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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. November 2017 | 06:54 Uhr

Warin : Alte, neue Betrugsmasche an der Wohnungstür

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Angeblicher DRK-Spendensammler beunruhigt Einwohner am Wariner Fritz-Reuter-Platz.

svz.de von
erstellt am 27.Mai.2014 | 18:22 Uhr

Das kam ihr von Anfang an seltsam vor, meinte Kerstin Menzel vom Fritz-Reuter-Platz in Warin bei ihrem Anruf am heißen Draht. Sie hatte bemerkt, dass ein Mann mit einem Klemmbrett unter dem Arm kurz nach Mittag an Wohnungstüren klingelte. Jemand muss den elektrischen Türöffner gedrückt und ihn hineingelassen haben.


Schon in Wohnung von 84-jähriger Nachbarin


Kerstin Menzel machte nicht auf, verfolgte jedoch das Geschehen durch den Türspion. „Auf unserem Flur sind drei Wohnungen. Wir helfen uns und haben ein Auge darauf, wenn Fremde allein durch das Haus streifen.“ Bei ihrer Nachbarin, einer Dame mit 84 Jahren, schien der Mann
Erfolg zu haben. Er gab sich als Spendensammler für das DRK aus und zeigte kurz einen Ausweis. Doch so einen könne sich heutzutage doch jeder selbst anfertigen, argwöhnte die Warinerin.

Die betagte Nachbarin war bereit zu spenden. Dann brauche er einen Tisch, gab der Fremdling vor. Als er schon im Wohnungsflur stand, wurde es Kerstin Menzel doch zu viel. Sie riss ihre Tür auf und forderte eindringlich: „Kommen Sie dort heraus und lassen Sie die alte Frau in Ruhe!“ Ein Wortwechsel folgte. „Was wollen Sie denn, Sie wissen doch gar nicht, worum es geht“, bekam die aufmerksame Warinerin zu hören. Als diese dem Mann entgegen hielt, dass sie nicht glaube, dass er überhaupt vom DRK sei, quittierte dieser das mit der Bemerkung: „So blöd sind Sie auch noch.“ Und der vermeintliche Spendensammler verschwand. Sie habe, so Kerstin Menzel, gleich ihre Mutter gewarnt, die auch am Fritz-Reuter-Platz wohnt.

Unsere Nachfrage beim DRK-Kreisverband Nordwestmecklenburg ergab, dass aktuell eine Werbekampagne laufe, um Fördermitglieder zu gewinnen, die bereit sind, die soziale Arbeit des eingetragenen Vereins zu unterstützen. Dazu seien drei Personen – zwei Frauen und ein älterer Herr – im Landkreis unterwegs und mit einem Ausweis ausgestattet, der ein Siegel trage.


Bargeld darf nicht angenommen werden


Zeige nun jemand Bereitschaft, würden Name und Adresse aufgenommen und außerdem, wie derjenige fördern möchte. Es gäbe eine klare Regelung, dass keine Barspenden angenommen werden, betont Ekkehard Giewald, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes. Wenn jemand von sich aus eine anbiete, müsse die zurückgewiesen werden. Allein mit einer so genannten Klingelbüchse werde gelegentlich, dann ganz öffentlich, wie an einem Einkaufsmarkt, Geld gesammelt.

Etwa alle zwei, drei Jahre führe der Kreisverband eine Werbeaktion für das DRK durch. „Leider ruft sie immer wieder Trittbrettfahrer auf den Plan, die sich auf kriminelle Art bereichern wollen. Davon distanzieren wir uns“, so Giewald. Werbeaktionen würden übrigens angekündigt, auch bei der Polizei, bei der es häufig Nachfragen von Bürgern gäbe.

Der DRK-Kreisverband Parchim hat „schon Jahre nicht mehr“ Spendensammlungen durchgeführt, bestätigte Beate Harbord auf Anfrage.

 

 

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