Wismar : Architektonisch ein Hingucker

Blau-rotes Farbenspiel am neuen Feuerwehrgerätehaus der FFw Altstadt am Wismarer Kagenmarkt.
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Blau-rotes Farbenspiel am neuen Feuerwehrgerätehaus der FFw Altstadt am Wismarer Kagenmarkt.

Freiwillige Feuerwehr Altstadt Wismar bezog neues Gebäude am Kagenmarkt. Die Besonderheit ist der integrierte Übungsturm.

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04. April 2017, 21:26 Uhr

Nach 20 Jahren Provisorium in einem Teilbereich des Gebäudes der Wismarer Berufsfeuerwehr in der Scheuerstraße hat die Freiwillige Feuerwehr Wismar Altstadt seit Monatsbeginn eine neue Heimstatt. Und was für eine schicke. Der 2,2 Millionen Euro teure Neubau am Kagenmarkt in der Prof. Frege-Straße ist nicht nur funktionell auf dem neuesten Stand; er erweist sich – was die Farbgestaltung betrifft – als ein absoluter Hingucker.

Von den 2,2 Millionen Euro kamen eine Million vom Schweriner Innenministerium. Zudem flossen 278 000 Euro aus dem Topf der Städtebauförderung in das Projekt, den nicht geringen Rest steuerte die Hansestadt bei.

Entstanden ist ein architektonisch überaus gelungener Neubau, der äußerlich durch seine besondere Farbgebung besticht. „Das Rot soll Flammen darstellen, Blau steht für den Himmel oder das Wasser“, erläutert Zugführer Stefan Kaspereit. Die Flammen sehe man deutlich, „wenn man weiter weg steht. Oder mit einem Flugzeug drüberfliegt“.

Im Gerätehaus haben die sieben Fahrzeuge plus die drei Anhänger Platz. In dem 1488 Quadratmeter großen Gebäudekomplex befinden sich zudem Büroräume, ein Sozialtrakt mit Sanitärräumen sowie ein Versammlungsraum mit angeschlossener Küche. Zudem wurde alles behindertengerecht gebaut, ein Fahrstuhl führt ins Obergeschoss.

Der besondere Clou des neuen Feuerwehrgebäudes ist jedoch der Übungsturm. Hier können die Kameraden den Ernstfall mit Dreh- und Steckleitern üben. „Das hat wirklich nicht Jeder“, zeigt Stefan Kaspereit mit sichtlichem Stolz auf den höheren Gebäudeteil. Hier geht es von außen „sechs bis acht Meter in die Höhe“, erzählt Kaspereit gegenüber SVZ.

Alles Gute ist aber offensichtlich auch hier nicht beisammen. Um die Drehleiter anzustellen, bräuchte es eigentlich den gleichen Platz wie in der Höhe. Doch nach ca. fünf Metern kommt schon die Umzäunung. „Da müssen wir eben die Leiter klappen“, meint der Zugführer. Vielleicht habe der Architekt ja auch eine ganz, ganz enge Straße im Blick gehabt.

Nachfragen von anderen Wehren zum Üben gab es bisher nicht , „dafür können wir uns aber kaum vor Besichtigungsanfragen retten“, so Kaspereit. Darunter auch – natürlich – von der benachbarten Tarnow-Grundschule.

Die FFw Wismarer Altstadt existiert bereits seit 157 Jahren und zählt aktuell 57 Aktive, fünf Ehrenmitglieder sowie 23 Jugendliche. „Den Namen Altstadt behalten wir“, verkündet der Zugführer, obwohl das neue Domizil nicht mehr in der Altstadt liegt.

Vor allem sind die „Altstädter“ froh, dass die Provisoriumszeit ein Ende hat. Kaspereit: „In der Scheuerstraße mussten wir uns regelrecht ins Fahrzeug quetschen, so eng war es zwischen Tür und Wand.“ Zudem waren die Wände nass, schimmelig. Als man einmal die Tapeten abnehmen wollte, kam den Feuerwehrleuten „der Putz schon entgegen“.  

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