Sternberg : Anlaufstelle für Tiere in Not

Die Katzen an der Futterstelle Schweinsbrücke, hier kümmert sich Heinz Ernst von der Tierschutzgruppe Sternberg.
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Die Katzen an der Futterstelle Schweinsbrücke, hier kümmert sich Heinz Ernst von der Tierschutzgruppe Sternberg.

Tierschutzgruppe Sternberg kümmert sich nicht nur um verwilderte Hauskatzen. Hier waren auch schon Hunde, Frettchen und ein Schafbock.

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16. März 2014, 17:36 Uhr

Nicht jedes Tier wird gut versorgt und sich ausreichend um es gekümmert. In schlimmen Fällen versucht die Tierschutzgruppe Sternberg zu helfen.

Diese gründete sich im Jahr 2010. Inzwischen zählt sie 33 Mitglieder aus der Umgebung. Zugehörig ist sie zum Tierschutzverein Güstrow. Begonnen hatte alles damit, dass Antje Cieslak im Herbst 2009 etwa 20 verwilderte Katzen in den Häusern zwischen der Seestraße bemerkte. Im folgenden Frühjahr seien es nur noch zehn gewesen, der Rest habe den Winter nicht überstanden. „Damals wusste ich noch nichts von Tierschutz“, gibt Cieslak zu. So kam alles ins Rollen, sie umsorgte die Vierbeiner und die Gruppe wurde gegründet. Eine der Katzen aus der Seestraße ist übrigens bei Cieslak geblieben.

Die Tierschutzgruppe Sternberg hat sich jedoch nicht nur den Katzen verschrieben (SVZ berichtete). „Wir betreuen auch Hunde, hatten sogar schon einen Schafbock oder auch Frettchen sowie Pferde“, berichtet Reiner Hofmann, der seit 2012 bei den Tierschützern dabei ist. Gerade Hunde seien, so Antje Cieslak, „seit Reiner Hofmann da ist, so richtig ins Laufen gekommen“. Inzwischen ist er erster Ansprechpartner und habe damit Cieslak „abgelöst, bis auf die Katzenkastrationen“.

Die Tierschutzgruppe finanziere sich allein aus den Mitgliedsbeiträgen und aus Spenden. „Vieles bezahlen wir allerdings selbst“. Vom Ordnungsamt gebe es finanzielle Unterstützung, um die Kastrationen bezahlen zu können. „Manchmal bekommen wir Futter gesponsert oder zu günstigeren Preisen.“ Zusätzlich fahren die Tierschützer viel in der Region herum. „Wir fahren die Futterstellen ab. Dann kommen auch mal Beschwerden, denen wir nachgehen. Zum Beispiel ist eine Futterstelle am Kugelberg in Sternberg, die neben einem Spielplatz liegt. Jemand hat sich darüber beschwert, dass die Katzen den Sand beschmutzen“, erzählt Hofmann.


Tierschützer als erste Ansprechpartner


„Dabei fungieren wir als erste Ansprechpartner. Wir klären ab, ob wirklich eingegriffen werden muss oder ob es sich um einen Nachbarschaftsstreit handelt“, so Hofmann. Es komme nämlich auch vor, dass dann bei Unstimmigkeiten der Tierschutz angerufen werde, obwohl es aus dessen Sicht keinen Grund zum Eingreifen gebe. „Leider gibt es jedoch auch extreme Fälle, bei denen trotzdem nichts weiter passiert“, beklagt Hofmann. Die Tierschützer leiten solche an das Veterinäramt weiter. „Dieses vergibt dann Auflagen, bei denen geprüft werden muss, ob sie auch eingehalten werden. Traurigerweise ist das manchmal nicht der Fall.“ Er berichtet von einem Vierbeiner, der erst vor wenigen Wochen gerettet wurde. „Uns erreichte die Information, dass in einem Zwinger zwei Hunde waren. Doch nur der große konnte frei laufen, ein kleiner war angekettet, weil er zuvor abgehauen war. Nun rannte er ein paar Mal um ein dort liegendes Fahrrad und verhedderte sich.“ Als Hofmann vor Ort war, sah er ebenso, dass der vernachlässigte Vierbeiner sich in einem schlechten Ernährungszustand befunden hätte. Der Kleine „kam wegen des großen Hundes nicht an das Futter heran“, ist Hofmanns Erklärung dazu. In der Folge wurde „mit vereinten Kräften“ das Veterinäramt mobilisiert, bevor er aus dem Zwinger geholt werden konnte. „Nun ist er in Holthusen und erholt sich“, freut sich der Tierfreund, der selbst einen Hovaward hat, über den glücklichen Ausgang der Geschichte. Und zum Schafbock: „Ich habe schon einen Schafbock an einen Kinderbauernhof in Crivitz vermittelt“, erzählt Hofmann. „Der war ganz alleine bei einer Gartenanlage. Irgendwann hatte ich dort vorher auch mal ein Schaf gesehen, aber das war nicht mehr da. Der Bock war total deprimiert.“

Doch es gibt auch weniger dramatische Fälle. „Wir helfen auch bei der Vermittlung von Haustieren, deren Besitzer ins Pflegeheim kommen“, stellt Antje Cieslak klar, „allerdings sind wir nicht für die Leute da, denen ihre Tiere über werden und sie sie einfach nur los werden wollen.“

Die beiden Tierschützer würden so manchen Vierbeiner gerne selbst aufnehmen. So gesellte sich kurzzeitig ein zweiter Hund zu Hofmanns Hovaward. „Allerdings hat sich meiner nicht mit ihm verstanden. Aber es geht ihm gut, dort, wohin er vermittelt wurde.“

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