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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. Oktober 2017 | 13:40 Uhr

Brüel : Angler mit eigenem Vereinsraum

vom

Der Brüeler Anglerverein „Roter See“ ist im Obergeschoss des Bürgerhauses eingezogen. Nächstes Ziel ist ein Vereinslogo oder Wappen. Und auch den kleinen Brüeler Weihnachtsmarkt wollen die Angler wieder mitgestalten.

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erstellt am 04.Dez.2012 | 11:59 Uhr

Brüel | "In den ersten Jahren haben wir nur mit einer Bambusrute geangelt. Die war bis zu fünf Meter lang", sagt Jürgen Hortig und zeigt auf ein Bild an der Wand im neuen Vereinsraum des Brüeler Anglervereins Roter See e. V. An der Rute war die Sehne dran. Es habe zwar schon einfache Rollen gegeben, aber die waren teuer, erinnert sich Hortig. Und Angeltaschen wie heute habe es auch noch nicht gegeben. "Wir hatten einfache Rucksäcke, da war alles drin". Beim Anangeln sei es dann im großen Umzug zum See und auch wieder zurück gegangen, um anschließend in der Stadthalle oder in der Gaststätte Lutz zu feiern, erinnert Jürgen Hortig, der zu vielen Bildern eine Geschichte erzählen kann. Der 72-Jährige ist seit 1961 in dem Verein organisiert und zählt zu den langjährigen, aber ebenso aktivsten Mitgliedern, wie Vereinsvorsitzender Karsten Löwe sagt. Am vergangenen Sonnabend hatten die Angler mit einem Tag der offenen Tür ihren Vereinsraum eingeweiht. Den zu schaffen, war erklärtes Ziel, als er in diesem Januar den Vorstand übernommen habe, erinnert Löwe. Die Idee dafür habe es schon vorher gegeben. "Wir brauchen einen Raum für unsere Vorstandssitzungen, die Beitragskassierungen und wo wir sämtliches Material vom Papier bis zum Werkzeug lagern können", nennt er nur einiges.

Eine erste Überlegung galt dem Obergeschoss im Badehaus am Roten See - auch mit Bezug auf den Vereinsnamen - und wurde schnell wieder verworfen. Mehrere Gespräche mit dem Brüeler Bürgermeister Jürgen Goldberg führten dann in die Archivräume im Bürgerhaus. "Wir haben kurzentschlossen ja gesagt", so Löwe. Die Räume waren voller schwerer Papierordner, die Balken unbehandelt. Bei der Umlagerung der Akten war Goldberg zu gegen, "damit alles sortiert bleibt". Das war Ende März. Für den Vorstand folgten etliche Einsätze an Wochenenden. "Die meisten von uns liegen aus, arbeiten in Schichten oder sind im Rentenalter", gibt Löwe zu bedenken. Und Geld stehe dem Verein kaum zur Verfügung. Von den Beiträgen, die die zurzeit 166 Mitglieder im Jahr bezahlen, würden nur rund zehn Euro pro Person für die Vereinsarbeit zur Verfügung stehen, rechnet der Vorsitzende vor. Um so mehr dankt der Vorstand auch Mario Schütz, Stefan Westphal, Dirk Bindemann, Dirk Schütz und der DHG, die materiell oder finanziell geholfen haben, dass den Anglern jetzt ein so schöner Vereinsraum zur Verfügung steht. "Froh sind wir auch, dass der Bürgermeister uns dies ermöglicht hat", sagt Löwe.

Inzwischen hat sich der Raum mit Besuchern gefüllt. Vor der Wand mit den Bildern wird eifrig diskutiert. "1948 war Karl-August Geist unser erster Angelkönig. Wir haben alle bis heute aufgelistet und würden gern von allen Angelkönigen auch ein Foto an die Wand hängen", erklärt Karsten Löwe. "Dank Jürgen Hortig und Henning Seik konnten wir den Bildern, die uns zur Verfügung stehen, auch Namen zuordnen. Beide gehören zu unseren langjährigen Mitgliedern", sagt Löwe. Er ärgert sich schon ein bisschen, dass das Anangeln heute nicht mehr den Stellenwert einnimmt wie in früheren Jahren. Da war halb Brüel auf den Beinen, dann waren es nur noch einige wenige und heute sind wir wieder bei 40 Leuten", freut er sich und spricht dabei auch von Traditionspflege. "Viele Bilder hat uns Jörg-Peter Krüger zur Verfügung gestellt, der Fotos mit den Angelkönigen ein Jahr lang in der Blockhütte ausgestellt hatte. Aber uns fehlen noch einige Jahrgänge und wir würden uns sehr freuen, wenn uns hier Bürger helfen könnten", meint Karsten Löwe.

Im neuen Vereinsraum im Obergeschoss des Bürgerhauses findet am 28. Dezember von 17 bis 18 Uhr auch die erste Kassierung für das neue Kalenderjahr statt. "Unser Knobeln werden wir aber auch künftig am Roten See durchführen. Wir haben ein gutes Verhältnis zu Jörg-Peter Krüger", sagt Löwe. Beim Knobeln im November saßen immerhin 33 Leute an den Tischen. Und auch den kleinen Brüeler Weihnachtsmarkt am 15. Dezember auf dem Marktplatz wollen die Angler wieder aktiv mitgestalten.

Langfristiger geht der Vorstand ein weiteres Vorhaben an: ein eigens Vereinslogo oder Wappen. "Wir haben uns bereits mit einer Grafikdesignerin beraten. Aufgenommen werden müssten auf jeden Fall der Rote See, die Blockhütte, der Fisch und unser Vereinsnamen", erklärt Karsten Löwe. Jetzt werden drei, vier Entwürfe angefertigt und dann dem Vorstand zur weiteren Beratung vorgestellt, informiert er.

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