer ganzen Familie dieser streng geschützten Tierart vernichtet. Eine solche Attacke gegen die Biber gab es noch nie im Sternberger Seenland. Sollten die Umweltfrevler erwischt werden, droht ihnen eine Strafe von einigen hundert bis zu mehreren zehntausend Euro, sagt gestern Jan Lippke, der stellvertretende Leiter der Naturparkverwaltung in Warin.

"Wir haben schon viel erlebt, aber dass eine Biberburg abgeräumt wird, noch nicht", erklärt Naturparkranger und Biberfachmann Mario Krüger. "Wir waren entsetzt. Das ist richtig dreist." Zusammen mit seiner Kollegin Margot Rossow nahm er sich gestern Vormittag den Schaden genauer unter die Lupe. Den gesamten Oberbau der Biberburg, der etwa einen Meter stark war, hatten die Zerstörer abgetragen und das hölzerne Baumaterial auf einer größeren Fläche verteilt.

Am Wochenende hatte Naturparkrangerin Margot Rossow über einen Fischereiaufseher den Tipp bekommen, dass Biber bei Klein Labenz umherirren. Sowohl ältere als auch Jungtiere waren zu sehen. Die Umweltfrevler müssen in der vergangenen Woche am Werk gewesen sein. Jan Lippke hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung. Wer etwas gesehen hat, sollte sich an die Naturparkverwaltung in Warin wenden, so Lippke. "Wir haben eine Anzeige bei der Unteren

Naturschutzbehörde gegen Unbekannt gemacht."

Von 2005 an, seitdem es den Naturpark Sternberger Seenland gibt, hat es keine solche folgenschwere Attacke

gegen den Biber gegeben, sagt Krüger. Vor dieser Zeit, so weiß er von anderen Naturfreunden, wurden im Bereich Wendorf ein bis zwei tote Biber gefunden, die eindeutig an Schussverletzungen verendet waren.

Konflikte zwischen Landnutzern und den streng geschützten Bibern gibt es immer wieder. Die Biber stauen Bäche und Gräben so weit an, dass die Eingänge zu ihren Burgen unter dem Wasserspiegel liegen. Dadurch werden nicht selten von Menschen genutzte Flächen überflutet.

Da der Biber streng geschützt ist, darf sich niemand ohne Genehmigung an seinem Domizil zu schaffen machen. Dabei sei es in der Vergangenheit einige Male vorgekommen, dass ohne Erlaubnis Biberdämme weggerissen wurden, sagt Jan Lippke. Es wurden auch mehrfach Ermittlungen in solchen Fällen aufgenommen. Die brachten aber nicht solche stichhaltigen Beweise, dass jemand bestraft werden konnte. Es gab auch einmal eine Attacke auf eine Biberburg, aber offensichtlich nicht mutwillig, sondern aus Unwissenheit, wie Lippke erklärt. Wasserwanderer, die an der Warnow Stopp machten, sammelten sich Knüppel von einer Biberburg und nutzten sie als Feuerholz.

In vielen Fällen können auf legale Weise Konflikte zwischen Bibern und Landnutzern gemindert werden. Wo Flächen durch die Bautätigkeit des Nagers unter Wasser gesetzt werden und dabei große Probleme entstehen, wenden sich die Betroffenen meist an den Wasser- und Bodenverband. Der Landkreis muss dann über mögliche Ausnahmegenehmigungen bei Eingriffen in die Welt des Bibers entscheiden. "Der Landkreis arbeitet eng mit uns zusammen", sagt Lippke. Die Fachleute vom Naturpark geben eine Stellungnahme ab, wo möglicherweise ausnahmsweise Biberdämme weg könnten oder wo man z. B. sogenannte Bibertäuscher einbauen könnte. Diese verhindern, dass der Nager das Wasser zu hoch anstaut. In Ausnahmefällen finden sich immer Möglichkeiten, so Lippke.

Die Naturparkmitarbeiter gehen davon aus, dass sich der Biber sein Domizil an den Karpfenteichen wieder herrichtet. Sie wollen dieses Revier verstärkt kontrollieren.

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