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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

13. Dezember 2017 | 14:03 Uhr

Sternberg : Anschlag auf das Blumenstübchen

vom

Zum zweiten Mal in kurzer zeit zertrümmerten Unbekannte mit einem Gullydeckel die Schaufensterscheibe eines Geschäfts in Sternberg. Eine Angestellte spricht von einem Anschlag.

svz.de von
erstellt am 04.Dez.2012 | 05:49 Uhr

Sternberg | Zum zweiten Mal innerhalb von wenigen Wochen zerschmetterten unbekannte Täter die Schaufensterscheibe des Blumenstübchen am Finkenkamp in Sternberg. "Als wenn es einer auf uns abgesehen hat", grübelte gestern Verkäuferin Sandra Viehmeyer und sprach das Wort "Anschlag" aus.

Das erste Mal wurde die Scheibe in einer Nacht zum Sonntag nach einer Karnevalsfeier zerstört, berichtete Johanna Grigo, Chefin des Blumenstübchens. "Wir haben gedacht, das waren Besoffene." Doch nach dem zweiten Fall in der Nacht vom Sonntag zum vergangenen Montag glaubt sie nicht mehr an einen schlechten "Jugendstreich." Die Zerstörung war noch größer. Neben der Scheibe wurde durch den Gullydeckel auch das Fensterbrett beschädigt.

Die beiden Frauen aus dem Blumenstübchen wissen nicht, wer ihnen so übel mitspielt. "Wir haben doch keine schlechten Blumen verkauft", sagte Johanna Grigo. "Wir arbeiten hart." Seit zehn Jahren betreibt sie das Geschäft - zunächst auf der einen Seite der Straße, dann im Neubau auf der anderen Seite. Nie habe es solche Vorfälle wie in den letzten Wochen gegeben.

Sie hoffe, dass es Hinweise an die Polizei gibt, erklärte Sandra Viehmeyer. Bisher sei offensichtlich noch niemand gefunden, der etwas gesehen oder gehört hat. Ob es nicht doch aufgefallen ist, falls jemand nachts mit einem Gullydeckel unterwegs durch die Stadt war? Oder ob jemand ein Auto gesehen hat, mit dem die Gullydeckel-Werfer in der Nähe gehalten haben?

Nach Erkenntnis der beiden Frauen stammt die Tatwaffe nicht aus der Nähe und vielleicht auch gar nicht aus Sternberg. Das erste schwere Metallgeschoss hatte der städtische Bauhof abgeholt. Es fand sich aber bisher kein offenes Kanalloch im öffentlichen Straßennetz von Sternberg, auf den dieser Deckel passt. Und auch bei der gerade laufenden Inspektion der Kanalschächte hatten die Bauhofmitarbeiter bis gestern Nachmittag offensichtlich noch keinen Ort entdeckt, bei dem der zweite Deckel fehlen könnte. Den hat die Polizei erst einmal in Sicherheit gebracht.

"In beiden bekannten Fällen ermittelt die Kriminalpolizei wegen Sachbeschädigung", erklärte Polizeisprecher Klaus Wiechmann. Ob zwischen den Taten ein Zusammenhang besteht, sei ebenfalls Bestandteil der laufenden Ermittlungen. Die Kriminalpolizei schließt bei der ersten Tat, die sich am 11.11. diesen Jahres ereignet hat, nach wie vor einen Zusammenhang mit einer Karnevalsveranstaltung in Sternberg nicht aus. "Möglicherweise haben Teilnehmer dieser Veranstaltung auf dem Heimweg die Beschädigung an der Scheibe verursacht", so Wiechmann. "Ermittlungen im Umfeld des Tatortes führten bislang nicht zum polizeilichen Erfolg."

Der Polzeisprecher bestätigte, dass die Tat am 11.11. mit Gullydeckeln verübt wurde, deren Herkunft bis heute ungeklärt ist. Die Polizei werde den sichergestellten Deckel nun kriminaltechnisch untersuchen. "Beide Taten finden im Rahmen der polizeilichen Streifentätigkeit Berücksichtigung", so Wiechmann.

Erst vor zehn Tagen hatte Johanna Grigo das in der Nacht zu Montag erneut beschädigte Schaufenster austauschen lassen. Zuvor seien immer wieder viele Kinder aber auch Erwachsene davor stehen geblieben, berichtet die Inhaberin. Spaß hatten sie an dem Weihnachtsmann, der der durch einen speziellen Mechanismus so aussieht, als wenn auf ihn Schneeflocken rieseln. Davon ist jetzt nichts mehr von außen zu sehen. Die Dekoration musste durch große Holzplatten vor dem zerschlagenen Fenster bedeckt und gesichert werden. Damit das nicht weiter so trostlos aussieht, wollen Mädchen und Jungen aus der Kindertagesstätte Sonnenschein noch in dieser Woche die Holzplatten bemalen. Das sagte gestern Kita-Leiterin Astrid Krüger.

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