Blankenberg : Andreaskreuz-Tage sind gezählt

Der Bahnübergang in Blankenberg wird an den Wochenenden zwischen dem 8. und 24. April 2015 jeweils komplett gesperrt.
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Der Bahnübergang in Blankenberg wird an den Wochenenden zwischen dem 8. und 24. April 2015 jeweils komplett gesperrt.

Streckennetz im Blankenberger Bahnhof wird im April 2015 umfassend modernisiert

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21. November 2014, 07:50 Uhr

Nach Mai und Oktober wird im Blankenberger Bahnhofsbereich erneut im Auftrag der Deutschen Bahn gebaut. Arbeiter der Firma KSG Bau aus Lampertswalde bei Dresden errichten seit Tagen am Haupt- und Nebengleis – beiderseits der Bundesstraße 192 –  Kabelschächte (SVZ berichtete).

Doch das ist nur ein Vorgeschmack für das, war hier im kommenden April vorgesehen ist. Gleich nach Ostern,  am 8. April, geht’s  los. Während der bis 24. April geplanten Arbeiten kommt es zu Beeinträchtigungen für den Bahn- und Straßenverkehr.  Die Züge auf der Hauptstrecke fahren dann  hier nur eingleisig.

Was die B 192 betrifft, so droht den Kraftfahrern für die Umbaumaßnahme (Bahnübergänge und Oberbauerneuerung)  zumindest an den beiden Wochenenden zwischen 8. und 24. April eine Vollsperrung. Dafür wird – wie schon zuletzt in der Nacht von 18./19. Oktober –  eine fast

40 Kilometer lange Umleitung von Warin aus über Jesendorf, Ventschow und Cambs sowie weiter auf der B 104 in Richtung Güstrow bis zur Abfahrt Brüel ausgeschildert – und umgekehrt.  Fußgänger und  Radfahrer dürfen laut Deutscher Bahn „trotz Straßenvollsperrung  den Bahnübergang allerdings passieren“. Für den Bus werde eine Wendemöglichkeit geschaffen. In der Woche allerdings soll der Bahnübergang laut SVZ-Informationen, nach jetzigem Stand,  wegen des Berufsverkehrs einspurig passierbar sein. 

Laut Blankenbergs Bürgermeister Uwe Schulz sollen durch die  Kabelschächte sowie die  unter der B 192 eingebauten Leerrohre  „neue Kabel für die Signaltechnik“ gezogen werden. Mehr wusste Schulz  vor Wochenfrist allerdings noch nicht.

Neue Kabelanlage und Signaltechnik

Wie SVZ von der Deutschen Bahn erfuhr,  sind   weit größere und umfänglichere Maßnahmen vorgesehen. Ja, der Bahnhof Blankenberg erhält technisch ein völlig neues Gesicht! „Für die beiden Bahnübergänge ist eine neue gemeinsame Kabelanlage herzustellen. Die Nutzung von Teilen der Altanlage ist wegen der verwendeten Kabeltypen nicht zulässig“, so  Bahnsprecher Burkhard Ahlert.

 Zudem werden in Blankenberg neben dem Einbau so genannter Gleisschaltmittel u.a. ein Betonschalthaus und  eine rechnergesteuerte Lichtzeichenanlage neu errichtet. Damit sind die Tage der Altanlagen   gezählt  –  z. B. auch für das Andreaskreuz mit Blinklicht. Die Andreaskreuze wollte die DB eigentlich  bereits bis 1992 abgeschafft haben, doch die Sache verschob sich immer wieder nach hinten. 2015 passiert das jetzt in Blankenberg.

Im Zuge der Baumaßnahmen, deren  finanzielle Summe laut Ahlert „in die Hunderttausende geht“, werden auch die Übergänge zwischen Schienen und Bundesstraße sowie die Gehwege beim Haupt- und Nebengleis angepasst  und ausgebaut. Hinzu kommen neue Beschilderungen und Markierungen.

Wie gesagt, neben dem Hauptgleis, auf  dem u.a. die Fernverkehrszüge von Hamburg und Lübeck nach Rostock verkehren, betreffen die Arbeiten auch das Nebengleis.   Dies trägt bei der Bahn übrigens immer noch den Namen „Strecke 6936 Karow –  Hornstorf“. Und das, obwohl der Zugverkehr zwischen Karow und Wismar bereits im Mai 1998 stillgelegt wurde. Zwischen der ehemaligen Kaserne Damerow bei Karow und Borkow können Einheimische und Urlauber nunmehr mit der Draisine fahren. Für den Zugverkehr nutzbar  ist lediglich noch der Abschnitt von Dabel nach Blankenberg. Die Sternberger Rapsveredelungsfirma ecoMotion befördert ihren Biodiesel per Kesselwagen zum Weitertransport bis nach Blankenberg.

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