Dabel : Ast auf Straße: 22 Mann alarmiert

Dabels Wehrführer Axel Gräber (stehend) beim 2015er-Rechenschaftsbericht.  Fotos: Roland Güttler
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Dabels Wehrführer Axel Gräber (stehend) beim 2015er-Rechenschaftsbericht.

Heiße Diskussion auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Dabel zum Konzept der Leitstelle Westmecklenburg.

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26. Januar 2016, 06:39 Uhr

Die Freiwillige Feuerwehr Dabel zählt 28 Aktive plus fünf Mann Reserve und drei Veteranen. „Von den 28 Kameraden sind acht die Woche über beruflich bedingt gar nicht anwesend. Die Situation ist so“, verkündete Wehrführer Axel Gräber auf der Jahreshauptversammlung am vergangenen Freitagabend.

Im 2015er-Bericht listete Gräber „fünf Brände, 23 Hilfeleistungen und eine Einsatzübung“ auf. Neben Verkehrsunfällen sowie Beseitigungen von Ölspuren war es auch in Dabel ein Sturmjahr mit diversen Bäumen, Ästen auf den Straßen. Am 8. Februar hing ein Baum in einer Mittelspannungsleitung bei Hohen Pritz.

Dass die Einsätze – gerade bei Unwetter – für die Kameraden nicht ungefährlich sind, zeigte sich am 31. März, als zwischen Rothen und Zülow die abgebrochene Krone einer Kiefer auf das vollbesetzte Löschfahrzeug (LF 10) krachte. Gerätewart Frank Knak: „Da hatten wir selbst viel Glück, dass keiner im Fahrzeug oder außerhalb verletzt wurde.“ Der Schaden am LF 10 betrug 12 000 Euro.

In der Bilanz stehen auch zwei Alarmierungen, die im nachhinein auch für einiges Schmunzeln sorgen. Am 18. April 2015 riefen besorgte Anwohner die Wehr wegen eines Lagerfeuers des örtlichen Sportvereins. Und am 9. August lokalisierte die automatische Feuerturmwache einen Brand in Richtung Bolz. Vor Ort entpuppte es sich für die Wehr als starke Staubentwicklung (SVZ berichtete).

In der anschließenden lebhaften Diskussion sprach Oberfeuerwehrmann Bernd Selig, seit über 30 Jahren bei der Dabeler Wehr, eine ihn immer mehr nervende Sache an: „Wenn man zu Kleinigkeiten nachts mit 22 Mann ausrückt, dann sehe ich ein großes Problem.“ Der Alarm „Baum auf der Straße“ erwies sich zwischen Rothen und Zülow als kleinerer Ast. Selig betitelte solche Art Einsätze als „Pillepalle“.

Dabels Bürgermeister Herbert Rohde griff die Sache auf und gab dem anwesenden stellvertretenden Amtswehrführer Horst Reimers aus Sternberg mit auf den Weg, die Sache nochmals zu überprüfen. Das Konzept der zuständigen Leitstelle Westmecklenburg mache „unsere Kameraden müde und mürbe“, so Rohde. Wozu gebe es denn moderne Technik? Reimers kennt die Problematik aus eigenem Erleben. Da werde „viel Geld und Aufwand für nichts rausgeworfen“. Doch eine alle zufrieden stellende Lösung ist schwierig (siehe Kommentar).

Zugleich freute sich Reimers darüber, dass das Klima zwischen den Amtswehren nach wie vor stimmt; ganz im Gegensatz zur Situation im neuen Großkreisverband. Seit dem vom Landrat verordneten „Vereinigungsparteitag“ (Reimers) vor zwei Jahren „läuft nichts“. 

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