zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. November 2017 | 13:31 Uhr

Thurow : Alter Landschaftspark entsteht neu

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Eigentümer von Gutshaus und Park in Thurow orientieren sich bei der Sanierung an Brüeler Unterlagen von 1888.

von
erstellt am 14.Aug.2014 | 16:38 Uhr

„Es macht total Spaß“, sagt Leonard Engel. Der 24-Jährige  genießt die morgendliche Stimmung im Park. In den wenigen Monaten, in denen die neuen Besitzer des Thurower  Gutshauses, Marcel und Leonard Engel, hier wirken, hat sich fast alles verändert. „Der ein Hektar große Park war völlig verwildert. Man hat eigentlich nichts außer Brennnessel gesehen. Um das Haus herum gab es allerdings einen Weg, der  platt getreten war, weil wohl immer mal Leute ins Haus geschaut haben“,  vermutet  Leonhard Engel. Er ist ständig vor Ort, im Haus zu wohnen ist  allerdings noch nicht möglich. Hier sei Oktober das Ziel, sagt er.

So wie bei der Sanierung des Gutshauses aus dem Jahr 1881 orientieren sich die neuen Eigentümer auch bei der  Parkgestaltung  an alten Unterlagen. „Im Brüeler Messtischblatt von 1888  ist schon der  englische Landschaftspark eingezeichnet und die ursprüngliche barocke Anlage aufgelöst, aus der aber der Rundweg mit den Sichtachsen integriert wurde“, sagt Engel.  Nur noch wenige Bäume haben die Jahrzehnte überdauert, wie etwas  Linde und Eiche, deren Alter auf um die 300 Jahre geschätzt wird.  Dafür  hatte Holunder regelrecht gewuchert. An die einhundert Holunderbüsche und -bäume mussten beseitigt werden.  Als eines der nächsten Arbeiten soll das Grundstück glatt gezogen werden, um die Grünflächen  mit dem Rasentrecker mähen zu können. „Wir arbeiten mit einem Landschaftsarchitekten zusammen und  mit dem Denkmalschutz. Wir wollen den Park möglichst original anlegen“, macht der 24-Jährige deutlich.  Für 2015 stehe das Ziel, die Kieswege wieder anzulegen, um die Sichtachsen deutlich zu machen.  Hinter dem Gutshaus sollen zwei Gärten entstehen und als Fernziel wie zu Gutszeiten eine Orangerie.  Noch in diesem Jahr wird eine Blutbuche als kleiner Blickfang gepflanzt.

Leider gebe es nur wenig alte Unterlagen über den Park und das Haus, bedauert Leonard Engel. Umso mehr hat er sich über eine Begegnung mit einem  ehemaligen Brüeler gefreut, dessen Großvater  auf dem Gut gearbeitet hatte. „Der 81-Jährige hat die gesamte Hofanlage aufgezeichnet. Respekt! Von ihm weiß ich auch von einer beheizten Orangerie, in der im Winter die Palmen untergebracht waren“, sagt Engel.

So wie der Park ist inzwischen auch das Gutshaus entkernt. 380 Kubikmeter   Bauschutt und Müll mussten entsorgt werden.  Schrittweise und behutsam geht es im Gebäude voran.  2000 Quadratmeter Gipskarton holten die Eigentümer von den Wänden und trugen 650 Quadratmeter aufgeschütteten Fußboden inklusive Fliesen ab. „Wir haben damit begonnen, fehlendes Fachwerk zu ergänzen. Das Dach ist ausgeflickt, Dachrinne und Fallrohre erneuert“, zählt Leonard Engel einige der Arbeiten auf. Als nächstes werden neue Schornsteine gesetzt. Die große Hauseingangstür und ein Fenster werden beim Tischler aufgearbeitet.

In der Eingangshalle und im Saal haben die Eigentümer alte Malereien gefunden. „Wir waschen auch jede Decke selber ab. Je mehr wir finden und erhalten können, um so besser. Das dauert, aber so lernen wir  das Haus kennen“, erklärt Leonard Engel und erneuert seinen Wunsch, mehr über die Vergangenheit des Anwesens erfahren zu wollen.  Vielleicht  gibt es noch alte Fotos und Aufzeichungen?
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen