Sternberg : Andrang auf Gratis-Bekleidung

In der Sternberger Kleiderkammer: Anja Tober (r.) mit ihrer besten Freundin Evelyne Topp.
In der Sternberger Kleiderkammer: Anja Tober (r.) mit ihrer besten Freundin Evelyne Topp.

Jeden Montag ist die Kleiderkammer in Sternberg geöffnet / Beim Tag der offenen Tür gab es kostenlose Textilien und Schuhe

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27. März 2018, 12:00 Uhr

Hier kann sich eine Großfamilie eindecken: Anja Tober aus Dabel, Mutter von vier Kindern, stöberte gestern zusammen mit ihrer besten Freundin Evelyne Topp in der Kleiderkammer in Sternberg. Bekleidung, Bettwäsche und Kinderspielzeug konnte sie mit nach Hause nehmen.

Früh um halb neun Uhr hatte es sich eine Schlange gebildet vor der Einrichtung in der Karl-Marx-Straße. Sigrid Maier und Wally Romeiko ließen eine halbe Stunde vor der Öffnungszeit die Wartenden ein. Stoßweise, so dass nicht mehr als zehn zwischen den gebrauchten, gespendeten Waren stöbern konnten. Es war der erste Tag der offenen Tür in diesem Jahr. Und an dem gibt es die Waren nicht wie sonst gegen einen kleinen Obolus, sondern gänzlich kostenlos. Es soll Platz geschaffen werden in der Kleiderkammer.

An normalen Montagen ist es hier eher ruhig. Die Kleiderkammer werde nicht mehr so angenommen, sagt Sigrid Maier (79). Früher war zwei Tage die Woche Ausgabe, inzwischen ist nur noch ein Tag offen. „Es kommen zu wenig Menschen“, so die Helferin. Richtig viel los war hier auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise.

Es sei eigentlich alles da in der Kleiderkammer, von Kinder- bis zu Herrensachen, von Bettwäsche bis zu Schuhen, sagt Sigrid Maier, die seit über zwei Jahrzehnten in der Kleiderkammer tätig ist.

Sie gehört zu einer Gruppe von 16 Ehrenamtlichen, die sich um die Einrichtung für bedürftige Menschen kümmern. Gestern hatte sie Schicht mit Wally Romeiko. Die ebenfalls 79-Jährige war vor 28 Jahren eine der ersten Helferinnen, die die Sternberger Kleiderkammer ins Leben riefen. „Ich freue mich, dass ich helfen kann“, erzählt sie. An einem Tag, an dem sie Dienst hat, sagt die Seniorin immer: „Ich muss zur Arbeit!“

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