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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

20. November 2017 | 20:11 Uhr

Brüel : Anspruchsvolles Ziel geschafft

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Schüler der Regionalen Schule in Brüel gingen mit ihrem Lehrer und einem Vater ein Stück auf dem Baltisch-Mitteldeutschen Pilgerweg

von
erstellt am 14.Jul.2017 | 21:00 Uhr

„Es war mal eine Herausforderung“, sagt Jonas Dombrowa. Der Sechstklässler gehört zu der kleinen Schülergruppe, die in dieser Woche ein Stück auf dem Baltisch-Mitteldeutschen Weg gegangen ist. Die Idee dazu hatte René Alex, seit zwei Schuljahren Lehrer für Religion und Geschichte an der Regionalen Schule in Brüel. Wie SVZ berichtete, war er während seines Studiums 350 Kilometer in Spanien nach Santiago de Compostela gepilgert. Seine Idee gefiel den Schülern und so entstand jahrgangsübergreifend das Projekt „Religion“.

Sieben Schüler und zwei Erwachsene – neben dem Lehrer Viviens Vater Ulf Moritz – hatten sich am Dienstag auf den Weg gemacht. „Am Anfang wollten alle mit. Aber als sie dann hörten, dass wir 20 bis
25 Kilometer am Tag laufen, hat sich das relativiert. Und ein Schüler musste leider nach dem ersten Tag auch noch abbrechen“, so Alex.

Schon der erste Streckenabschnitt habe es in sich gehabt. Vom Hauptbahnhof in Rostock sei es erst quer durch die Stadt, anschließend auf Straßen und Landwegen nach Schwaan bis zum Campingplatz gegangen. Immer mit dabei zwei Bollerwagen, die abwechselnd gezogen wurden, und auf dem Rücken ein Rucksack. Ziemlich geschafft, aber auch stolz, die Etappe bewältigt zu haben, hätten die Kinder nach dem Abendessen sogar noch Lust zum Baden gehabt.

„Am Mittwochmorgen haben wir dann entschieden, dass wir wegen des Wetters nicht zu Fuß nach Rühn gehen, sondern mit dem Zug fahren. Das war richtig. Wir sind natürlich auch gegangen, bis zum Bahnhof in Schwaan und in Rühn zum Kloster, insgesamt waren es wohl zehn Kilometer. Die Wege waren sehr schlammig und es hat permanent geregt“, sagt der Lehrer. Aber so hätten seine Schüler auch die gute Erfahrung gemacht, dass ein Kloster den Pilgern Schutz gebe. „Wir konnten unsere Schuhe und Kleider trocknen. Sigrid Papendorff vom Klosterverein hat uns zudem eine Führung gegeben. Sie war sehr nett, es war eine schöne Begegnung“, erzählt René Alex.

Von Rühn nach Tempzin, die letzte Etappe des Vorhabens, war die kleine Gruppe am Donnerstag wieder zu Fuß unterwegs. Mit einem Zwischenstopp an der Eisdiele in Warin hat sie am späten Nachmittag ihr Ziel erreicht. Auf dem Klostergelände wurden die Zelte aufgebaut, ein Lagerfeuer entzündet, gegrillt und viel erzählt. In Warin wären sie von Leuten gegrüßt worden, sagt der Lehrer, der vermutet, dass man die Schüler durch die Veröffentlichungen in der SVZ erkannt habe.

Für René Alex war das Projekt ein gelungenes. „Man hat gemerkt, dass die Schüler fertig waren, aber sie haben es durchgezogen und wenig gejammert. Man muss bedenken, dass Kinder unterwegs waren und gerade die Tour von Rostock nach Schwaan war heftig“, sagt er.

Im nächsten Jahr wolle er wieder mit Schülern auf den Pilgerweg gehen – wie jetzt von Rostock nach Tempzin, weil es eine schöne Strecke sei. „Man läuft durch Mecklenburger Landschaft. Die Kinder konnten unterwegs sogar Pferde streicheln.“ Gut wäre, wünscht sich Alex, wenn statt der Bollerwagen ein Auto zur Verfügung stände.

Auch die Schüler können sich vorstellen, noch einmal mit ihrem Lehrer zu pilgern. „Man ist viel mehr in der Natur. Und so weit bin ich auch noch nie gegangen. Schwierig war nur, wenn man den Bollerwagen mit den Zelten und den Getränken ziehen musste und da auch noch Rucksäcke drauf waren“, verrät Jonas Dombrowa. Achtklässlerin Vivien Moritz schwärmt von den Eichhörnchen und Pferden unterwegs. Nicht so gut gewesen sei das Wetter und wenn sie auf der Straße gehen mussten, weil da der Pilgerweg lang führe. „Insgesamt aber war es schön.“

Doris Mertke, Leiterin des Pilgerklosters Tempzin, freut sich darüber, dass „Pilgern langsam in die Jugend reindringt“. Pilgern sei jetzt ein wenig in Mode gekommen, „aber wenn es hilft, Tempo herauszunehmen, Ruhe hineinzubekommen und sich im Kopf zu takten“, dann habe die Mode viel erreicht.

Auch die Schüler, die alle ein Pilgertagebuch geführt haben, werden ihr Erlebtes nachwirken lassen und wollen im Unterricht darüber reden.

 

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