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Bürger verärgert über Verbrennverbot : An Grüncontainern droht Chaos

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Die Container waren kaum aufgestellt, da waren sie auch schon voll. Seit Tagen gab es in Sternberg, Brüel, Dabel und Kuhlen keine Chance, Grün- und Gartenabfälle in den Behältern unterzubringen.

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erstellt am 03.Mär.2011 | 09:11 Uhr

Sternberg | Die Container waren zu Beginn der Woche kaum aufgestellt, da füllten sie sich im Nu. Seit Tagen gab es an den Stellplätzen in Sternberg, Brüel, Dabel und Kuhlen keine Chance, Grün- und Gartenabfälle in den Behältern unterzubringen, ein wenig Platz war gestern Vormittag noch in Wendorf. Die Grüncontainer in Sternberg boten gestern bis Mittag noch reichlich Aufnahmekapazität, nachdem sie zuvor geleert worden waren. Gegen Abend sah das teilweise schon wieder anders aus. Für das Wochenende wird ein Chaos befürchtet, wenn das Treiben in den Gärten sprunghaft zunimmt und jedermann die Pflanzenreste vom Frühjahrsputz entsorgen will.

Verschärft wird das Problem dadurch, dass in den Orten des Landkreises Parchim, in denen Grüncontainer stehen, Gartenabfälle nicht mehr wie sonst im März und Oktober verbrannt werden dürfen. Der Kreistag hat eine Änderung der Abfallsatzung beschlossen, nach der ab 2011 in den genannten Orten erstmals Gartenfeuer verboten sind. Und das verärgert den Großteil der Freizeitgärtner, die den über Winter angefallenen Kleinschnitt von Obstgehölzen, Rosen oder Hecken deponiert haben, damit er abtrocknet und nun den Flammen übergeben werden kann. Das lose Ast- und Strauchwerk füllt die Container besonders schnell, hat Hartmut Neumann aus Kuhlen beobachtet. Sein Grundstück liegt schräg gegenüber. "Anfang der Woche wurde der Container aufgestellt, doch als nur einige Leute ihre Gartenabfälle hingebracht hatten, war er voll. So macht das doch keinen Sinn", meint der Kuhlener und fügt an: "Den Gedanken, Container aufzustellen, finde ich gut. Es müsste aber wie bisher erlaubt sein, trockene Pflanzenreste auch zu verbrennen. Natürlich sollte jeder auf die Windrichtung achten und das Feuer nur anzünden, wenn der Qualm nicht ins Dorf zieht." Eine Frau aus Kuhlen befürchtet, dass manches Grünzeug in Gräben landet, wenn die Behälter so schnell voll sind. Sie werde sich wohl einen Schredder zulegen.

Die Ausschreibung des Landkreises zur Leerung der Grüncontainer ging diesmal an die Otto Dörner Entsorgung GmbH in Holthusen bei Schwerin. Vorgaben, wie oft abgefahren wird, gäbe es nicht. "Wenn voll, dann weg", bringt es Entsorgungsberater Frank Grobe auf den Punkt. Die Kommunen sollten ein Auge darauf haben. "Wir bitten aber auch um die fleißige Hilfe der Mitbürger und bringen dazu an allen Containern unsere Servicenummer an", sagt Grobe (0 38 65 / 29 10 10). Innerhalb von etwa zwei Werktagen nach der Meldung, dass ein Container voll ist, werde er geleert. "Schneller geht es kaum, denn wir können kein Fahrzeug auf Abruf auf den Hof stellen, sondern müssen die Entleerung der Grüncontainer in die tägliche Tourenplanung einbinden. Wenn das zusammen passt, wird möglicherweise schon nach einem Tag abgefahren", erklärt der Mitarbeiter der Entsorgungsfirma. Zwei Anlagen, eine im Raum Sternberg und eine bei Schwerin, bereiten den Grünabfall auf.

Häufig taucht die Frage auf, warum nur relativ kleine Container aufgestellt wurden. "Wir würden auch größere nehmen, aber zehn Kubikmeter waren in der Ausschreibung vorgegeben", klärt Frank Grobe auf. Die Brüstungshöhe sollte einen Meter nicht übersteigen. 1,20 Meter hält der Fachmann indes noch für vertretbar, um Abfallsäcke oder andere Behältnisse ausschütten zu können. "Wir könnten jederzeit noch auf größere Container umsteigen. An uns soll das nicht liegen", so Grobe.


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