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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

16. Dezember 2017 | 17:59 Uhr

Lenzen : Alte Pflasterstraße neu gemacht

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die denkmalgeschützte Dorfmitte in Lenzen wurde mit Fördermitteln aus der Flurneuordnung saniert. Ein Kompromiss rettet einen 25 Jahre alten Kastanienbaum.

von
erstellt am 15.Jul.2015 | 21:15 Uhr

Wer auf der leicht abschüssigen Waldstraße zum Gutshaus vom Asphalt auf das Pflaster kam, wurde in seinem Pkw kräftig durchgeschüttelt. Das ist jetzt vorbei: Das alte Kopfsteinpflaster wurde aufgenommen und durch gerade Steine ersetzt. Die neue Straße ist auch nicht mehr gefährlich gewölbt, sondern zieht sich flach bis zum Gutshaus und daran vorbei in Richtung Garder Mühle. Das letzte Stück bis zur Gemarkungsgrenze war bereits vor Jahren in Ordnung gebracht worden, sagt Berthold Löbel, Bürgermeister der Gemeinde Mustin, zu der Lenzen als Ortsteil gehört.


Im Herbst fünf Bäume zum Ausgleich


Auf dem Dorfplatz ist ein wie die Straße gepflastertes Rondell entstanden. Hier können Busse sowie schwere Versorgungsfahrzeuge wenden, die beispielsweise Futter für den Bioeier produzierenden Landwirt bringen, erklärt Löbel. Zuletzt werden die Bankette und Nebenflächen, auf denen Baumaterial lagerte, hergerichtet und begrünt. Den Schlusspunkt bei der Sanierung der denkmalgeschützten Dorfmitte in Lenzen, so die amtliche Bezeichnung des Vorhabens, setzen Ausgleichspflanzungen von fünf Bäumen im Herbst. Die Gesamtkosten gibt der Bürgermeister mit 178 000 Euro an. 116 000 Euro fließen als EU-Fördermittel über die Flurneuordnung. Den Eigenanteil hat die Gemeinde in ihrem Haushalt eingeplant.

Vorher sah das hier „ziemlich wüst“ aus, meint der Bürgermeister. Da sei kreuz und quer gefahren worden, auch mal links oder rechts über Privatland, auf dem schon Zweitwege entstanden seien, um dem Knüppeldamm zu entgehen. Darüber habe sich niemand beschwert, es sei jahrelang geduldet worden, „aber damit musste mal Schluss sein“, so Löbel.

Die Arbeiten haben Ende April begonnen, etwas später als ursprünglich gedacht. Es musste beispielsweise ein Kompromiss für einen Kastanienbaum gefunden werden, für den bereits eine Genehmigung zum Fällen vorlag, gegen die sich Jens-Peter Planke, der die Lenzener Brauntöpferei betreibt und im Gutshaus wohnt, vehement wehrte. „Es war überhaupt nicht klar, wohin der Baum gehört. Und er passte nicht in die Planung“, erklärt der Bürgermeister. „Erst eine neue Vermessung brachte Klarheit. Danach wurde die Straßenplanung angepasst, so dass der Baum nicht gefällt werden musste.“ Nun sei es jedoch notwendig, die zunehmend ausladende Krone in Form zu bringen und das Totholz herauszuschneiden, damit große Fahrzeuge unter durch kommen.

Planke sagt, er könne mit der jetzigen Lösung „gut leben“. Er selbst habe beide Bäume, die die Straße vor dem neu geschaffenen Rondell flankieren, gepflanzt. Es sollten zwei Eichen sein, doch eine sei nicht angewachsen und dafür habe er dann eine Kastanie genommen. Es wäre schon „bitter, wenn die Bäume nach fast 25 Jahren eine ansehnliche Größe erreicht haben und dann abgeholzt werden“. Seines Wissens sollten ursprünglich sogar beide weg, dann nur noch die Kastanie. Die von ihm angedrohte, öffentlichkeitswirksame Aktion zu deren Rettung sei „im Nachhinein doch eher eine lustige Geschichte“. Die Meinung teilt der Bürgermeister allerdings nicht, „das war überhaupt nicht lustig“.


Mit Freude Verlauf der Bauarbeiten verfolgt


Dass Bäume weg mussten, die zu dicht an der Straße standen oder morsch waren, sei für ihn klar gewesen, sagt Planke. Er sieht die Sanierung als „Riesengewinn“ für das Dorfbild. Vor allem, dass „so großzügig gepflastert wurde“. Sonst geschehe das „doch eher punktuell“. Und die Bauarbeiten seien wie am Schnürchen gelaufen, „ganz gediegen, es hat Spaß gemacht, das zu verfolgen“, so Planke. Jetzt freue er sich wie das ganze Dorf, das „an einem Strang zieht“, auf den inzwischen zehnten Töpfer- und Pflanzenmarkt am 1. Mai in der neu gestalteten Dorfmitte von Lenzen.

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