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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. November 2017 | 19:50 Uhr

Warin : An der Spitze Frauen unter sich

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Das Wariner Pflegeheim Am Glammsee hat im neuen Jahr eine veränderte Leitung. Waltraud Stürmer ging in den Ruhestand, Antje Weidemann rückte auf.

von
erstellt am 15.Jan.2015 | 17:52 Uhr

Ihr Alter liegt zwischen 32 und 53 Jahren. Sie kommen alle aus verschiedenen Orten. Auch die berufliche Entwicklung verlief teils unterschiedlich. Doch eines haben die Fünf gemeinsam – alle sind weiblich. An der Spitze des Diakonie-Pflegeheims Am Glammsee in Warin, das mit veränderter Leitung ins neue Jahr gegangen ist, bleiben die Frauen unter sich.

Waltraud Stürmer, die das Haus an der Seite von Vera Gätcke (53) leitete, habe sich bis zum Schluss voll eingesetzt, aber auch auf den Ruhestand gefreut, sagt ihre Nachfolgerin. Antje Weidemann (39), die in Gagzow bei Wismar lebt, „im schönsten Dorf Mecklenburg-Vorpommerns“, wie sie schmunzelnd sagt, war vorher stellvertretende Pflegedienstleiterin und hat am 1. Dezember 2014 Stürmers Stelle eingenommen. Sie und Vera Gätcke, die aus Ruthenbeck zwischen Crivitz und Parchim, kommt, bilden nun die Heimleitung.


Für die Bewohner bleibt alles vertraut


Ihnen zur Seite stehen wie zuvor Pflegedienstleiterin Nancy Wünsch (35) aus Neubukow und deren Stellvertreterin Manja Zuchel (32), die zugleich Wohnbereichsleiterin ist und von Groß Görnow den kürzesten Weg zur Arbeit hat. Kathrin Raddatz (45) kümmert sich um die Verwaltung, hat nach dem Weggang von Waltraud Stürmer Aufgaben von ihr übernommen und ist von Teil- auf Vollzeit gegangen. Sie ist in Steinhagen bei Bützow zu Hause.

Täglich fahren zu müssen, sei in einem Flächenland wie MV schon fast normal, meint Nancy Wünsch. „Bei Winterwetter plant man den Fahrweg eben anders. Ich hatte nur einmal Pech, als am Anstieg bei Reinstorf ein Lkw nicht weiter kam und ich ziemlich lange stehen musste.“

Vera Gätcke, die als Dienstälteste in dem Quintett am 1. März 1993 in dem Pflegeheim begann, etwa ein halbes Jahr nach dessen Eröffnung, und Antje Weidemann hatten ihre erste Berufsstation als Krankenschwestern, Nancy Wünsch war zehn Jahre selbst in der Pflege tätig. „Ich finde das so besser, als gleich nach dem Studium eingesetzt zu werden.“ Daher kenne sie die Belastungen und Entbehrungen der Mitarbeiter sehr wohl.

Manja Zuchel absolvierte nach der Schule ihre Ausbildung zur Pflegefachkraft, kam mit 19 in die Einrichtung und qualifizierte sich berufsbegleitend. Es sei von Vorteil, wenn Praxis und Weiterbildung miteinander verbunden seien. Kathrin Raddatz hat Wirtschaftskauffrau gelernt und Ökonomie studiert.

Die Leitungsstruktur im Heim Am Glammsee sei ähnlich wie vorher, nur die Aufgabenverteilung anders, erklärt Antje Weidemann. „Es fehlt ein Gesicht; niemand kam hinzu, alles ist vertraut.“ Neu vorgenommen habe sich das Leitungsteam, die Kontakte zur Kirchengemeinde und zu den Schulen in der Region auszubauen. „Wir wollen das Ehrenamt fördern und das Thema Alter, das zum Leben gehört, mehr in die Öffentlichkeit bringen“, sagt Weidemann.


Fünf Ehepaare – eines fand sich im Heim


An den Schulen solle Interesse für eine Ausbildung im Pflegebereich geweckt und gemeinsam das Freizeitangebot für die Bewohner bereichert werden. Deren Augen würden stets leuchten, wenn Kinder in die Einrichtung kommen und ein Programm aufführen.

Das Wariner Pflegeheim hat aktuell 122 Bewohner und ist ständig voll belegt, sagt Vera Gätcke. Die Auslastung liege zwischen 97 und 98 Prozent. „Wenn jemand verstorben ist, wahren wir für die Angehörigen Abstand und geben ihnen Zeit, bis der Platz neu belegt wird“, so Gätcke. Wechsel würden häufiger mit Erweiterung der Kurzzeitpflege durch das neue Pflegestärkungsgesetz seit 1. Januar. Knapp 90 Mitarbeiter sind in Pflege, Betreuung, Ergotherapie, Küche, Hauswirtschaft, Technik und Reinigung tätig.

Eine Warteliste für die Heimplätze bestehe nicht, doch Anfragen kämen ständig von Menschen, die nächste Angehörige gut aufgehoben wissen wollen, etwa nach einem Aufenthalt in Krankenhaus oder Reha-Klinik. Mancher entscheide sich allein fürs Heim, um den Kindern nicht zur Last zu fallen. Für jeden neuen Bewohner sei das „ein großer Schritt“, weiß Gätcke, noch mehr, wenn ein Ehepaar auseinander gerissen werde, weil die Pflege in der Häuslichkeit an Grenzen stoße. Wobei dieser Anteil gering sei.

Grundsätzlich erfolge vor der Aufnahme ein Hausbesuch um festzustellen, wer zusammenpasst. Denn die 58 Doppelzimmer seien klar in der Überzahl gegenüber nur sechs Einzelzimmern. „Dies war die erste Einrichtung in MV und die Gesetzgebung ganz anders. Heute werden zwei Drittel Einzelzimmer gefordert“, erklärt Weidemann. Ehepaare teilen sich ein Doppelzimmer, fünf sind es derzeit. Drei von ihnen hatten im Vorjahr diamantene Hochzeit, eines hat sich im Pflegeheim gefunden und ist zusammengezogen.

Manche Bewohner spielen Instrumente oder nutzen andere Freizeitangebote; es werde auch gern gesungen. Ein Bewohner, der anfangs Schwierigkeiten gehabt habe, gehe heute dem Hausmeister zur Hand und sei glücklich dabei. Die Dankbarkeit, die sich dann zeige, sei der schönste Lohn in dem schweren Beruf.

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